Sonntag 25. Juni 2017
22. Oktober 2014

Hohe Ehrung für Innsbrucker Theologen

Vorarlberger Mathias Moosbrugger erhielt von Bundespräsident Heinz Fischer bereits den zweiten Ehrenring für herausragende Doktorarbeit.

Eine außergewöhnliche akademische Ehrung ist dem Vorarlberger Historiker und Theologen Mathias Moosbrugger zuteil geworden: Am Montag wurde er an der Universität Innsbruck "sub auspiciis" promoviert. Das besondere dabei: Die Auszeichnung in Form eines Ringes für eine herausragende Arbeit wurde ihm bereits zum zweiten Mal von Bundespräsident Heinz Fischer verliehen. Nach einer historischen Doktorarbeit im Jahr 2009 promovierte Moosbrugger heuer in katholischer Theologie mit einer bereits mehrfach durch Fachpreise ausgezeichneten Arbeit über die Theologie des verstorbenen Innsbrucker Dogmatikers Raymund Schwager.


Bundespräsident Fischer unterstrich die Besonderheit des Ereignisses: Es gebe nur wenige Personen in der Geschichte der Republik, die zweimal "sub auspiciis" promoviert hätten. Neben dem Geehrten selbst habe auch dessen Umfeld einen großen Anteil an diesem Erfolg, meinte Fischer in Richtung der Eltern Moosbruggers. Zugleich betonte Fischer die Bedeutung der Wissenschaft für die Gesellschaft. Je höher der Stellenwert der Wissenschaft sei, umso leichter würden sich auch Werthaltungen durchsetzen lassen.


Betreut wurde die Arbeit vom Innsbrucker Dogmatiker Jozef Niewiadomski. In seiner Laudatio zeigte sich Niewiadomski stolz, Moosbrugger als Schüler gehabt zu haben - dies sei für ihn "zu einem Stück Gnadenerfahrung" geworden, so Niewiadomski. Zugleich würdigte er die wissenschaftliche Kompetenz und Vielfalt Moosbruggers auf historischem wie auf theologischem Gebiet. Seit vielen Jahren habe Moosbrugger sich u.a. durch eine akribische Katalogisierung und Aufarbeitung des Nachlasses des 2004 verstorbenen Raymund Schwager bewährt. Zugleich habe er herausragende editorische Arbeiten vorgelegt, etwa in der Konzeption und Herausgabe der Gesammelten Schriften Schwagers, die im Herder-Verlag erschienen.


Die Thematik seiner nun ausgezeichneten Arbeit unter dem Titel "Die Rehabilitierung des Opfers. Zum Dialog zwischen Rene Girard und Raymund Schwager über die Angemessenheit der Rede vom Opfer im christlich-theologischen Kontext" sei hochgradig aktuell, so Niewiadomski weiter: "Das Problem der Ambivalenz des Opfers" sowie die "für jede Gesellschaft überlebensnotwendige Mentalität des Engagements, des Verzichts, schlicht und einfach der Proexistenz" seien tiefschürfend theologisch aufgearbeitet worden. Damit habe Moosbrugger einen Beitrag geleistet zu einer zentralen Frage der Gegenwart: "die Frage einer neuen - positiv gewendeten - Integration der Religion im öffentlichen Bereich", so Niewiadomski.


Von 2002 bis 2005 studierte der 1982 in Au im Bregenzerwald geborene Wissenschafter Geschichte und Sozialkunde sowie Religionspädagogik an der Universität Innsbruck. 2006 begann er sein Doktoratsstudium im Fach Geschichte, das er 2009 mit einer Arbeit zum Thema "Untersuchungen zur Verfassungsgeschichte des Hinteren Bregenzerwaldes. Strukturgeschichtliche Bewegungen vom Mittelalter zur Neuzeit" beendete.


Im November 2012 folgte der Abschluss seines zweiten Dissertationsprojekts im Fach Theologie, in dem er sich mit dem Dialog zwischen Rene Girard und Raymund Schwager um die Angemessenheit der Rede vom Opfer im christlichen Kontext beschäftigte. Seit September 2014 absolviert Moosbrugger sein Pastoraljahr im Seelsorgeraum Allerheiligen - Kranebitten und hat im laufenden Semester auch einen Lehrauftrag am Institut für Systematische Theologie an der Universität Innsbruck.


Um "sub auspiciis Praesidentis rei publicae" - d.h. "unter den Auspizien des Bundespräsidenten" - zu promovieren, sind ein sehr guter Erfolg in allen Oberstufenklassen, eine Matura mit Auszeichnung, ein "Sehr Gut" auf sämtliche Teilprüfungen der Diplom- bzw. Bachelor- und Masterprüfungen sowie beim Rigorosum und Bestbeurteilungen bei der Diplom- bzw. Masterarbeit und Dissertation notwendig. Zudem muss der Absolvent an der Hochschule sowie im Privatleben einen tadellosen Lebenswandel aufweisen.


Quelle: Kathpress

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