Wednesday 28. September 2016
01. February 2016

Ordensleute sollen Menschen "Straße des Glücks" zeigen

Papst Franziskus bei Vatikan-Audienz zum Abschluss des "Jahres der Orden": Nähe der Orden zu Armen und Bedürftigen soll in der eigenen Gemeinschaft beginnen

Ordensleute müssen nach den Worten von Papst Franziskus Propheten in der Welt sein: Das sagte er am Montag bei einem Treffen mit mehreren tausend Ordensleuten im Vatikan, darunter auch mehrere Österreicher, aus Anlass des zu Ende gehenden "Jahr der Orden" der katholischen Kirche.

Das Themenjahr war aus Sicht des Papstes ein Erfolg. Es habe den Wert und die "Schönheit des gottgeweihten Lebens aufleuchten" lassen. Aus Berichten wisse er, dass viele Ordensleute ihre Berufung mit neuer Freude erlebten, sagte Franziskus. Er betonte, dass die Prophetie der Ordensmänner und -frauen darin bestehe, "den Menschen zu sagen, dass es eine Straße des Glücks gibt - nämlich die, Jesus nahe zu sein".

Teil des prophetischen Wirkens sei auch, wenn Ordensleute aus Gehorsam Dinge auch dann vollbringen, wenn sie dem eigenen Willen widerstreben, so der Papst. Dieser Gehorsam sei nicht militärische Disziplin, sondern ein "Geschenk des Herzens" und Nachahmung von Jesus, der selbst seinem Vater gegenüber gehorsam gewesen sei.

Neben der prophetischen Mission in der Nachfolge Jesu hob der Papst auch die Nähe zu Armen, Kranken und Bedürftigen sowie das Spenden von Hoffnung in einer oft verzagten und ängstlichen Menschheit als Grundpfeiler für gelingendes Ordensleben hervor. Mehr noch als mit Worten sollten Ordensleute die Botschaft Jesu durch ihr praktisches Leben bezeugen, so der Papst, der selbst dem Jesuitenorden angehört. "Wichtig ist, nicht für sich selbst zu leben, so wie Jesus nicht für sich selbst gelebt hat, sondern für den Vater und für uns."

Nähe zum Nächsten sollten die Ordensleute zuallererst gegenüber den anderen Mitgliedern ihrer eigenen Gemeinschaft praktizieren, mahnte der Papst in seiner Rede, für die er das Manuskript beiseite legte. Besonders die alten Ordensschwestern und -brüder sollten sie als ihre "ersten Nächsten" sehen. Dass auch Klausurorden anderen Menschen nahe sein könnten, habe die heilige Therese von Lisieux vorgezeigt, die durch ihr Gebet und ihre Briefe sogar zur "Patronin der Mission und der Missionare" geworden sei. Ordensleben müsse immer zur physischen oder spirituellen Nähe zu den Menschen und zu deren Kennenlernen führen.

Im vorbereiteten Redemanuskript hatte der Papst die vielen Initiativen der Weltkirche gelobt, die es in den vergangenen 14 Monaten neben den zentralen Veranstaltungen in Rom zum "Jahr der Orden" gegeben hatte. Am Dienstag wird Franziskus das Themenjahr im Petersdom beschließen.

An dem Treffen in der Audienzhalle am Montag nahmen auch Vertreter aus Österreich teil. Am Mittwoch werden bei der Generalaudienz Sr. Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, Abtpräses Christian Haidinger, Erster Vorsitzender der Superiorenkonferenz der männlichen Orden Österreichs, Sr. Ruth Pucher von den Missionarinnen Christi sowie P. Bernhard Eckerstorfer vom Stift Kremsmünster dem Papst ein "Summary" zum Jahr der Orden in Österreich überreichen. Die Ordensvertreter und Ferdinand Kaineder vom Medienbüro nehmen zuvor am Dienstag auch am offiziellen Abschluss des Ordensjahres - der Papstmesse im Petersdom mit 4.000 Ordensleuten aus aller Welt - teil.

Mayrhofer, Haidinger, Pucher und Eckerstorfer vertreten Österreich auch bei der Europäischen Ordensoberen-Konferenz (Unione delle Conferenze Europee dei Superiori Maggiori/UCESM) am 3./4. Februar in Rom.

Papst Franziskus hatte das Ordensjahr am 30. November 2014 eröffnet. Es sollte dazu beitragen, die Aufmerksamkeit und Wertschätzung für geistliche Orden zu stärken und ihre aktive Rolle in der modernen Gesellschaft bewusst zu machen. Weltweit gibt es rund 900.000 katholische Ordensleute; mehr als drei Viertel davon sind Frauen. Während die Orden in westlichen Ländern wegen Überalterung und fehlendem Nachwuchs unter einer starken Schrumpfung leiden, verzeichnen sie in vielen Ländern Afrikas und Asiens deutliche Zuwächse.

 

 

Quelle: kathpress

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