Donnerstag 30. März 2017
15. Juli 2015

Mehr Einsatz gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution

Ordensgemeinschaften in Oberösterreich planen zu Tabuthema neue Initiativen

Die Ordensgemeinschaften in Oberösterreich verstärken ihr Engagement gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution. Sr. Maria Schlackl von den Salvatorianerinnen und P. Hans Eidenberger von den Marianisten sollen künftig innerhalb der Ordensgemeinschaften über die Problematik informieren und zum Engagement anregen. Das haben die heimischen Ordensgemeinschaften auf ihrer Website (www.ordensgemeinschaften.at) mitgeteilt.

 

Eine breit aufgestellte Projektgruppe soll sich zudem gemeinsam mit den beiden Beauftragten des Tabuthemas annehmen. Auch über die Orden hinausgehende Institutionen, Entscheidungsträger oder Bildungseinrichtungen sollen einbezogen werden.

 

Am 14. Oktober ist in Linz eine Tagung geplant, bei der sich die Ordensleute mit den Themen Menschenhandel und Zwangsprostitution auseinandersetzen und auch eigene Initiativen planen wollen. Sr. Schlackl: "Es könnte eine große Wirkkraft von uns Ordensgemeinschaften ausgehen. Es geht darum, Menschenwürde im Zusammenhang mit Menschenhandel in die Mitte eines Prozesses zur Bewusstseinsbildung zu stellen." Einige Fragen, mit denen sich die Ordensleute laut Schlackl auseinandersetzen wollen: "Nehmen wir in unserem Umkreis entwürdigendes Verhalten anderen Personen gegenüber wahr und wie beziehen wir Stellung? Gibt es Bordelle, Laufhäuser, Nachtclubs in unserem Umfeld?"

 

Den Kampf gegen den Menschenhandel zählen die österreichischen Orden schon länger zu ihrem vordringlichen Auftrag. So betreibt der Verein "Solwodi" (Solidarity with Women in Distress/Solidarität mit Frauen in Not) in Wien eine Schutzwohnung für ehemalige Prostituierte und Opfer von Menschenhandel. Die Aktivitäten sollen nun ausgeweitet werden. So planen etwa Tiroler Frauenorden, eine Niederlassung von "Solwodi" aufzubauen. Die Mitarbeiter von "Solwodi" bemühen sich, Frauen, die aus der Zwangsprostitution ausbrechen wollen, einen geschützten Rahmen anzubieten und sie auch psychisch zu stabilisieren.

 

Getragen wird "Solwodi" von der Schwesterngemeinschaft der Caritas Socialis, den Salvatorianerinnen, der Congregatio Jesu, dem Institut der Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens, der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Wien-Gumpendorf und der Missionskongregation der Dienerinnen des Heiligen Geistes.

 

Menschenhandel und Zwangsprostitution ist aber auch bei den Missions- und Entwicklungshilfeeinsätzen der Orden ein Thema. So bauen derzeit etwa die Don Bosco Schwestern in Manila (Philippinen) ein neues Zentrum für missbrauchte oder auf der Straße lebende Mädchen.



Quelle: kathpress
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