Donnerstag 30. März 2017
21. Oktober 2014

Synode: Bischöfe ziehen Positiv-Bilanz

Scheuer: "Wahrnehmen der Realität ohne Scheuklappen" gelungen - Kapellari: Entkrampfung und Differenzierung - Elbs: Richtung stimmt.

Zufrieden haben Österreichs Bischöfe auf Verlauf und Ergebnis der am Sonntag zu Ende gegangenen Sondersynode im Vatikan zu Ehe und Familie reagiert. Von einem "äußerst hoffnungsvollen Signal" sprach der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer: Die Synode sei ein "Wahrnehmen der Realität ohne Scheuklappen" gewesen, mit "großer Sympathie für die Familien, aber auch für jene, die darin verletzt worden sind, gescheitert sind und neu begonnen haben", so der Bischof am Dienstag in einer Stellungnahme. Für Europas Kirche sah Scheuer zugleich einen "Lernprozess, dass unsere Probleme, Vorstellungen, Erfahrungen und (Un-)Werte nicht das Maß aller Dinge sind."

 

Vieles, was die Bischofssynode ausgelöst und begleitet habe, sehe er grundsätzlich positiv, betonte Scheuer: "Es sind sehr viele einzelne Personen und Gruppen im Vorfeld einbezogen worden." Positiv beurteilte der Bischof auch die Bemühungen, "die Lebenswirklichkeit von Ehe und Familie wahrzunehmen, ohne gleich zu verurteilen, ohne einzugrenzen oder von vornherein negativ zu betrachten".

 

Hinsichtlich des Verlaufs der Synode hob Bischof Scheuer die "Freiheit der Rede" und die "kontroverse Streitkultur" hervor. Hätte es auch Versuche gegeben, "bestimmte Positionen mit Macht durchzusetzen", sei die Einladung des Papstes zu Offenheit der Rede "ein Gut, hinter das man bei einer Synode in Zukunft nicht mehr zurückgehen kann".

 

Bei Spannungen und kontroversen Fragen gehe es um die grundlegendere Frage nach einem Gelingen des Lebens in Ehe und Beziehung, nicht um Gegensätze wie liberal und konservativ, betonte der Innsbrucker Bischof. Es gehe um die Fragen "was führt zu massiven Verletzungen und wie können wir als Kirche die Botschaft des Evangeliums, zu der auch Verzeihen, Versöhnung und Barmherzigkeit aber auch Opfer und Treue gehören, heute vermitteln."

 

Auf Fragen wie die Sakramentenspendung an wiederverheiratet Geschiedene oder zum Umgang mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen habe die Synode keine Antworten gefunden, die eine notwendige Zweidrittelmehrheit gebracht hätten, hielt Scheuer fest. "Es hat umgekehrt aber auch keine Entscheidung gegeben, die alle Türen zugesperrt hätte." Die Synode habe unterstrichen, "dass Christus gewollt hat, dass die Kirche ein Haus mit stets offenen, einladenden Türen ist, ohne irgendjemanden auszuschließen". Die Kirche werde sich nun im Jahr vor der ordentlichen Synode weiter intensiv damit auseinandersetzen.

 

Kapellari: Entkrampfung in Sicht

 

Der Grazer Bischof Egon Kapellari erklärte, dass die soeben beendete außerordentliche Synodensitzung gemeinsam mit dem ordentlichen Treffen im kommenden Jahr die Weltkirche "als große Einladung im Namen Jesu Christi gewiss verstehbarer machen" werde. Das Ergebnis sei noch offen, wobei man schon jetzt absehen könne, dass man es "nicht allen recht machen" werde. Zuversichtlich zeigte sich Bischof Kapellari jedoch dahingehend, dass dabei vieles "differenziert und entkrampft" werden könne.

 

Elbs: Richtige Richtung

 

Vorsichtig zufrieden äußerte sich der Vorarlberger Bischof Benno Elbs: Die "Richtung der Diskussionen" stimme, wenngleich die von ihm erhoffte "Wende" durch die diesjährige Synode noch nicht geschafft sei. Gerade in den empfindlichen Themen habe die Bischofssynode die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit schließlich nicht erreicht. Elbs verwies zudem auf das Treffen der österreichischen Bischofskonferenz im November, die Themen der Sondersynode ebenfalls diskutieren werde.

 

Quelle: Kathpress

comments powered by Disqus
Fotogalerien zurück #weiter#
Bischöfe in Vorarlberg
Frühjahrsvollversammlung 2017
Bischof Scheuer im Irak
70 Jahre Kathpress
Festakt mit Promi-Faktor
Franziskus wird 80
Pressekonferenz Biko 2016
Schönborn & Bünker
Videos zurück #weiter#
image
The Story of Mary's Meals
image
Kreuzwegandacht 2017
image
Pressekonferenz
Bischofskonferenz 2017
image
Papst: Gebetsmeinungen
März 2017
image
Davids Harfe
Fastentuch von Lisa Huber
Audio zurück #weiter#
"Kein Wahlkampfmodus"
Landau zur Kritik an NGOs
Interreligiöser Dialog
Statement von Kardinal Schönborn
Fischer predigt
Ehemaliger Bundespräsident
Kardinal Schönborn
Wissenschaft und Glaube
"Wir brauchen das Ehrenamt"
Freiwilligenmesse-Initiator Walk
Tipps zurück #weiter#
Radiogottesdienst
So., 2.4. | 10:00 | ÖR
Orientierung
So., 2.4. | 12:30 | ORF 2
Ordens-ABC
Die Ordensgemeinschaften Österreichs im Überblick
Woanders zurück #weiter#
März 2017
Die katholisch.at-Presseschau
Februar 2017
Die katholisch.at-Presseschau
Jänner 2017
Die katholisch.at-Presseschau
Dezember 2016
Die katholisch.at-Presseschau
November 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Blogportal
Ulrike Hofstetter | 28.12.2016

Mundgerechte Happen - schwer verdaulich

Meine Freundin Frieda hat jetzt eine neue App auf ihrem Handy. Eine Bibel App.
Paul Wuthe | 14.12.2016

Katholische Kirche Anno Domini 2016

Ökumene, Familie, Flüchtlinge, Barmherzigkeit und Kirchenreform - die großen...
Paul Wuthe | 28.11.2016

Bundespräsidentenwahl mit zwiespältigen religiösen Signalen

Keine Wahlempfehlung, aber der Versuch einer Einordnung einer...
Kalender
30.03.2017 | 06:30 | Vorarlberg, Ziste...
"Kirche und Kommunikation" - Wertschätzendes Miteiander -...
30.03.2017 | 09:00
Das unsichtbare Netz
Wenn wir unsere Rollen klären, wissen wir, wo wir bei Schwierigkeiten ansetzen müssen und können... mehr »
30.03.2017 | 17:00 | Graz
50 Jahre Institut für Ökumenische Theologie Graz / 30...
Medienreferat der
Österreichischen
Bischofskonferenz

Stephansplatz 4/6/1
A-1010 Wien
©2017 Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz. Alle Rechte vorbehalten.
http://www.katholisch.at/
Darstellung: