Freitag 23. Juni 2017
21. Oktober 2014

Synode: Bischöfe ziehen Positiv-Bilanz

Scheuer: "Wahrnehmen der Realität ohne Scheuklappen" gelungen - Kapellari: Entkrampfung und Differenzierung - Elbs: Richtung stimmt.

Zufrieden haben Österreichs Bischöfe auf Verlauf und Ergebnis der am Sonntag zu Ende gegangenen Sondersynode im Vatikan zu Ehe und Familie reagiert. Von einem "äußerst hoffnungsvollen Signal" sprach der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer: Die Synode sei ein "Wahrnehmen der Realität ohne Scheuklappen" gewesen, mit "großer Sympathie für die Familien, aber auch für jene, die darin verletzt worden sind, gescheitert sind und neu begonnen haben", so der Bischof am Dienstag in einer Stellungnahme. Für Europas Kirche sah Scheuer zugleich einen "Lernprozess, dass unsere Probleme, Vorstellungen, Erfahrungen und (Un-)Werte nicht das Maß aller Dinge sind."

 

Vieles, was die Bischofssynode ausgelöst und begleitet habe, sehe er grundsätzlich positiv, betonte Scheuer: "Es sind sehr viele einzelne Personen und Gruppen im Vorfeld einbezogen worden." Positiv beurteilte der Bischof auch die Bemühungen, "die Lebenswirklichkeit von Ehe und Familie wahrzunehmen, ohne gleich zu verurteilen, ohne einzugrenzen oder von vornherein negativ zu betrachten".

 

Hinsichtlich des Verlaufs der Synode hob Bischof Scheuer die "Freiheit der Rede" und die "kontroverse Streitkultur" hervor. Hätte es auch Versuche gegeben, "bestimmte Positionen mit Macht durchzusetzen", sei die Einladung des Papstes zu Offenheit der Rede "ein Gut, hinter das man bei einer Synode in Zukunft nicht mehr zurückgehen kann".

 

Bei Spannungen und kontroversen Fragen gehe es um die grundlegendere Frage nach einem Gelingen des Lebens in Ehe und Beziehung, nicht um Gegensätze wie liberal und konservativ, betonte der Innsbrucker Bischof. Es gehe um die Fragen "was führt zu massiven Verletzungen und wie können wir als Kirche die Botschaft des Evangeliums, zu der auch Verzeihen, Versöhnung und Barmherzigkeit aber auch Opfer und Treue gehören, heute vermitteln."

 

Auf Fragen wie die Sakramentenspendung an wiederverheiratet Geschiedene oder zum Umgang mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen habe die Synode keine Antworten gefunden, die eine notwendige Zweidrittelmehrheit gebracht hätten, hielt Scheuer fest. "Es hat umgekehrt aber auch keine Entscheidung gegeben, die alle Türen zugesperrt hätte." Die Synode habe unterstrichen, "dass Christus gewollt hat, dass die Kirche ein Haus mit stets offenen, einladenden Türen ist, ohne irgendjemanden auszuschließen". Die Kirche werde sich nun im Jahr vor der ordentlichen Synode weiter intensiv damit auseinandersetzen.

 

Kapellari: Entkrampfung in Sicht

 

Der Grazer Bischof Egon Kapellari erklärte, dass die soeben beendete außerordentliche Synodensitzung gemeinsam mit dem ordentlichen Treffen im kommenden Jahr die Weltkirche "als große Einladung im Namen Jesu Christi gewiss verstehbarer machen" werde. Das Ergebnis sei noch offen, wobei man schon jetzt absehen könne, dass man es "nicht allen recht machen" werde. Zuversichtlich zeigte sich Bischof Kapellari jedoch dahingehend, dass dabei vieles "differenziert und entkrampft" werden könne.

 

Elbs: Richtige Richtung

 

Vorsichtig zufrieden äußerte sich der Vorarlberger Bischof Benno Elbs: Die "Richtung der Diskussionen" stimme, wenngleich die von ihm erhoffte "Wende" durch die diesjährige Synode noch nicht geschafft sei. Gerade in den empfindlichen Themen habe die Bischofssynode die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit schließlich nicht erreicht. Elbs verwies zudem auf das Treffen der österreichischen Bischofskonferenz im November, die Themen der Sondersynode ebenfalls diskutieren werde.

 

Quelle: Kathpress

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