Dienstag 28. Februar 2017
02. Januar 2016

Sternsinger: Besuch bei Papst und Bundeskanzler

"Kleine Zeitung": Sternsingen für Mission und Entwicklungshilfe begann bereits 1946, also vor 70 Jahren, im slowenischsprachigen Südkärnten

Sternsinger

Die Sternsinger der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar Österreichs (DKA) waren am Freitag beim Papst und beginnen am Dienstag, 5. Jänner, ihre Politikerbesuche in Wien, mit der impliziten Bitte um Erhöhung der österreichischen Entwicklungshilfe. Um 13 Uhr steht Außenminister Sebastian Kurz auf dem Beuchsprograamm, um 14 Uhr Bundeskanzler Werner Faymann.

Die österreichische Sternsingergruppe, die den Neujahrsgottesdienst von Papst Franziskus in Rom mitfeierte, kam aus Bad Ischl. Die österreichischen Sternsingerinnen waren gemeinsam mit Kollegen aus Eichstätt in Bayern angereist, die Franziskus die Opfergaben zum Altar bringen durften. "Beim Auszug hat der Papst direkt zu uns Sternsinger geschaut und uns zugewunken", erzählte Sternsingerin Nikola von ihrer Begegnung mit dem Papst.

"Ich bin stolz darauf, dass unsere Sternsinger aus Bad Ischl, die 85.000 österreichischen Sternsinger so gut vertreten haben. Papst Franziskus hat sich die Zeit genommen, die Sternsinger aus Österreich und Deutschland zu grüßen, um ihren Einsatz und ihr Engagement damit zu würdigen. Ein schönes Gefühl zu wissen, dass Kinder so viel verändern können und das nicht ungesehen bleibt. Den Segen aus dem Neujahrsgottesdienst nehmen die Bad Ischler für alle Sternsingerinnen und Sternsinger mit nachhause", sagte DKA-Organisatorin Mayella Gabmann am Samstag.

Wie die "Kleine Zeitung" am Samstag berichtet, begann das Sternsingen für Mission und Entwicklungshilfe bereits 1946 - vor 70 Jahren - im slowenischsprachigen Südkärnten. Initiator war Pater Janez Rovan aus Schwabegg/Zvabek. Er organisierte erstmals in Europa eine Sternsingergruppe, die nicht für sich selbst, sondern für die Missionsarbeit um Spenden bat.

Der slowenische Salesianerpater Janez Rovan (1911 - 1988) habe 1946 dem alten Brauch des Neujahrssingens beziehungsweise des Dreikönigssingens einen neuen Sinn gegeben, so die "Kleine Zeitung": "Statt für die eigene Tasche, wurde für bedürftige Menschen in der 'Dritten Welt' gesammelt. Das Sternsingen für die Missionsarbeit war erfunden. Die Katholische Jungschar machte daraus in den folgenden Jahrzehnten ein karitatives Großereignis. Dabei war der Anfang im Jahr 1946 in Südkärnten bescheiden. Mit selbst gebastelten weißen Königskappen und in ihren Messgewändern gingen die Heiligen Drei Könige, begleitet von Pfarrer Rovan, durch Schwabegg."

Trotz sehr schwieriger Wirtschaftslage unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges sei die Spendenfreudigkeit sehr hoch gewesen: "Das Geld wurde an Missionare in Indien übergeben, die Sachspenden gingen in die Flüchtlingslager in Spittal/Drau in Lienz - Erfolge, die es ohne das große Engagement von Janez Rovan nicht geben würde."

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