Donnerstag 30. März 2017
03. November 2014

"Armut ist Alarmsignal an ganze Gesellschaft"

Bischof in "Steiermark heute"-Interview: Alle, inklusive der Kirche, sind gerufen, gegen Armut zu arbeiten.

Als "Alarmsignal an die ganze Gesellschaft" hat Bischof Egon Kapellari die steigende Armut in Österreich bezeichnet. Alle, inklusive der Kirche, seien gerufen, dagegen zu arbeiten, so der Bischof zu Allerheiligen in der ORF-Sendung "Steiermark heute". Die Kirche tue viel, könne aber nicht alles machen: "Die Caritas setzt uns auch Brillen auf um besser zu sehen, zu helfen und Solidarität zu erzeugen".


Kapellari äußerte sich auch zur jüngsten außerordentlichen Bischofssynode und bezeichnete sie als "Generalprobe" für die Synode im nächsten Jahr. Es habe keine Entscheidungen sondern Abstimmungen gegeben, um Überzeugungen zu ordnen. Es gehe um die Zukunft der Menschheit. Familie und Ehe seien "umgreifende Netze für die Kinder jeder Generation". Das Prinzip der Familie und der Ehe sah Bischof Kapellari nicht nur für die Kirche sondern für die ganze Gesellschaft als wichtiges Instrument an.


Zum Thema Sterben und Tod sagte der steirische Diözesanbischof: "Wir sind in unserer Essenz unsterblich". Im Tod komme der Mensch nicht nur vor Gott, sondern auch vor sich selbst: "Dabei sieht der Mensch was ihm gelungen ist und auch was ihm nicht gelungen ist. Er wird von der Gnade befähigt sich selbst zu verzeihen und sich endgültig im Fragment seines Lebens anzunehmen". Das bedeute nicht Furcht sondern "getröstet sein", aber nicht aus eigener Leistung, so Kapellari.


Im Neuen Testament heiße es, "Gott ist Liebe". "Das heißt aber nicht, dass es ein harmloser, lieber Gott ist, der alles zukleistert was wir falsch gemacht haben sondern der uns hilft, uns anzunehmen und uns zu verzeihen und andere zu bitten, uns auch zu verzeihen. Gott verzeiht dann alles zusammenfassend und segnet das Fragment unseres Lebens, wenn es im Tode angekommen ist".


Auf seine Ablöse als steirischer Diözesanbischof angesprochen, meinte Kapellari, er warte mit "aktiver Geduld" darauf. Es werde nicht mehr "sehr lange dauern", heuer werde er aber noch an keinen Nachfolger übergeben können. Die lange Zeit sei "eine Ausnahme im ganzen Episkopat Europas", so Kapellari zu seiner Amtszeit als Bischof.


Quelle: Kathpress

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