Sonntag 4. Dezember 2016
04. Februar 2016

Kirche rät zu Auto- und Fleischverzicht

Nachhaltigkeit und Lebensstil-Änderung im Fokus von "Autofasten" und "Fleischfasten" - Auch eigene Verzichtaktionen für Familien, Kindergärten und Schulen

Die Fastenzeit regt dazu an, den eigenen Lebensstil zu überdenken und auf seine Zukunftsfähigkeit hin zu überprüfen: Mit dieser Motivation lädt die Kirche in der 40-tägigen Vorbereitungszeit auf Ostern zum bewussten Verzichten ein, besonders rund um die Aspekte Mobilität und Ernährung. So rufen die katholische und evangelische Kirche bereits zum elften Mal gemeinsam österreichweit zu einem "Autofasten" während der Fastenzeit, vom 10. Februar bis zum 26. März, auf. Die Diözese Graz-Seckau lädt in den 40 Tagen vor Ostern zum Fleisch fasten unter dem Motto "Gerecht leben - Fleisch fasten".

Wer sich für die Teilnahme auf der Plattform www.autofasten.at registriert, erhält einen wöchentlichen Newsletter, Zugang zu einem Autofasten-Tagebuch und zu einem Mobilitätskalender, der über die eingesparten Autokilometer die Höhe der CO2-Einsparungen berechnet. Als Motivationshilfe winken zudem die kostenlose Rechtsschutz-, Haftpflicht- und Unfallversicherung beim Verkehrsclub Österreich und die Teilnahme an einer Verlosung von Urlaubs- und Bahnpreisen.

Was 2005 als diözesane Aktion in Graz-Seckau begann, hat sich mittlerweile zu einer österreichweiten Initiative entwickelt. 2015 haben rund 16.000 Teilnehmer 9,6 Millionen Autokilometer und somit rund 1.900 Tonnen CO2 eingespart. Prominente Unterstützung kommt dieses Jahr u.a. von Schauspieler Michael Schönborn, dem Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und dem Kabarettist Gerold Rudle.

Auf der Website www.auto-fasten.at rät Schönborn dazu, "den vierrädrigen Sakralbau ruhig einmal stehen zu lassen und das ersparte Geld für eine Tankfüllung für einen guten Zweck zu spenden". Für Bischof Krautwaschl ist "Autofasten" ein Bestandteil eines zukunftsfähigen Lebensstils. Rudle fastet nicht nur vom 10. Februar bis zum 26. März Auto, für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit, und zwar das ganze Jahr.

Die Website zeigt auch gleich, wie Autokilometer eingespart werden können. Zu Fuß in die Kirche gehen, das Fahrrad als Fortbewegungsmittel nutzen, Fahrtgemeinschaften bilden, häufiger öffentliche Verkehrsmittel benutzen, den Urlaub ohne Auto planen oder in der Firma autofreie Initiativen anregen.

Vegetarisch aus Solidarität und Schöpfungsliebe
Einen weiteren Verzichts-Schwerpunkt für die Fastenzeit setzt die Kirche bei der Ernährung, konkret beim Fleischkonsum. Dieser habe problematische globale Auswirkungen, die von den Konsumenten durchaus begrenzt werden könnten, betont etwa die Fastenaktion "Gerecht leben-Fleisch fasten" der Diözese Graz-Seckau (Anmeldung: www.fleischfasten.at oder per Post: Aktion Gerecht leben - Fleisch Fasten, Bischofsplatz 4, 8010 Graz). Fleischfasten solle anregen, Alternativen zum teils enormen Fleischkonsum - in Österreich jährlich 70 Kilo pro Person - auszuprobieren und so zu mehr lokaler und globaler Gerechtigkeit, zur eigenen Gesundheit und zum Umwelt- und Tierschutz beizutragen.

Die globale Fleischproduktion benötige enorme Ressourcen und verursache mehr Treibhausgase als der gesamte weltweite Verkehr, begründen die Initiatoren den Appell. Die Fleischerzeugung beanspruche zudem 70 Prozent aller Agrarflächen und mache Kleinbauern im Süden wie auch Österreichs Landwirte - über den Wettbewerbsdruck - in letzter Folge zu Systemverlierern.

Wer zum Klimaschutz beitragen möchte, sollte deshalb nicht nur das Auto öfter stehen lassen, sondern auch das Schnitzel, raten die Initiatoren. Gegen einen maßvollen Genuß von Fleisch sei nichts einzuwenden. Das Motto "weniger ist mehr" gelte aus dieser Sicht auch für einen maßvollen Fleischgenuss.

Verzicht für Familien, Kindergärten und Schulen
Speziell an Familien, Kindergärten, Schulen und Jugendzentren richtet sich die "Aktion Verzicht", mit der der Katholische Familienverband Österreich (KFÖ) die sechswöchige Fastenzeit begeht. Ob dabei auf Alkohol, Süßigkeiten, Konsumgüter oder Fleisch verzichtet wird, legt jeder selbst fest. Zentral geht es darum, "gutes Gespür für eigene Gewohnheiten zu entwickeln".

Anregungen und Materialien dazu können über die Homepage (www.aktion-verzicht.net) und über die Diözesanverbände bezogen werden. Unterstützt wird die bereits zum 15. Mal durchgeführte Aktion von je nach Bundesland verschiedenen Partnern.

 

 

Quelle: kathpress

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