Wednesday 1. June 2016
09. February 2016

Begegnung auf Augenhöhe

Fünf Fragen zum Treffen von Franziskus und Patriarch Kyrill Von Norbert Zonker

Papst Franziskus und der Moskauer Patriarch der russischen orthodoxen Kirche, Kyrill I., begegnen sich erstmals am Freitag in Kuba, wo sich ihre Wege zu Reisen nach Mittel- und Südamerika überschneiden. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) beantwortet fünf Fragen zur Bedeutung des Treffens.

 

Inwiefern ist die Begegnung zwischen Papst und Patriarch historisch?

 

Es handelt sich um das erste Treffen eines römischen Papstes und des Oberhaupts der russisch-orthodoxen Kirche in der Geschichte. Während seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) vor allem die Beziehungen zwischen Rom und dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, dem Ehrenoberhaupt der Orthodoxie, stetig zwischen Päpsten und Patriarchen gepflegt wurden, blieben die Kontakte nach Moskau stets nur auf Arbeitsebene. Ohne die bei weitem größte orthodoxe Kirche sind aber ökumenische Durchbrüche zwischen den beiden Konfessionen nicht möglich.

 

Warum kam es bisher nicht zu einem Treffen?

 

Von russischer Seite wurden seit den 1990er Jahren vor allem die Konflikte zwischen der mit Rom unierten griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine und der dortigen orthodoxen Kirche als Hindernis genannt. Zu weiteren Spannungen führte die Errichtung von vier katholischen Diözesen in Russland im Jahr 2002, womit aus Moskauer Sicht der Vorwurf der Abwerbung von Gläubigen begründet wurde. Tatsächlich hatte sich das Moskauer Patriarchat damit selbst Hürden vor einem Treffen aufgebaut, die es kaum überwinden konnte.

 

Warum findet es ausgerechnet auf Kuba statt?

 

Kuba gilt als neutraler Begegnungsort in der «Neuen Welt». Nach Angaben des Außenamtsleiters des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, hat Patriarch Kyrill ein Treffen in Europa immer für unangebracht gehalten, weil mit diesem Kontinent die Geschichte von Trennungen und Konflikten verbunden sei. Papst Franziskus hatte angesichts dessen erklärt, er sei zu einem Treffen mit Kyrill an jedem beliebigen Ort und zu jeder Zeit bereit. Franziskus hatte erst im vergangenen September einen offiziellen Besuch auf Kuba gemacht.

Zuvor war durch seine Vermittlung und unter tatkräftiger Mithilfe des Kardinals von Havanna, Jaime Ortega, die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Kuba und den USA gelungen.

 

Welche Besonderheiten kennzeichnen die Begegnung?

 

Das Treffen findet gleichsam «auf Augenhöhe» statt, da weder Papst noch Patriarch Gast oder Gastgeber ist. Es gibt keinen gemeinsamen Gottesdienst und auch keine Anwesenheit des Kirchenvolks. Es ist somit ein Treffen auf niedrigstmöglicher protokollarischer Ebene, was es für die Moskauer Seite leichter macht, von den früheren Vorbedingungen abzurücken. Zudem steht mit der Christenverfolgung im Nahen Osten und Afrika ein Thema auf der Tagesordnung, dem beide Seiten höchste Bedeutung zumessen.

 

Welche Perspektiven eröffnet das Treffen?

 

Mit der Begegnung dürfte das Eis endgültig gebrochen sein.

Offiziellen Besuchen steht danach nichts mehr im Weg. Für eine weitere Annäherung der katholischen und der orthodoxen Kirche, die außer der unterschiedlichen Sicht des Papstamts dogmatisch wenig trennt, stehen die Chancen deshalb so gut wie nie zuvor.

Politisch-diplomatisch sind weitere gemeinsame Aktivitäten zur Hilfe für verfolgte Christen zu erwarten.

 

 

Weitere Informationen: Live-Stream auf Youtube

 

 

Quelle: kathpress

comments powered by Disqus
Fotogalerien zurück #weiter#
Bischofskonferenz
Frühjahrsvollversammlung 2016
Kinderkampagne 2016
Franziskus in Mexiko
Impressionen
Dankgottesdienst
Bischof Ludwig Schwarz
Neuer Bischof von Linz
Amtseinführung: Bischof Scheuer
Videos zurück #weiter#
image
Kurz erklärt: Fronleichnam
image
Was ist der Heilige Geist?
image
Pfingsten
Geburtstag der Kirche
image
Cultus: Pfingsten
Der Feiertag im Kirchenjahr
image
Die Würde der Frau
Gebetsanliegen des Papstes
Audio zurück #weiter#
Nach der Wahl
Aufruf von Kardinal Schönborn
Literatur & Religion
Poetikdozentur an der Uni Wien
Fastenegdanken
26. März | Kardinal Christoph Schönborn
Fastengedanken
24. März | Bischof Michael Bünker
Fastengedanken
24. März | Dompfarrer Toni Faber
Tipps zurück #weiter#
Radiogottesdienst
So., 29.5. | 10:00 | ÖR
Radiogottesdienst
Do., 26.5. | 10:00 | ÖR
FeierAbend
Do., 26.5. | 19:52 | ORF 2
Radiogottesdienst
So., 15.5. | 10:00 | ÖR
Das Vermächtnis der ersten Christen
Mo., 16.5. | 19:25| ORF III
Woanders zurück #weiter#
Mai 2016
Die katholisch.at-Presseschau
April 2016
Die katholisch.at-Presseschau
März 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Februar 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Jänner 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Blogportal
Paul Wuthe | 11.05.2016

„Amoris Laetitia“ – lesen und leben

„Was will Papst Franziskus mit seinem neuen Familiendokument von der Kirche?“...
Der Redaktionsblog | 09.04.2016

Herausforderung " Einfachheit"

Jetzt ist es da, das mit Spannung erwartete postsynodale Schreiben „Amoris...
Georg Plank | 23.03.2016

Wie hat Jesus in Gethsemani gebetet?

Ich staunte, als ich in Sant`Apollinare Nuovo in Ravenna das Mosaik des...
Kalender
01.06.2016
"Tag des Lebens"
01.06.2016 | 09:00 | Graz
Handarbeitsrunde
Jeden Mittwoch um 9:00 Uhr in der Bibliothek. mehr »
01.06.2016 | 13:00 | Graz
Tag des Lebens 2016
Medienreferat der
Österreichischen
Bischofskonferenz

Stephansplatz 4/6/1
A-1010 Wien
©2016 Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz. Alle Rechte vorbehalten.
http://www.katholisch.at/
Darstellung: