Tuesday 31. May 2016
17. January 2016

Scheuer: Solidarität mit Flüchtlingen und Jugend

Neuer Linzer Bischof bei Antrittspredigt im Mariendom: Kirche wird in Zukunft materiell, personell und an Macht ärmer sein, "vielleicht aber näher am Evangelium"

Scheuer mahnt bei Antrittpredigt Solidarität mit Flüchtlingen ein

Eine Lanze für Flüchtlinge und auch für die Jugend hat der neue Linzer Bischof Manfred Scheuer in seiner Antrittspredigt gebrochen. Er forderte am Sonntagnachmittag im Linzer Mariendom beim Gottesdienst zu seiner feierlichen Amtseinführung einen menschlichen Umgang mit Flüchtlingen. "Unsere Gedanken dürfen sich nicht auf Abschottung und Dichtmachen richten, sondern auf die Problemlösung." Scheuer äußerte die Überzeugung, es sei "humane Aufgabe und christliche Pflicht", heimatvertriebene Menschen innerhalb des internationalen Rechts und der rechtsstaatlichen Rahmenbedingungen aufzunehmen.

Auch die Fragen nach den Fluchtursachen und nach den wirtschaftlichen und ideologischen Hintergründen seien anzugehen, so der österreichische Caritas-Bischof. Entscheidend sei, "dass wir nicht resignieren und uns in Ohnmacht vergraben, sondern - ermutigt von zahlreichen helfenden Händen - versuchen, mit Solidarität ans Werk zu gehen".

Eine weitere Option widmete der Bischof der Jugend - die schon dem II. Vatikanischen Konzil als "Hoffnung der Kirche" galt. Die Gesellschaft schulde den jungen Menschen die Möglichkeit, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und an einer Existenz zu bauen. Jugendarbeitslosigkeit sei eine schwere Hypothek für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft, erklärte Scheuer. Junge bräuchten zu einem erfüllten Leben freilich auch "eine Lebensrichtung, eine Lebenstiefe, Lebenskraft, ein Warum im Leben". Selbstkritisch müsse sich die die gegenwärtige Generation fragen, was sie der zukünftigen hinterlässt: "einen Schuldenberg, verbrannte Erde, einen Scherbenhaufen?"

"Komme alt und neu in die Diözese Linz"
"Ich komme alt und neu in die Diözese Linz und nach Oberösterreich", wandte sich Scheuer an die Festgäste. Hier sei seine Heimat, freilich sei er "auch entwöhnt und habe anderswo meine Wurzeln geschlagen". Somit brauche er Zeit hier anzukommen, sagte der Bischof. Dankbar sei er für die Freude, die ihm in diesen Tagen vielfach begegne. "Ich bin nicht so naiv zu meinen, dass das die ganze Wirklichkeit ist", fügte Scheuer hinzu. "Das Spektrum von Wohlwollen, Sympathie, Interesse, Abwarten und Distanz, Gleichgültigkeit und Ablehnung ist recht groß. Und dieser bunte Haufen ist die Wir-Gestalt der Kirche in Oberösterreich, sicher keine Idealgestalt von Gemeinschaft und Kommunikation, sondern eine höchst gemischte und durchwachsene Gesellschaft." In der Ortskirche von Linz würden die von Gott geschenkten Charismen in einer echt bunten Vielfalt gelebt.

Entkrampftes Priester-Laien-Verhältnis
Bischof Scheuer bezeichnete es als "Frage der Zukunftsfähigkeit der Kirche", ob es gelingt, eine Sozialform des Glaubens mit einem "entkrampfteren Verhältnis zwischen Klerikern und Laien" zu finden, mit guten Beziehungen zwischen Frauen und Männern sowie in Offenheit und Gastfreundschaft für suchende Menschen. Die Kirche dürfe nicht zu sehr mit sich selbst und den eigenen Problemen beschäftigt sein.

In einer Kirche als Communio (Gemeinschaft) brauchen Laien und Priester - so die Überzeugung Scheuers - ihren Weg nicht mit einem ständigen Vergleich mit anderen oder aus der Negation der anderen heraus zu gehen. Das innerkirchlichliche Pochen auf Unterschiede führe zu "großen Reibungsverlusten", Enttäuschungen, Kränkungen und Ängsten.

Die Kirche werde "in Zukunft ärmer sein". Scheuer rechne damit in materieller und personeller Hinsicht, aber "auch ärmer an Bedeutung, Macht und Einfluss, vielleicht aber näher am Evangelium".

Dialog mit Kirchen und Religionen
Scheuer bekannte sich in seiner Predigt zum ökumenischen Miteinander der christlichen Kirchen, zu positiven Beziehungen zur israelitischen Kultusgemeinde - gerade am 17. Jänner begangenen "Tag des Judentums" - sowie zu tragfähigen Kontakten im interreligiösen Dialog, etwa mit den Muslimen. "Keine Religion ist eine Insel", betonte der Bischof: Nur durch gelebte Toleranz könne gemeinsames Leben gelingen und ein friedliches Miteinander möglich werden.

An die Mitfeiernden im Mariendom gewandt, sagte Scheuer: "Ich erbitte für mich und für euch um ein hörendes Herz." Damit verbunde sei auch der Respekt im Umgang miteinander, "vor allem bei verschiedenen inhaltlichen Akzenten und Glaubensgestalten".

 

17. January
2016
Papst an Scheuer

"Wir haben Dich für geeignet befunden..."

Franziskus hebt in Ernennungsdekret für neuen Linzer Bischof Kompetenz Scheuers hervor

Manfred Scheuer ist neuer Bischof von Linz
17. January
2016
Amtseinführung

Manfred Scheuer ist neuer Linzer Bischof

Amtsübernahme am Sonntagnachmittag im Mariendom mit Nuntius, Schönborn und zahlreichen weiteren Festgästen aus Kirchen und öffentlichem Leben

Linz
18. November
2015
Stimmen zur Bischofsernennung

Lob aus Kirche und Politik für neuen Linzer Bischof

Schönborn: "Oberösterreich bekommt einen sehr guten Bischof" - Platter: Tirol verliert mit Scheuer Bischof, "der in Tirol über die Grenzen der Kirche hinaus sehr geschätzt wird"

Bischof Manfred Scheuer
18. November
2015
Neuer Linzer Bischof

"Verstehe Bischofsamt als Dienst an der Einheit"

Designierter Linzer Bischof im "Kathpress"-Interview: Will dort Zueinanderfinden ermöglichen, wo es keine Kommunikation gibt.

Bischof Manfred Scheuer
16. November
2015
Portrait

Scheuer: Mann der Mitte in Theologie und Praxis

Pastorale Nähe, Einsatz für Caritas & Ökumene sowie theologischer Tiefgang zeichnen den gebürtigen Mühlviertler aus

comments powered by Disqus
Fotogalerien zurück #weiter#
Bischofskonferenz
Frühjahrsvollversammlung 2016
Kinderkampagne 2016
Franziskus in Mexiko
Impressionen
Dankgottesdienst
Bischof Ludwig Schwarz
Neuer Bischof von Linz
Amtseinführung: Bischof Scheuer
Videos zurück #weiter#
image
Kurz erklärt: Fronleichnam
image
Was ist der Heilige Geist?
image
Pfingsten
Geburtstag der Kirche
image
Cultus: Pfingsten
Der Feiertag im Kirchenjahr
image
Die Würde der Frau
Gebetsanliegen des Papstes
Audio zurück #weiter#
Nach der Wahl
Aufruf von Kardinal Schönborn
Literatur & Religion
Poetikdozentur an der Uni Wien
Fastenegdanken
26. März | Kardinal Christoph Schönborn
Fastengedanken
24. März | Bischof Michael Bünker
Fastengedanken
24. März | Dompfarrer Toni Faber
Tipps zurück #weiter#
Radiogottesdienst
So., 29.5. | 10:00 | ÖR
Radiogottesdienst
Do., 26.5. | 10:00 | ÖR
FeierAbend
Do., 26.5. | 19:52 | ORF 2
Radiogottesdienst
So., 15.5. | 10:00 | ÖR
Das Vermächtnis der ersten Christen
Mo., 16.5. | 19:25| ORF III
Woanders zurück #weiter#
Mai 2016
Die katholisch.at-Presseschau
April 2016
Die katholisch.at-Presseschau
März 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Februar 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Jänner 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Blogportal
Paul Wuthe | 11.05.2016

„Amoris Laetitia“ – lesen und leben

„Was will Papst Franziskus mit seinem neuen Familiendokument von der Kirche?“...
Der Redaktionsblog | 09.04.2016

Herausforderung " Einfachheit"

Jetzt ist es da, das mit Spannung erwartete postsynodale Schreiben „Amoris...
Georg Plank | 23.03.2016

Wie hat Jesus in Gethsemani gebetet?

Ich staunte, als ich in Sant`Apollinare Nuovo in Ravenna das Mosaik des...
Kalender
31.05.2016 | 08:30
Pfarrwallfahrt - Heilige Pforte
10 Uhr Ankunft im Stift Altenburg - Begrüßung und Beginn der einstündigen Stiftsführung 11 Uhr... mehr »
31.05.2016 | 15:00 | Tulln
Der Bibelgarten Tulln - Ort der Begegnung mit und in...
In den biblischen Gärten (Paradies, Liebesgarten, Weingarten, Ölgarten, Garten der... mehr »
31.05.2016 | 15:00 | Knittelfeld
Miteinander wachsen
Medienreferat der
Österreichischen
Bischofskonferenz

Stephansplatz 4/6/1
A-1010 Wien
©2016 Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz. Alle Rechte vorbehalten.
http://www.katholisch.at/
Darstellung: