Mittwoch 18. Januar 2017
28. November 2014

"Die Katholiken aus ihrer Lethargie reißen"

KAÖ-Präsidentin Schaffelhofer nach Begegnung mit Franziskus in Rom: "Laien wollen Reformweg des Papst "mit aller Kraft unterstützen".

Von Papst Franziskus gehen Impulse aus, "auch uns Katholiken in Österreich, die wir oft müde und frustriert sind, aus der Lethargie zu reißen": Mit diesen Worten hat die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), Gerda Schaffelhofer, Bilanz über ihre jüngste Begegnung mit dem Papst in Rom gezogen. "Wer Franziskus hautnah erlebt, sieht, wie viele Herzen und Türen er öffnen kann", sagte sie in einer Aussendung am Freitag. "Die offensichtliche Freude des Papstes am Evangelium, seine Lust am Glauben und seine Nähe zu den Menschen beeindrucken und inspirieren". Es liege "an uns Laien", den Reformweg von Franziskus mit aller Kraft zu unterstützen, und wir müssen dafür noch einiges mehr an Phantasie und Kreativität entwickeln".

 

Die KAÖ-Präsidentin und "Styria"-Verlegerin hatte bei der Generalaudienz am Mittwoch dem Papst das Buch "Gebete für Papst Franziskus" überreicht, in dem Beiträge von mehr als 130 Autoren - unter ihnen auch eine Reihe von Mitgliedern der Katholischen Aktion - versammelt sind. "Der Papst nahm das Buch mit wirklicher Freude entgegen und hat auf Deutsch mehrfach gesagt: 'Ich brauche das! Ich brauche das!' Und wenn man in seine Augen geblickt hat, hat man auch gespürt, dass er das nicht nur aus Höflichkeit sagt, sondern zutiefst meint."

 

In Rom führten Schaffelhofer und KAÖ-Generalsekretär Josef Pumberger auch Gespräche mit weiteren hochrangigen Vatikanvertretern und kirchlichen Persönlichkeiten, u.a. mit Kardinal Walter Kasper, mit dem Sekretär des Päpstlichen Laienrates, Bischof Josef Clemens, dem österreichischen Botschafter am Heiligen Stuhl, Alfons Kloss, sowie dem Rektor des Päpstlichen Instituts Santa Maria dell'Anima, Franz Xaver Brandmayer.

 

Viel an positiver Stimmung und Aufbruch in der Weltkirche sei dabei spürbar geworden, resümierte Schaffelhofer. Ihre Erkenntnis für Österreich: "Wenn uns die Anliegen und Reformbestrebungen von Papst Franziskus ein Anliegen sind, dann dürfen wir nicht nur zusehen und abwarten, sondern müssen uns auch als Laien höchst aktiv in diesen Prozess einbringen." Es gebe zwar "auch Widerstände und Bedenken" gegen Inhalt bzw. Tempo der vom Papst eingeleiteten Erneuerungen, "gleichzeitig zweifelt aber niemand daran, dass Papst Franziskus entschlossen und konsequent den von ihm eingeschlagenen Weg fortsetzen wird."

 

Reformen in Beziehungsfragen notwendig

 

Eine nächste wichtige Etappe werde die Familiensynode im Herbst 2015 sein. Schaffelhofer wies - wie sie betonte - in allen Gesprächen darauf hin, dass dabei neue Weichenstellungen für den Umgang mit den wiederverheirateten Geschiedenen erwartet werden. Auch die derzeitige Praxis der Empfängnisverhütung, vor allem der Widerspruch zwischen gelebter Realität und kirchlicher Lehre, schade der Glaubwürdigkeit der Kirche und müsse neu aufgegriffen werden.

 

Laien würden künftig im Leben und Wirken der Kirche immer wichtiger werden, so die KAÖ-Präsidentin. Um mehr Aufgaben übernehmen zu können seien neue Formen der Aus- und Weiterbildung für Laien zu entwickeln. "Wenn das dritte christliche Jahrtausend - wie manche Gesprächspartner in Rom gemeint haben - das Jahrtausend der Laien sein wird, ist es an der Zeit, ein neues Modell gemeinsamer Verantwortung von Klerikern und Laien, Frauen und Männern in der Kirche zu entwickeln und zu verankern", sagte Schaffelhofer. Nachsatz: "Wovor sollen wir uns fürchten? Der Papst fürchtet sich offensichtlich nicht!"


Quelle: Kathpress

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