Mittwoch 1. März 2017
23. September 2014

"Jahr der Orden 2015"

Ordensgemeinschaften wollen mit einem vielfältigen Programm das Ordensleben in Österreich bekannter machen - Neue Initiative: "Mittwoch ist Ordenstag".

Das Jahr 2015 wurde von Papst Franziskus als "Jahr des geweihten Lebens" ausgerufen. Die heimischen Ordensgemeinschaften greifen diese Initiative auf und wollen mit einem vielfältigen Programm und zahlreichen Aktionen das Ordensleben in Österreich noch bekannter machen. Sr. Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreich, Abtpräses Christian Haidinger, Vorsitzender der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs, und Elisabeth Plach, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Säkularinstitute, präsentierten am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien erste Eckpunkte der kommenden Aktivitäten.

 

"Geweihtes Leben" meine die ungeteilte Hingabe an eine Aufgabe in der Verbundenheit mit einer Gemeinschaft nach den evangelischen Räten der Ehelosigkeit, der Armut und Einfachheit und des Gehorsams im Dialog, so Sr. Mayrhofer: "Es geht immer um die Lebenshingabe an Gott." In den rund 200 Frauen- und Männerorden und ihren vielfältigen Werken wie Ordensschulen, Ordensspitälern, Sozial- und Kultureinrichtungen sowie in internationalen Werken sei diese Lebenshingabe Realität.

 

Ordensleute würden dorthin gehen, wo sie niemand erwartet, "wo niemand mit ihnen rechnet, an Orte und Plätze, die nicht unsere sind", sagte Abtpräses Haidinger. Die Orden würden ihre Stimme für Hilflose erheben, seien es Pflegebedürftige, Asylwerber, Alleinerzieher oder von Menschenhandel und Prostitution betroffene Frauen.

 

Eröffnet wird das "Jahr der Orden 2015" bei der Herbsttagung der Orden am 25. November im Wiener Kardinal König Haus. Es endet mit dem Ordenstag 2015 Ende November. Ein Schwerpunkt im kommenden Ordensjahr: "Mittwoch ist Ordenstag". Die heimischen Ordensgemeinschaften werden jeden Mittwoch mit besonderen Aktionen österreichweit präsent sein. Das können Klosterführungen, öffentliche Vorträge oder auch überraschende Besuche von Ordensleuten in anderen Einrichtungen oder auf öffentlichen Plätzen sein. Am genauen Programm wird derzeit noch gearbeitet.

 

Eine weitere Initiative: "sie BITTEN/wir BETEN". Vor allem zurückgezogene kontemplative Orden wollen künftig die Menschen noch stärker einladen, ihnen ihre Sorgen und Nöte zukommen zu lassen, die die Ordensleute dann im Gebet zu Gott vorbringen.

 

Weiters geplant sind u.a. ein Videowettbewerb für Jugendliche sowie diverse Sonderpublikationen. Darunter auch - erstmals in Österreich - ein Ordenskalender 2015, der alle Feste und Gedenktage der rund 200 Orden in Österreich enthält.

 

Zwei Projekte wollen die Ordengemeinschaften im kommenden Jahr besonders fördern. Junge Leute, die einen Sozialeinsatz im Ausland absolvieren, sollen finanziell unterstützt werden, und die Initiative "Solwodi" soll ausgebaut werden.

 

Der Verein "Solwodi" (Solidarity with Women in Distress/Solidarität mit Frauen in Not), der in Wien eine Schutzwohnung für ehemalige Prostituierte und Opfer von Menschenhandel betreibt, wird von sechs heimischen Frauenorden getragen. In Innsbruck soll nun eine weitere Schutzwohnung entstehen, einige weitere wären dringend notwendig, so Sr. Mayrhofer: "Wir Ordensfrauen solidarisieren uns mit diesen ausgebeuteten Frauen."

 

In Österreich gibt es derzeit 115 weibliche und 85 männliche Ordensgemeinschaften. Rund 3.950 Ordensfrauen, 1.500 Ordenspriester und 450 Ordensbrüder wirken im Land. Die 234 Ordensschulen werden von rund 50.000 Schülerinnen und Schülern besucht, in den 30 Ordensspitälern werden jährlich rund 515.000 Patienten betreut. Es gibt 500 heimische Ordensarchive bzw. -Bibliotheken mit vier Millionen Büchern. Der Gesamtbestand macht rund 30.000 Regallaufmeter aus.

 

Eine Besonderheit stellen die sogenannten Säkularinstitute dar. Mitglieder eines Säkularinstituts leben nicht in einer klösterlichen Gemeinschaft sondern "mitten in der Welt". "Wir versuchen das Vorbild Jesu nachzuahmen; wo wir sind, Gottes Liebe für andere spürbar zu machen", so Elisabeth Plach, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Säkularinstitute. "Als Laien sind wir eingebunden in das Berufsleben, in verschiedene Milieus, wir leben in voller Eigenverantwortung. Es geht uns um das gelebte Zeugnis, Christ zu sein unter den Bedingungen der heutigen Gesellschaft und Kultur. Wir sind offen für alle Fragen und Probleme unserer Zeit und engagieren uns in vielen gesellschaftlichen Bereichen."

 

Die Mitglieder eines Säkularinstituts leben nach den evangelischen Räten von Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. In regelmäßigen Kontakten untereinander und gemeinsamen Treffen zur geistlichen Erneuerung stärken sich die Mitglieder gegenseitig in ihren Aufgaben.

 

Derzeit gibt es zehn Säkularinstitute in Österreich, denen 236 Frauen und ein Mann angehören. Auch die Säkularinstitute werden sich intensiv am "Jahr der Orden 2015" beteiligen, kündigte Plach an.

 

Alle Initiativen rund um das Jahr der Orden werden in einigen Wochen unter der Website www.jahrderorden.at abrufbar sein.

 

Infos: (www.ordensgemeinschaften.at bzw. www.saekularinstitute.at)

 

O-Töne vom Pressegespräch sind in Kürze unter www.kathpress.at/audio abrufbar.



Quelle: kathpress
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