Thursday 26. May 2016
28. January 2016

Mehr Frauen an theologischen Fakultäten

Uni Salzburg spricht in Aussendung von "einzigartiger Frauen-Power" an Fakultät - In vergangenen Jahren stete Steigerung des weiblichen Anteils unter Theologie-Lehrenden

Von einer "einzigartigen Frauen-Power an der Theologischen Fakultät" hat die Universität Salzburg in einer Aussendung in dieser Woche berichtet. Mit Angelika Walser, Kristin De Troyer und Anne Koch folgten drei Theologieprofessorinnen auf männliche Vorgänger und sorgten seit dem Wintersemester 2015/16 für einen "frischen weiblichen Wind". Dass Frauen in der theologischen Forschung und Lehre immer mehr an Boden gewinnen, sehen die Betroffenen sowie der ebenfalls neu amtierende Dekan Dietmar Winkler als ein "starkes Zeichen, dass nun auch in der Theologie ein Stück gesellschaftlicher Normalität eintritt".

Laut Auskunft des Dekanates sind in Salzburg somit neun Professoren und vier Professorinnen tätig; unter den fünf außerordentlichen (ao.) Professoren (bzw. Dozenten) findet sich eine Frau, bei den Assistenzprofessuren beträgt der Anteil ein Drittel (zwei von sechs).

Wie eine Umfrage von "Kathpress" an allen österreichischen theologischen Fakultäten ergab, sind lehrende und forschende Frauen überall auf dem Vormarsch, eher jedoch im akademischen Mittelbau als in der Funktion von Ordinaria oder Institutsvorständen.

Salzburg und Wien sind Vorreiter
Laut der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sind vier der 14 Professuren weiblich besetzt, dazu kommt eine Frau als Associate Professor und vier von 15 ao. Professorenposten. Zur Jahrtausendwende war lediglich eine von zwölf Professuren sowie eine von fünf ao. Professuren in weiblicher Hand.

Auch die (einzige österreichische) Evangelisch-Theologische Fakultät an der Universität Wien übermittelte entsprechende Daten: Von neun Professuren sind derzeit zwei weiblich besetzt, ausgewogen ist das Geschlechterverhältnis mit 1:1 bei den ao. Professuren. 2000 gab es insgesamt zehn Professuren, eine davon weiblich besetzt.

Eine ähnliche Ausweitung ihrer "Frauenkompetenz" vermeldet die Katholische Privat-Universität (KU) Linz: Waren im Jahr 2000 (inkl. Institut für Kunstwissenschaft und Philosophie - mittlerweile eigene Fakultät) von 14 Professuren insgesamt nur zwei weiblich besetzt, so verzeichnet die KU Linz derzeit drei Universitätsprofessorinnen (von insgesamt elf sowie einem Honorarprofessor), eine von sechs Assistenzprofessorinnen sowie zwei von sechs Universitätsassistentinnen. Dazu kommen drei wissenschaftliche Mitarbeiterinnen.

Etwas hinterher hinkt diesbezüglich die Theologische Fakultät Innsbruck im "Heiligen Land Tirol": Dort gibt es "13 Professorenstellen, eine ist derzeit nicht besetzt. Frauen sind keine darunter", teilte das Dekanat mit. Unter den 14 ao. Univ.-Professoren bzw. Ass.-Professoren bzw. assoz. Professoren sind immerhin drei Frauen - Zahlen, die sich seit dem Jahr 2000 kaum verändert haben.

Keine Vergleichszahlen mit dem Jahr 2000 gibt es seitens der Katholisch-Theologischen Fakultät Graz. Der Ist-Stand lautet dort: Zwei von zwölf ProfessorInnen, vier von zwölf Ao.-ProfessorInnen sowie zwei Ass.-Professuren ohne weibliche Präsenz.

Wiener "Pionierin": Es wird besser
Die Sozialethikerin Ingeborg Gabriel war die erste Frau, die 1997 Ordinaria an der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät wurde, und die zweite Theologieprofessorin in Österreich nach der Innsbrucker Religionspädagogin Herlinde Pissarek-Hudelist. Sie sieht im Gespräch mit "Kathpress" eine kontinuierliche Verbesserung "Schritt für Schritt": Auch ehemals Priestern vorbehaltene "Schlüsselfächer" wie Dogmatik oder Liturgiewissenschaft seien Frauen mittlerweile nicht mehr verwehrt. Die Frauenpräsenz in der Theologie schätzt Gabriel nicht schlechter ein als jene an anderen Fakultäten österreichischer Universitäten - wo es insgesamt durchaus noch "Luft nach oben" gebe.

Für die Präsenz von Theologinnen sind laut der Sozialethikerin, die u.a. auch Vizepräsidentin von "Iustitua et pax"-Europa ist, auch Faktoren wie das Wohlwollen der Ortsbischöfe oder das kirchliche "Standing" in der Gesellschaft relevant. Bischöfe entscheiden mit über das für eine Lehrtätigkeit erforderliche "Placet", im Falle Wiens habe Erzbischof Christoph Schönborn diesbezüglich stets "unterstützend" gewirkt, so Gabriel. Wenig förderlich, dass sich junge Frauen - aber auch Männer, in der Theologie um eine akademische Karriere bemühen, sei freilich, dass die kirchliche Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte ein solches Engagement wenig attraktiv erscheinen ließen. Die Wiener Theologin hofft, wie sie sagte, dass es unter Papst Franziskus hier zu einer nachhaltigen Trendumkehr kommt.

 

 

Quelle: kathpress

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