Dienstag 23. Mai 2017
20. Juni 2014

Kirche verdankt Fronleichnamsfest einer Frau

Juliana von Lüttich hatte Idee zu dem vor 750 Jahren offiziell eingeführten Fest - Kardinal Schönborn: Frauen haben in Kirche auch sonst "einen ganz prägenden Einfluss".

Die Kirche verdankt das Fronleichnamsfest einer Frau - Juliana von Lüttich (1192-1258), die die Idee zu dem vor 750 Jahren offiziell eingeführten Fest hatte. Darauf hat Kardinal Christoph Schönborn am Donnerstag in der "Kronen Zeitung" hingewiesen. Seinen "Gedanken zum Hochfest Fronleichnam" zufolge hatten und haben Frauen in der Kirche auch sonst "einen ganz prägenden Einfluss": Auch die weltweite Herz-Jesu-Verehrung gehe auf eine Frau zurück: die heilige Marguerite-Marie Alacoque aus Frankreich (1647-1690); und auch den weltweit von Katholiken gefeierten "Sonntag der Barmherzigkeit" habe maßgeblich eine Frau angestoßen - die im Jahr 2000 heiliggesprochene Faustyna Kowalska (1905-1938).

 

Unter dem Titel "Fronleichnam und die Frauen" zitiert Kardinal Schönborn die häufige Meinung, Frauen hätten "in der Kirche nichts oder nur wenig zu sagen". Dieser Eindruck sei "verständlich", schaue man bloß auf die "Institution" der Kirche, wo "vom Papst über die Kardinäle, die Bischöfe, die Priester, ja selbst die Diakone - alles 'Männersache'" sei. Ganz anders sieht es nach den Worten Schönborns jedoch beim Blick auf das "Leben der Kirche" aus: Für das prägende Wirken von Frauen "gäbe es viele Beispiele, etwa die Tatsache, dass deutlich mehr als die Hälfte der österreichischen Pfarrgemeinderäte Frauen sind".

 

Das Fronleichnamsfest sei nach wie vor in weiten Teilen Österreichs beliebt und fest im Leben der Menschen verankert, so Schönborn. Einmal im Jahr werde dabei die "Liebe zu dieser ganz besonderen Gegenwart Jesu unter uns Menschen" öffentlich sichtbar gemacht: "In der Gestalt der Hostie 'besucht' Jesus selber unsere Dörfer und Städte und segnet die Menschen und das Land." Hoffnungsvoll stimme Schönborn - wie er sagte - auch die Feststellung, dass in Österreich so etwas wie ein "eucharistischer Frühling" erlebbar sei. Gerade auch junge Menschen würden die Gegenwart Jesu in der Hostie, im Tabernakel, im stillen Verweilen bei ihm zunehmend als "Kraftquelle" erfahren.


Quelle: kathpress
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