Montag 26. Juni 2017
21. Dezember 2015

"Der Physiker muss nicht Atheist sein"

Wiener Physiker im "Der Sonntag"-Interview: "Es muss einen Grund geben für die Existenz dessen, was es eben gibt, was sonst?"

Die Arbeit als Naturwissenschaftler und der persönliche Glaube an Gott schließen sich keineswegs aus. Das hat der Wiener Physiker Prof. Herbert Pietschmann im Interview mit der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" betont. Bei der naturwissenschaftlichen Arbeit sei zwar sozusagen der Atheismus "mitprogrammiert", das heiße aber nicht, dass der Physiker Atheist sein muss. "Der hat die freie Wahl, Agnostiker oder Atheist zu sein, oder sich mit Gott zu beschäftigen", so Pietschmann.

Schon als ganz junger Mensch habe ihn immer die Frage beschäftigt: "Was ist das Leben? Ich bin auf der Welt, was ist das eigentlich?" Auf diese Frage gebe es keine endgültige Antwort. "Das hat dann dazu geführt, dass ich die innere Gewissheit erlangt habe, dass das Leben sinnvoll ist. Dass es nicht einfach so abzuspulen ist, sondern dass dahinter auch ein tieferer Sinn liegt. Und damit ist man dann schon nicht mehr Atheist."

Die zentrale Frage für ihn sei jene des Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz: "Warum ist nicht Nichts?", so Pietschmann. Darauf gebe es drei verschiedene Antworten. Die eine sei von Menschen, die sich meistens als Agnostiker bezeichnen und die er folgendermaßen skizzieren würde: "Ich wende mich lieber irdischen Dingen zu, diese Frage ist mir zu kompliziert, die stelle ich nicht." Die zweite Antwort sei jene der Atheisten, für die der Grundsatz gelte: "Also einen Grund dafür darf es auf gar keinen Fall geben, das muss alles zufällig entstanden sein."

Die dritte Möglichkeit bestehe darin zu sagen, es muss einen Grund geben für die Existenz dessen, was es eben gibt, was sonst?" Dieser Grund hat ein Innen und ein Außen: "Das Außen ist die Existenz des Universums und das Innen ist die Existenz von mir, dass ich bin und diese Frage stellen kann", so Pietschmann wörtlich und weiter: "Was ich aber als echtes Staunen bezeichnen möchte, ist die Tatsache, dass ich auf der Welt bin und dass es überhaupt eine Welt gibt."

Dem viel zitierten Ausspruch von Albert Einstein - "Gott würfelt nicht" - wolle er sich nicht anschließen. Einstein habe schließlich unter Gott nicht jenen Gott verstanden, den wir meinen, sondern die Summe der Naturgesetze. Der moderne Mensch habe eine Reihe von "Ersatzgöttern", die nur nicht so genannt werden, sagte der Physiker weiter: "Die häufigste Meinung ist, sie glauben an den Zufall. Zufall ist Ersatz für Gott. Das ist aber relativ unsinnig, wenn man sich überlegt, was Zufall bedeutet. Manche glauben an die Evolution. Das heißt dann, die Evolution hat den Menschen geschaffen und ähnliches."

 

Quelle: Kathpress

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