Donnerstag 30. März 2017
05. März 2014

"Ihr seid ein großer Schatz unserer Kirche"

Fastenhirtenbrief 2014 des Innsbrucker Diözesanbischofs Manfred Scheuer.

 

Liebe Kinder und liebe Jugendliche! Liebe Erwachsene!

 

Jedes Jahr bereiten wir uns in der Fastenzeit auf Ostern vor. Für uns als Christen ist Ostern nach Weihnachten und Pfingsten das größte Fest.

 

Viele von euch haben sich einen Fastenvorsatz gemacht: auf Süßigkeiten verzichten, oder den Computer, den Fernseher oder das Handy öfter einmal ausgeschaltet lassen.

 

Vielleicht habt ihr auch so kreative Ideen, wie Elena (14 Jahre), die sich vornimmt, weniger am Fußballplatz zu schimpfen, oder Niko (8 Jahre), der auf die Idee kam, er könne doch seinen "Küchendienst" heuer öfter freiwillig machen. Oder wie Kaspar (11 Jahre), der fünfmal nachgeben will, wenn die große Schwester etwas von ihm haben möchte.

 

Aufbrechen mit Tournee 14

 

Fragt die Jungen! In der Regel für das Zusammenleben empfiehlt der heilige Benedikt den Mönchen eines Klosters in der Fastenzeit nicht nur auf etwas zu verzichten, sondern sich bewusst etwas zusätzlich vorzunehmen. Etwas zusätzlich vorgenommen haben wir uns als Gemeinschaft der Getauften in der Diözese Innsbruck. Wir feiern heuer ein rundes Jubiläum. Vor 50 Jahren wurde unsere Diözese gegründet. Für euch Jungen wahrscheinlich eine lange Zeit. "Mit 50 ist man alt!" kann ich immer wieder hören. Doch als Kirche sind wir mit 50 noch ganz schön jung.

 

In diesen Jahren hat sich in unserem Land viel getan. So wie ihr Kinder und Jugendlichen heute Kirche erlebt, war sie nicht immer. Und ihr seid es, die Kirche heute mitgestalten, ihr eine Lebendigkeit gebt, die uns allen gut tut. Ihr seid es auch, die in den nächsten Jahren mitentscheidet, welchen Weg wir als Gemeinschaft der Katholischen Kirche gehen werden.

 

Darum lade ich euch Kinder und Jugendliche ein, mit uns Erwachsenen aufzubrechen. In Besinnung auf Jesus Christus und unsere Geschichte wollen wir mutig in die Zukunft blicken.

 

Viele Angebote und Veranstaltungen werden sich unter dem Motto "Aufbrechen" mit der Geschichte unserer Diözese auseinandersetzen und wollen neue Impulse setzen. Dort und vor allem auch bei der Tournee14 wollen wir gemeinsam überlegen, was Kirche-sein heute konkret heißt.

 

Fragt die Jungen!

 

Der heilige Benedikt hat in seiner Ordensregel vorgesehen, dass der Vorsteher eines Klosters, der Abt, bei wichtigen Entscheidungen auch den Jüngsten im Kloster befragen muss. "Fragt die Jungen! Denn eine Gemeinschaft muss für neue Ideen offen bleiben." Das gilt auch für uns als Kirche. Wir brauchen eure Ideen, eure Meinung, eure Hilfe. Nicht nur bei Computerproblemen oder beim Handy, wo ihr euch viel besser auskennt als viele von den Erwachsenen. Wir brauchen eure Hilfe, wenn es darum geht, wie Kirche heute sein soll, was ihr braucht und wie ihr euch Kirche wünscht. "Gott offenbart oft einem Jüngeren, was das Beste ist", sagte der heilige Benedikt.

 

Darum kommt in der heurigen Fastenzeit die Tournee14 zu euch. Unter dem Motto "Komm, red mit!" bitten wir euch, uns zu sagen, was euch wichtig ist, was ihr braucht und euch wünscht. In jedem Seelsorgeraum findet für euch ein Tourneetag statt. Bei den ersten Tagen im November haben Kinder im Oberland folgendes erzählt: "Für mich ist jeder in der Kirche wichtig: der Pfarrer, die Kinder, die Ministranten und alle Erwachsenen." Und "Gott und Jesus sind mir wichtig." Und Jugendliche im Unterland haben das Anliegen "Modern churching", eine modernere Kirche eingebracht.

 

Ich bin schon gespannt auf eure Ergebnisse, die beim Diözesanfest am 20. September präsentiert werden.

 

Wir brauchen euch!

 

Nicht weil wir alle so nett und lieb sind, sondern weil Kinder und Jugendliche unsere Gegenwart und Zukunft sind, auch wenn sie anders sind und manches anders machen als die Erwachsenen.

 

Eine Option für Kinder, für junge Menschen und für die Familie ist auch eine Option für Lebendigkeit und Zukunft. Das kann bedeuten, dass sich Jugendliche und Erwachsene gegenseitig anhören, sich gegenseitig stören und irritieren und manchmal auch ärgern, es bedeutet, dass nicht alles beim Alten bleiben muss.

 

Wir brauchen junge, neue Ideen. Ihr könnt das. Ihr gehört dazu. Im Abschlussgottesdienst beim Weltjugendtag 2013 sagte Papst Franziskus zu den jungen Menschen: Geht, brecht auf, gemeinsam und furchtlos. Die Kirche rechnet mit euch. Jesus Christus rechnet mit euch. Liebe Kinder und Jugendliche, liebe Erwachsene, die ihr mit den Kindern und Jugendlichen unterwegs seid: Ihr seid ein großer Schatz unserer Kirche.

 

Ihr seid ein großer Schatz unserer Kirche. Mit eurer Lebendigkeit, eurer Direktheit, eurem Einsatz und eurem Unbequemsein, euren Fragen, eurem Nachbohren, mit eurem Humor und eurer Leichtigkeit, und auch mit eurem Glauben und eurer Solidarität, die wir so dringend als Kirche brauchen.

 

Gott segne und begleite euch, eure Geschwister, eure Eltern und Großeltern, eure Freundinnen und Freunde, euch alle!

 

Euer Bischof + Manfred

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