Sunday 29. May 2016
14. August 2014

Papst Franziskus beginnt Südkorea-Besuch

Vom 13. bis 18. August reist Papst Franziskus u.a. aus Anlass des Asiatischen Jugendtags nach Südkorea.

Papst Franziskus ist zu einem fünftägigen Besuch in Südkorea eingetroffen. Staatspräsidentin Park Geun-hye begrüßte das Kirchenoberhaupt bei der Ankunft am Donnerstagvormittag (Ortszeit) in Seoul. Zuvor hatte Franziskus auf dem Flug als erster Papst der Geschichte chinesischen Luftraum durchquert. Dabei richtete er eine Grußbotschaft an Staatspräsident Xi Jiping. Er wünschte Xi und der Bevölkerung Chinas die "göttlichen Segnungen des Friedens und des Wohlbefindens für die Nation".

 

Es ist das erste Mal seit 25 Jahren, dass ein Papst nach Südkorea reist. Anlass ist der VI. Asiatische Jugendtag, der seit Mittwoch mit 6.000 Teilnehmern aus 22 Ländern im Wallfahrtsort Solmoe stattfindet. Franziskus will mit den jungen Katholiken am Freitag zusammentreffen und am Sonntag den Schlussgottesdienst mit ihnen feiern. In Südkorea sind knapp 11 Prozent der Bevölkerung katholisch. Die Kirche verzeichnet in Asien ein beträchtliches Wachstum.

 


Franziskus grüßt Präsident Fischer vom Flugzeug aus

Papst Franziskus hat am Mittwochabend vom Flugzeug aus einen Gruß an Bundespräsident Heinz Fischer gerichtet. Franziskus überflog Österreich auf dem Weg nach Südkorea. In englischer Sprache richtete er seine Wünsche an "His Excellency Heinz Fischer, President of the Republic of Austria". Weitere Grußbotschaften ergingen an die anderen Staatsoberhäupter, deren Länder der Papst auf seiner Reise nach Südkorea überflog, darunter Chinas Xi Jiping und Russlands Wladimir Putin.

 

An Fischer schrieb der Papst: "Beim Eintritt in österreichischen Luftraum auf meiner Reise nach Korea richte ich herzliche Grüße an Sie, Exzellenz, und an die Staatsbürger Ihres Landes. Ich rufe den Segen Gottes auf Sie alle herab, und ich bitte Gott, den Allmächtigen, er möge der österreichischen Nation Wohlbefinden und Friede gewähren. Franciscus PP".

 

Beim Flug nach Korea, der bis Freitag 3.30 Uhr dauerte, durchquerte erstmals ein Papst chinesischen Luftraum. Wegen des Ukraine-Konflikts nahm Franziskus auf seinem Weg nach Südkorea dabei eine nördliche Route, die über Russland - mit Moskau -, über die Mongolei und über China - mit Peking - führt. Die drei Länder wurden noch nie von einem katholischen Kirchenoberhaupt besucht; sehr detaillierte Pläne für eine Reise Johannes Pauls II. nach Russland (Kasan) und in die Mongolei (Ulan Bator) lagen allerdings bereits vor zwölf Jahren vor. Bei der letzten Reise eines Papstes nach Südkorea vor 25 Jahren verweigerte China die Nutzung seines Luftraums.

 

Papst wünscht "Frieden und Wohlbefinden"

 

Auf dem Flug nach Seoul wünschte Franziskus Staatspräsident Xi Jiping und der Bevölkerung Chinas die "göttlichen Segnungen des Friedens und des Wohlbefindens für die Nation". Dem russischen Staatschef Wladimir Putin schrieb Franziskus in seinem Grußtelegramm am Mittwochabend, er bete dafür, dass "Gott der Nation Frieden und Wohlbefinden garantieren möge".

 

Der 61-jährige chinesische Staatspräsident Xi und der 77-jährige Papst Franziskus sind praktisch gleich lang im Amt. Franziskus wurde am 13. März 2013 im Konklave gewählt, Xi einen Tag später durch den Parteikongress der Kommunistischen Partei. Franziskus erklärte später in einem Interview, beide hätten kurz darauf Briefe ausgetauscht.

 

Erst vor wenigen Tagen ließen die chinesischen Behörden ein führendes Mitglied der katholischen Untergrundkirche nach achtjähriger Haft frei. Nach Darstellung des vatikanischen Pressedienstes Asianews stand dieser Vorgang jedoch nicht in Zusammenhang mit der Südkorea-Reise des Papstes. Vor einer Woche gedachte Franziskus bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz der Opfer des schweren Erdbebens in der südchinesischen Provinz Yunnan.

 

Würdigung von in Gaza getöteten Journalisten

 

Auf dem Flug nach Korea wandte sich Franziskus auch an die mitreisenden 68 Journalisten. In einer kurzen Botschaft erinnerte an die die beiden Journalisten, die im Gazastreifen durch die Explosion eines israelischen Blindgängers ums Leben gekommen sind. Sie seien "im Dienst für die Wahrheit gestorben", sagte er am Mittwochabend in der Alitalia-Maschine auf dem Weg nach Seoul vor den Korrespondenten.

 

Es sei "schrecklich", was im Nahen Osten derzeit passiere, so Papst mit Blick auf den Unfall, der sich am Mittwoch in Beit Lahia im Norden des Küstengebiets ereignete. Anschließend sprach er ein kurzes Gebet für die Verstorbenen. Neben dem 35 Jahre alten italienischen Filmreporter Simone Camilli und einem palästinensischen Journalisten starben auch vier Bomben-Entschärfer, die der Papst ebenfalls in sein Gebet einschloss

Papst: Koreas Kirche soll "Kirche der Armen" sein

Papst Franziskus hat auch in Südkorea das Modell einer "Kirche der Armen und für die Armen" bekräftigt. Am ersten Tag seiner Reise ermahnte er am Donnerstag die Bischöfe des Landes, in einer zunehmend säkularisierten und materialistischen Gesellschaft nicht einen Lebensstil und eine Mentalität zu übernehmen, die mehr von weltlichen Kriterien des Erfolgs und der Macht geprägt sind, "als von den Kriterien, die Jesus im Evangelium aufstellt".


Zugleich rief Franziskus nach der Begrüßung durch Episkopatsvorsitzenden Peter Kang u-il die Kirche Koreas dazu auf, sich weiter um Notleidende zu kümmern und Hilfsprogramme vor allem für Flüchtlinge und Migranten anzubieten. Nur so bleibe das prophetische Zeugnis der Kirche sichtbar.


Der Papst würdigte zudem die Entwicklung der örtlichen katholischen Kirche. Südkorea sei von einem Missionsland zu einem Land der Missionare geworden. Die Weltkirche profitiere von den vielen Priestern und Ordensleuten aus Südkorea, so Franziskus.


Die katholische Kirche Nordkoreas wurde bei dem Treffen mit den Bischöfen durch den Erzbischof von Seoul, Kardinal Andrew Yeom Soo-jung, vertreten, der zugleich formell die vakante Diözese Pjönjang verwaltet. Das kommunistische Regime in Nordkorea unterdrückt die Religionsausübung sowie den Unterhalt kirchlicher Strukturen. Über die Zahl der Katholiken in Nordkorea gibt es keine zuverlässigen Angaben.


Hilfe verlangt Haltung, nicht nur Institutionen


Zugleich warnte der Papst in seiner Ansprache im Sitz der Bischofskonferenz davor, die Hilfe für Bedürftige allein auf ihre "institutionelle Dimension" zu reduzieren. Die Solidarität müsse "wesentliches Element" des gesamten christlichen Lebens sein und sich "in allen Aspekten des kirchlichen Lebens widerspiegeln", so Franziskus. Eine Hilfe, die nur von Institutionen geleistet werde, laufe Gefahr über die "individuellen Bedürfnisses jedes Einzelnen, als Person zu wachsen und auf würdige Weise die eigene Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen, hinwegzusehen". Das soziale Engagement dürfe sich zudem nicht nur auf konkrete karitative Maßnahmen beschränken, sondern müsse auch eine langfristige Förderung auf beruflicher Ebene und im Bildungswesen umfassen.


Die Kirche Südkoreas hat in den vergangenen 60 Jahren einen beispiellosen Aufschwung erlebt; ihr gehören heute knapp elf Prozent der Bevölkerung an. Nach Angaben der Koreanischen Bischofskonferenz wuchs die katholische Kirche im asiatischen Raum zwischen 2007 und 2012 um 11,4 Prozent; in Europa waren es 1,3 Prozent.


 

Am Donnerstagnachmittag will Staatspräsidentin Park den Papst an ihrem Amtssitz, dem "Blauen Haus" im Zentrum Seouls, offiziell willkommen heißen. In dem Rahmen ist eine private Unterredung vorgesehen. Anschließend trifft Franziskus mit Regierungsmitgliedern, Vertretern staatlicher Institutionen und Diplomaten zusammen. Zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt im März 2013 hält er dabei eine Ansprache auf Englisch.

 


 


 

Am späteren Nachmittag wird der Papst am Sitz der Koreanischen Bischofskonferenz erwartet. Den Vorsitz unter den 35 Bischöfen des Landes führt Peter Kang U-il (68), Bischof von Jeju im Süden des Landes. Zugegen sind laut Programm auch der Erzbischof von Seoul, Kardinal Andrew Yeom Soo-jung (70), der erst im Februar die Kardinalswürde von Franziskus erhielt, und dessen Vorgänger Kardinal Nicholas Cheong Jin-Suk (82).

 

Während des Papstbesuches herrscht die höchste Sicherheitsstufe außerhalb des Kriegsrechts in der Zehn-Millionen-Stadt Seoul. Ähnliche Maßnahmen gab es laut koreanischen Medien zuletzt beim G20-Gipfel vor vier Jahren. Die Zeitung "Chosun Ilbo" zitierte einen Polizeibeamten, es sei "extrem selten", dass ein hoher Würdenträger gepanzerte Fahrzeuge und Splitterwesten ablehne. Franziskus lässt sich in einem Minivan vom Typ Kia Soul chauffieren.

 


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Sorgen bereitet den Sicherheitsverantwortlichen auch die Vorliebe des Kirchenoberhaupts für direkten Kontakt mit der Menge. Am Samstag feiert Franziskus am historischen Gwanghwamun-Tor im Zentrum eine Seligsprechungsmesse für 124 koreanische Märtyrer. Zu der Feier sind 170.000 Teilnehmer zugelassen. Der Papst wird gegen 9.00 Uhr ankommen und um 12.30 Uhr in sein Quartier in der Vatikanbotschaft zurückkehren. Es sei beispiellos, dass sich ein hoher ausländischer Gast so lange bei einer Veranstaltung im Freien aufhalte, sagte ein Polizeibeamter laut "Chosun Ilbo".

 

Quelle: Kathpress

 

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