Wednesday 1. June 2016
02. October 2014

"Synode wird Nagelprobe für Kirche und Papst"

Feldkircher Bischof Elbs im "Kathpress"-Gespräch: Familie unterliegt einem rasanten Wandel - Plädoyer für Perspektivenwechsel bei wiederverheirateten Geschiedenen.

Die kommende außerordentliche Bischofssynode im Vatikan zu Ehe- und Familienfragen (5. bis 19. Oktober) wird nichts weniger als eine "Nagelprobe für die Kirche und den Papst": Das hat der Feldkircher Bischof Benno Elbs im Gespräch mit "Kathpress" unterstrichen. Die Fragen einer zeitgemäßen Familienpastoral brennen unter den Nägeln, so der Bischof, der u.a. auch als Familientherapeut tätig ist. Schließlich umfasse die Familie "alle Dimensionen des menschlichen Lebens" und verändere sich heute gemeinsam mit der gesamten Gesellschaft "rasant".

 

Das Gelingen der Synode werde daran hängen, ob es der Kirche gelinge, den Menschen künftig "auch in schweren Lebenssituationen nahe zu sein". In dieser Hinsicht müsse die Kirche "Vertrauen zurückgewinnen", so der Feldkircher Bischof. Zugleich warnte auch Elbs vor einer Verengung der Erwartungen an die Synode auf die bekannten "heißen Eisen" wie etwa den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen: Es sei schon viel erreicht, wenn es der Synode gelinge, "die Familie insgesamt in ihrem rasanten Wandel neu in den Fokus zu rücken". Schließlich seien intakte Familien "die Grundlage jeder gesunden Gesellschaft".

 


Bischof Elbs über seine Erwartungen an die kommende Synode


 

Die Familie sehe sich heute zahlreichen Problemen und Infragestellungen ausgesetzt, so der Bischof weiter; dazu zähle nicht nur die wirtschaftliche bzw. finanzielle Frage und damit verbunden jene nach der Kinderbetreuung, sondern auch die Generationenfrage und die Frage, wie Familien zu "spirituellen und religiösen Lernorten" werden können. "Die Eltern haben ihre Kinder in die Welt begleitet - heute stehen wir aber vor der Aufgabe, dass Kinder immer häufiger ihre Eltern im Alter begleiten müssen." Dies bringe enorme Belastungen für die Familien mit sich, so Elbs.

 

Im Blick auf das medial im Vorfeld der Synode hoch gehängte Thema des kirchlichen Umgangs mit wiederverheirateten Geschiedenen plädierte Elbs für einen Perspektivenwechsel: Die Unauflöslichkeit der Ehe stehe nicht zur Disposition, unterstrich Elbs, es gebe jedoch Veränderungsbedarf bei der kirchlichen Haltung den Betroffenen gegenüber. So dürfe nicht mehr die moralische Verfehlung im Fokus stehen, vielmehr sollte die Kirche unter den Leitbegriffen "Nähe und Barmherzigkeit" die Betroffenen auf ihrem Weg begleiten. "Die Kirche darf sich nicht gerade dann von den Familien abwenden, wenn Scheitern, Probleme und Not drohen", mahnte der Bischof.

 

Zu diesem Perspektivenwechsel gehöre auch, die Gewissensentscheidung des Einzelnen zu respektieren: "Wenn man das Gewissen und die reife Gewissensentscheidung des Einzelnen ernst nimmt, muss man in der pastoralen Praxis von Generallösungen Abstand nehmen". Dies entspreche auch der Praxis Jesu, erinnerte Elbs etwa an das Gleichnis vom verlorenen Schaf. Die sakramentale, unauflösliche Ehe sei Ziel und "Verheißung" zugleich, so der Bischof. Wo dieses Ziel jedoch nicht voll erreicht werde, dürfe die Kirche nicht sogleich nach der Schuld des Scheiterns fragen. Vielmehr gelte es, den Betroffenen nah zu sein - auch in der Sakramentenpastoral: "Sakramente sind Heilmittel und weder Belohnung noch Mittel der Disziplinierung. Daher muss man im Einzelfall auch die Einzelperson mit den Sakramenten stärken können."


Quelle: kathpress
comments powered by Disqus
Fotogalerien zurück #weiter#
Bischofskonferenz
Frühjahrsvollversammlung 2016
Kinderkampagne 2016
Franziskus in Mexiko
Impressionen
Dankgottesdienst
Bischof Ludwig Schwarz
Neuer Bischof von Linz
Amtseinführung: Bischof Scheuer
Videos zurück #weiter#
image
Kurz erklärt: Fronleichnam
image
Was ist der Heilige Geist?
image
Pfingsten
Geburtstag der Kirche
image
Cultus: Pfingsten
Der Feiertag im Kirchenjahr
image
Die Würde der Frau
Gebetsanliegen des Papstes
Audio zurück #weiter#
Nach der Wahl
Aufruf von Kardinal Schönborn
Literatur & Religion
Poetikdozentur an der Uni Wien
Fastenegdanken
26. März | Kardinal Christoph Schönborn
Fastengedanken
24. März | Bischof Michael Bünker
Fastengedanken
24. März | Dompfarrer Toni Faber
Tipps zurück #weiter#
Radiogottesdienst
So., 29.5. | 10:00 | ÖR
Radiogottesdienst
Do., 26.5. | 10:00 | ÖR
FeierAbend
Do., 26.5. | 19:52 | ORF 2
Radiogottesdienst
So., 15.5. | 10:00 | ÖR
Das Vermächtnis der ersten Christen
Mo., 16.5. | 19:25| ORF III
Woanders zurück #weiter#
Mai 2016
Die katholisch.at-Presseschau
April 2016
Die katholisch.at-Presseschau
März 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Februar 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Jänner 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Blogportal
Paul Wuthe | 11.05.2016

„Amoris Laetitia“ – lesen und leben

„Was will Papst Franziskus mit seinem neuen Familiendokument von der Kirche?“...
Der Redaktionsblog | 09.04.2016

Herausforderung " Einfachheit"

Jetzt ist es da, das mit Spannung erwartete postsynodale Schreiben „Amoris...
Georg Plank | 23.03.2016

Wie hat Jesus in Gethsemani gebetet?

Ich staunte, als ich in Sant`Apollinare Nuovo in Ravenna das Mosaik des...
Kalender
01.06.2016
"Tag des Lebens"
01.06.2016 | 09:00 | Graz
Handarbeitsrunde
Jeden Mittwoch um 9:00 Uhr in der Bibliothek. mehr »
01.06.2016 | 13:00 | Graz
Tag des Lebens 2016
Medienreferat der
Österreichischen
Bischofskonferenz

Stephansplatz 4/6/1
A-1010 Wien
©2016 Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz. Alle Rechte vorbehalten.
http://www.katholisch.at/
Darstellung: