Dienstag 6. Dezember 2016
27. Januar 2016

Religionsunterricht fördert Zusammenhalt in Gesellschaft

Neue Wiener Schulamtsleiterin in "Die ganze Woche"-Kommentar: Durch Religionsunterricht kann klare Identität wachsen, die angstfreie Begegnung mit anderen ermöglicht

Der konfessionelle Religionsunterricht ist für ein gelingendes Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft von grundlegender Bedeutung. Davon zeigt sich die neue Leiterin des Wiener Schulamtes, Andrea Pinz, überzeugt. In einem Kommentar in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung "Die ganze Woche" unterstrich Pinz den Religionsunterricht u.a. als bestes Mittel gegen Fundamentalismus und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Angst in Europa vor Überfremdung und Identitätsverlust nehme zu und kaum jemand sei darauf vorbereitet. Umso wichtiger sei der Religionsunterricht, so Pinz: "Er bildet und sichert die eigene religiöse und kulturelle Identität und lässt junge Menschen mit ihren religiösen Sinn-Fragen nicht allein." Im Religionslehrer würden die Schüler Menschen begegnen, die für eine Glaubensüberzeugung stehen. Gemeinsam würden im Unterricht Erfahrungen geteilt und Glaubensinhalte reflektiert.

Pinz: "So kann eine klare Identität wachsen. Sie ermöglicht eine angstfreie Begegnung mit anderen und den Dialog über jene Themen und Werte, die für das Zusammenleben in einer vielfältigen Welt nötig sind." Identitätsschwäche mache Menschen demgegenüber für Fundamentalismen anfällig, warnte die Schulexpertin.

Zumal der religiös und weltanschaulich neutrale Staat Sinn-Fragen des Menschen nicht selbst beantworten könne, würde er mit Kirchen und Religionen kooperieren, denn "Religion berührt den Menschen am tiefsten und umfassendsten". Der Religionsunterricht leiste damit etwas, was ein Ethikunterricht so nicht könne. Wer den Religionsunterricht aus der Schule drängen wolle, erreiche damit das Gegenteil von Integration, zeigte sich Pinz überzeugt.

Antwort auf Grünen-Vorstoß
Die Wiener Schulamtsleiterin reagierte mit ihrem Kommentar auf eine Initiative des Grünen-Bildungssprechers Harald Walser, der kürzlich erneut einen für alle Schüler durchgeführten verpflichtenden Ethik- und Religionenunterricht forderte, der von einer staatlichen Lehrkraft abgehalten wird. Ein konfessioneller Religionsunterricht solle weiter auf freiwilliger Basis stattfinden können. Walser sieht in einem solchen Unterricht einen Beitrag zur Deradikalisierung Jugendlicher durch Extremismus-Präventionsarbeit an Schulen, wie er bei einer Pressekonferenz in Wien schilderte und - ebenfalls in der "Ganzen Woche" - darlegte.

 

 

Quelle: kathpress

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