Samstag 29. April 2017

Nachhaltigkeit: Ein Gebot des Glaubens

Moraltheologe Rosenberger: sechs Thesen zur Re-Politisierung der kirchlichen Schöpfungsethik - Minister Rupprechter: Schöpfung bewahren ist biblischer Auftrag.

"Schöpfungsverantwortung" ist ein christliches Modewort, das sich jeder gerne auf die Brust heftet, das aber ansonsten weitgehend folgenlos im Alltag gläubiger Menschen bleibt: Gegen diese Mentalität formuliert der Linzer Moraltheologe Michael Rosenberger einen Weckruf "wider die Sandkastenverantwortung": Schöpfungsverantwortung könne nur dann zur Veränderung der Lebens- und Konsumgewohnheiten beitragen, "wenn sie politisch wird", so Rosenberger in einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "miteinander" des Canisiuswerkes. "Persönliche Lebensstiländerungen und politische Strukturveränderungen gehören zusammen." Es brauche daher auch finanziell schmerzhafte Strafen für Umweltsünden, so Rosenberger: "Spürbare Ökosteuern sind zwingend notwendig."

 

Gerade in kirchlichen Kreisen erlebe er es immer wieder, dass "Schöpfungsverantwortung nur bis zum Rand des Mülleimers" reiche, d.h. dass sie "jenseits der eigenen Dorf- oder Regionsgrenzen" endet. Dabei sei Schöpfungsverantwortung keine Haltung, "von der 'a bissi' genügt", so Rosenberger in seinem in sechs Thesen verfassten "Zwischenruf".

 

In dem Maße, wie sich Schöpfungsverantwortung am Ruf Jesu zur Umkehr orientiere, sei sie "radikal" und insofern immer auch politisch. Auch dürfe sie sich nicht "von der emotionslosen Vernunft einschläfern lassen", die dem Menschen einflüstere, dass alles nur halb so schlimm sei. Zugleich warnte Rosenberger aber vor jeder Form "schöngeistiger Naturromantik", die in dem Begriff ebenfalls mitschwinge: Christliche Schöpfungsverantwortung dürfe "vor der gekreuzigten Schöpfung nicht die Augen verschließen".

 

Minister Rupprechter: Schöpfung bewahren ist biblischer Auftrag

 

In der selben Ausgabe der Zeitschrift "miteinander" hat sich auch Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter in einem Gastkommentar zu Wort gemeldet. Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind nicht allein politische Ziele, sondern letztlich im Glauben begründet, schreibt er darin. Der Einsatz für eine intakte Umwelt im Interesse auch der "nachkommenden Generationen" brauche ein "stabiles Wertefundament, an dem sich unsere Gesellschaft als Einheit und als Individuum orientieren kann".

 

Ein solches Fundament biete etwa der Glauben, so Rupprechter unter Verweis auf Papst Franziskus. Dieser mache in "beeindruckender Weise" deutlich, dass der Mensch gerufen sei, verantwortlich zu handeln, und zugleich selbst als Teil der Schöpfung Schutz brauche. Dieser Gedanke der Solidarität sei letztlich in der "christlichen Soziallehre" verankert, so Rupprechter, die eine weiterhin "starke und positive Kraft in unserer Gesellschaft" darstelle: "Solidarität und Nächstenliebe haben im Zusammenhang mit der Schöpfung eine enorme Bedeutung und zeigen die Verantwortung jedes Einzelnen auf."

 

Auf dieser Basis christlicher Soziallehre verstehe er auch sein politisches Amt, so Rupprechter, wenn er Nächstenliebe und Solidarität politisch auslege: "In meinem politischen Tun sind Sie mein Nächster (...). Lassen Sie mich aber bitte auch Ihr Nächster sein, indem Sie aktiv beim Schutz unserer Natur und Umwelt mittun".

 

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "miteinander" widmet sich unter dem Titel "Erschöpfung" den Fragen des Umweltschutzes und des nachhaltigen Lebensstils.

 

Infos: www.miteinander.at

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