Montag 5. Dezember 2016
11. Februar 2013

Der Papst und Österreich: eine "Liebesgeschichte"

Zahlreiche Besuche hat Joseph Ratzinger Österreich im Laufe seines Lebens abgestattet - Höhepunkt war Papstbesuch 2007

Die Verbindungen, die Papst Benedikt XVI. zu Österreich unterhält, sind vielfältig und innig. So innig, dass man wohl etwa pathetisch von einer kleinen "Liebesgeschichte" sprechen kann - war es doch Benedikt XVI. selbst, der in einem Brief an die Österreicher vor seinem großen Besuch im September 2007 formulierte: "Ich liebe dieses Land, das mir seit meiner Kindheit nahe ist - seit den sonntäglichen Wanderungen, die wir zu Beginn der 30er Jahre über die Salzach-Brücke mit unserer Mutter nach Ostermiething, nach Sankt Radegund und an andere Orte auf der österreichischen Seite der Salzach gemacht haben."

 

Die Beziehung des Papstes zu Österreich ist also von zahlreichen privaten Besuchen und einem großen Papstbesuch im Jahr 2007 geprägt. Unvergessen etwa die Äußerung des Papstes bei einem Interview mit deutschsprachigen Journalisten 2006, als er sagte: "Es hat mir so gut gefallen dort, dass ich gesagt habe: Ja, zur Magna Mater Austriae komme ich wieder. Und das war natürlich sofort eine Zusage, die ich auch einhalten werde und gern einhalte." Er hielt sie ein - und stattete Österreich aus Anlass des 850-Jahr-Jubiläums von Mariazell vom 7. bis 9. September 2007 einen Besuch ab.

 


» Tipp: Dossier zum Papst-Rücktritt


 

Tatsächlich war es der Marienwallfahrtsort Mariazell im Herzen der Steiermark, der es Joseph Ratzinger seit seinem ersten Besuch dort im Jahr 2004 besonders angetan hat. Dies berichtet etwa der Superior von Mariazell, P. Karl Schauer. Anlass des damaligen Besuchs war eine Wallfahrt der europäischen Notare, die er - damals noch in der Funktion des Präfekten der Glaubenskongregation - begleitete.

 

P. Schauer erinnert sich: "Diese erste Mariazell-Wallfahrt dürfte etwas im Innersten des Papstes berührt haben, das schwer erklärbar ist. Vielleicht hat er etwas entdeckt, das mit seiner Herkunft zu tun hat, mit den Wurzeln seines Glaubens und seines Kircheseins und auch mit seiner theologischen Konzeption und Dimension". Kardinal Ratzinger sei "überrascht" gewesen von der Pracht der Basilika, aber auch von der "Demut und Liebenswürdigkeit des Gnadenbildes", so P. Schauer in einem Rückblick.

 

Als Ratzinger 2007 als Benedikt XVI. nach Mariazell zurückkehrte, verharrte er abermals in stillem Gebet vor der Gnadenstatue. Trotz strömenden Regens waren Zehntausende zum zentralen Gottesdienst vor der Basilika gekommen, um - wie das Motto des Besuchs lautete - "auf Christus zu schauen". Er habe erlebt, "dass Katholiken wetterfest sind", merkte Benedikt XVI. dazu schmunzelnd an, als ihm 2009 die Mariazeller Ehrenbürgerschaft mit den Worten "Heiliger Vater, ab heute sind Sie ein 'Mariazeller'!" verliehen wurde. Weitere Höhepunkte seines damaligen Besuchs waren Gottesdienste und Begegnungen in Wien sowie seine den Besuch abschließende Visite in Stift Heiligenkreuz.

 

Vorausgegangen waren dem Besuch im Übrigen drei Österreichvisiten seines Vorgängers, Papst Johannes Pauls II., in den Jahren 1983, 1988 und 1998. Einen besonderen Höhepunkt im Blick auf die politische Signalwirkung sollte dabei der Besuch 1988 - ein Jahr vor dem Fall des Eisernen Vorhangs - darstellen. So kamen zum Papstgottesdienst im burgenländischen Trausdorf etwa 50.000 Ungarn, 15.000 Kroaten sowie Tschechen, Slowaken und Polen, zur Drei-Länder-Wallfahrt in Gurk außerdem Tausende Slowenen. In Trausdorf plädierte der Papst für einen "schöpferischen Erneuerungsprozess für ein geeintes Europa" und betonte die "Brückenfunktion" Österreichs zu Osteuropa.

 

Erstmals wurde Österreich im Jahr 1782 vom damaligen Papst Pius VI. besucht. Anlass waren die Streitigkeiten um die Reformpolitik Kaiser Josephs II.

 

Eine vollständige Dokumentation des Besuches von Papst Benedikt XVI. in Österreich im Jahr 2007 findet sich im Internet unter: www.papstbesuch.at

 

Quelle: Kathpress

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