Sonntag 11. Dezember 2016
27. Februar 2013

Nach Generalaudienz: Segen gen Österreich

Benedikt XVI. segnete Grundstein für Ausbau der Hochschule Heiligenkreuz - Abt Heim: "Papst wirkte tatsächlich gelöst und geistig sehr wach"

Papst Benedikt XVI. hat unmittelbar im Anschluss an seine letzte Generalaudienz am Mittwoch den Grundstein zum Ausbau der "Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI." in Stift Heiligenkreuz gesegnet. Das bestätigte der Abt des Zisterzienserstifts, Maximilian Heim, im Gespräch mit "Kathpress".

 

Nachdem Heim gemeinsam mit dem Rektor der Hochschule, P. Karl Wallner, an der Generalaudienz teilgenommen hatte, war er als einer von rund 30 Personen von Papst Benedikt XVI. in der Sala Clementina persönlich empfangen worden. "Es war ein sehr bewegender Moment. Der Papst wirkte tatsächlich gelöst und geistig sehr wach, er hat sich nach der Hochschule und nach dem Stift erkundigt und dann den Grundstein gesegnet", berichtete Heim "Kathpress" gegenüber am Mittwochnachmittag.

 

Bewegt zeigten sich Abt Heim und P. Wallner auch von der Generalaudienz, die sie in fast vorderster Reihe miterleben konnten. "Keine Spur von Traurigkeit, eher eine österliche Stimmung", fasste P. Wallner zusammen.

 

Bestätigen konnte der Abt des niederösterreichischen Zisterzienserstifts außerdem, dass die beiden Ratzinger-Schülerkreise - dem "Jüngeren Schülerkreis" gehört Heim selbst an - auch nach dem Amtsverzicht Benedikts XVI. weiterbestehen und sich weiter treffen werden. Offen sei bislang jedoch, ob Benedikt XVI. an diesen persönlich teilnehmen werde.

 

Der rund 15 Kilogramm schwere Grundstein war von Studierenden der Hochschule eigens mit einem Kleinbus nach Rom gebracht worden. Er trägt die Inschrift "Mögen in Euch Gehorsam und Weisheit, Glaube und Vernunft bleiben". Der Ausbau der Hochschule in Stift Heiligenkreuz wird laut P. Wallner am 30. April mit dem Spatenstich beginnen. Die erste Bauphase sei mit rund zwei Millionen Euro an gesammelten Spendengeldern finanziert. Insgesamt sollen rund fünf Millionen Euro investiert werden, um so den weiter steigenden Studierendenzahlen auch räumlich gerecht zu werden.

 

"Kirche geht in eine neue Epoche"

 

Erst vor wenigen Tagen hatte P. Wallner das Pontifikat von Benedikt XVI. im Rahmen eines Vortrages bei einer Priesterstudientagung in St. Pölten gewürdigt. Der Papst habe "nicht ohne Absicht" ein "Jahr des Glaubens" ausgerufen, da der christliche Glaube besonders in Europa nicht mehr jenes "einheitliche kulturelle Gewebe" sei, in dem die Inhalte des Glaubens bekannt seien und ein Bezugssystem für das Denken und die Werthaltungen der Menschen darstellten. Der Amtsverzicht des Papstes mitten im Jahr des Glaubens sei "wie ein Auftrag an uns, das Jahr des Glaubens fortzuführen", sagte der Rektor der päpstlichen Hochschule Heiligenkreuz.

 

Mit dem 28. Februar gehe die Kirche jedenfalls "in eine neue Epoche", so Wallner. Über das europäisches Christentum habe sich "eine trübe Stimmung der Resignation und der Frustration gebreitet". Die Ursachen dafür lägen jedoch tiefer als in den "medial hochgespielten innerkirchlichen Skandalen und Querelen", betonte Wallner: "Die westliche Welt ist im Glauben müde geworden. Wir brauchen eine neue Verkündigung, eine Neu-Evangelisierung, auch in neuen Formen und mit neuen Methoden". Dies werde jedoch nur gelingen, wenn in den Gläubigen selber die "substanziellen Inhalte des Glaubens wieder lebensstark leuchten".

 

Aufgrund innerkirchlicher Spannungen sei es für die Gläubigen allerdings nicht leicht, Freude und Zuversicht auszustrahlen, stellte der Zisterzienserpater fest. In der Folge erscheine die Kirche für die steigende Zahl religiös suchender Menschen immer weniger attraktiv, "wenn sie nur Resignation und Frustration ausstrahlt". Der entscheidende Grund für den Schritt hinein in den christlichen Glauben sei immer die Erfahrung der Wirklichkeit Gottes, die mit der Erkenntnis verbunden sei, dass "die Kirche Instrument in der Hand Gottes ist", erklärte Wallner aus seiner langjährigen Erfahrung als Jugendseelsorger. Niemand werde gläubig, weil er die Kirche als "Ideologie", als "Lehr- oder Wertesystem" begreife, sondern "weil er den lebendigen Gott durch die Kirche erkennt und in ihr begegnet".

 

Quelle: Kathpress

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