Sunday 29. May 2016
19. February 2016

Enquete "Würde am Ende des Lebens" fehlt Umsetzung

Bioethiker Virt im Kärntner "Sonntag": Erst 50 Prozent des Hospiz-Bedarfs umgesetzt, eigener Hospiz-Koordinator sollte eingesetzt werden

Eine schleppende Umsetzung der Parlamentsvorgaben zur Hospiz- und Palliativversorgung hat der Wiener Moraltheologe Günter Virt beklagt. "Wenn man Bedarf und Realität vergleicht, sind jetzt erst etwa 50 Prozent abgedeckt", äußerte sich der Bioethiker in der Kärntner Kirchenzeitung "Der Sonntag" (aktuelle Ausgabe). Vor knapp einem Jahr - am 3. März 2015 - hatten alle Parlamentsparteien im Rahmen einer Enquete einstimmig Empfehlungen für die Wahrung der "Würde am Ende des Lebens" verabschiedet. Kernpunkt sei dabei der gemeinsame Wille zu einer "wirklichen Finanzierung" des Palliativ- und Hospizwesens gewesen, so Virt.

Weiterhin fehle vor allem ein von den Parteien geforderter Hospiz-Koordinator, der die Umsetzungen der Beschlüsse der Enquete vorantreibt und dem Parlament regelmäßig Bericht erstattet. Dass es mittlerweile einen Flüchtlingskoordinator, aber keinen für die Hospiz gebe, sei "menschlich", schiebe man doch "Dinge, mit denen man nicht unmittelbar konfrontiert ist, gerne auf die lange Bank", so Virt. Unausweichlich betreffe das Thema dennoch jeden, "früher oder später". Die Palliativmedizin beschrieb der Ethiker als "Linderung physischer, psychischer, sozialer und spiritueller Leiden, so dass die Lebensqualität bis zum Ende gewährleistet ist."

Menschenwürde umfasse viel mehr als bloß Schmerzlosigkeit, betonte der Ethiker. Man müsse sie heute "wieder zurückübersetzen", sein Vorschlag dafür: "Dass ich jeden Menschen als Zweck an sich und niemals bloß als Mittel zum Zweck würdige". Man könne Menschenwürde "nicht verlieren, aber man kann sie leider verletzen". Aktive Sterbehilfe sei laut Virt mit Menschenwürde nicht zu begründen: Auch wenn die Selbstbestimmung als Teil der Menschenwürde zu schützen sei, spiele sie sich nie im luftleeren Raum ab; aktive Sterbehilfe signalisiere den kranken, sterbenden und behinderten Menschen, dass sie eine Last seien, wodurch diese dann nachgeben würden.

Dass die österreichische Bioethikkommission bei einer im Umfeld der Enquete veranstalteten Sitzung bei der Frage zur Sterbehilfe zu keinem einhelligen Ergebnis gekommen sei, führte der Theologe auf "politischen Einfluss" zurück - würden die Kommissionsmitglieder doch durch den Kanzler bestellt. Unabhängiger und ausgewogener sei die Brüsseler Ethikberatergruppe der EU-Kommission, der fünf Ethiker, fünf Juristen und fünf Naturwissenschaftler - darunter auch Virt, der von 2001 bis 2012 selbst in der Bioethikkommission saß - angehören.

Leidvoll habe Europa aus der abendländischen Geschichte die Bedeutung der Menschenrechte und der sie grundlegenden Menschenwürde gelernt, deren "tiefste" Wurzel für Virt eindeutig das Christentum sei: "Dass nämlich jeder, der mit begegnet, Gottes Ebenbild ist." Dies gelte auch gegenüber dem Menschen auf der Flucht, wenngleich man nicht allen Menschen helfen könne. "Wer allen gleichzeitig helfen will, tut gar nichts." Aufgabe der Ethik sei es, hier "klare Vorzugsregeln" zu finden und "zu sagen: Wer ist mein Nächster?" Dem Evangeliumstext nach sei dies stets "der, der in Not ist und der jetzt da ist", erläuterte der Theologe.

 

 

Quelle: kathpress

comments powered by Disqus
Fotogalerien zurück #weiter#
Bischofskonferenz
Frühjahrsvollversammlung 2016
Kinderkampagne 2016
Franziskus in Mexiko
Impressionen
Dankgottesdienst
Bischof Ludwig Schwarz
Neuer Bischof von Linz
Amtseinführung: Bischof Scheuer
Videos zurück #weiter#
image
Kurz erklärt: Fronleichnam
image
Was ist der Heilige Geist?
image
Pfingsten
Geburtstag der Kirche
image
Cultus: Pfingsten
Der Feiertag im Kirchenjahr
image
Die Würde der Frau
Gebetsanliegen des Papstes
Audio zurück #weiter#
Nach der Wahl
Aufruf von Kardinal Schönborn
Literatur & Religion
Poetikdozentur an der Uni Wien
Fastenegdanken
26. März | Kardinal Christoph Schönborn
Fastengedanken
24. März | Bischof Michael Bünker
Fastengedanken
24. März | Dompfarrer Toni Faber
Tipps zurück #weiter#
Radiogottesdienst
So., 29.5. | 10:00 | ÖR
Radiogottesdienst
Do., 26.5. | 10:00 | ÖR
FeierAbend
Do., 26.5. | 19:52 | ORF 2
Radiogottesdienst
So., 15.5. | 10:00 | ÖR
Das Vermächtnis der ersten Christen
Mo., 16.5. | 19:25| ORF III
Woanders zurück #weiter#
Mai 2016
Die katholisch.at-Presseschau
April 2016
Die katholisch.at-Presseschau
März 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Februar 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Jänner 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Blogportal
Paul Wuthe | 11.05.2016

„Amoris Laetitia“ – lesen und leben

„Was will Papst Franziskus mit seinem neuen Familiendokument von der Kirche?“...
Der Redaktionsblog | 09.04.2016

Herausforderung " Einfachheit"

Jetzt ist es da, das mit Spannung erwartete postsynodale Schreiben „Amoris...
Georg Plank | 23.03.2016

Wie hat Jesus in Gethsemani gebetet?

Ich staunte, als ich in Sant`Apollinare Nuovo in Ravenna das Mosaik des...
Kalender
29.05.2016 | 10:00 | Neuberg/Mürz
Firmung mit Pfarrer Kan. Msgr. Mag. Josef Bierbauer
29.05.2016 | 10:00 | Sankt Stefan im R...
Firmung mit Generalvikar Kan. Dr. Erich Linhardt
29.05.2016 | 10:00 | Viktring
Fronleichnam und Pfarrfest
Feierliches Fronleichnamshochamt, musikalisch gestaltet vom Stiftschor Viktring. Danach... mehr »
Medienreferat der
Österreichischen
Bischofskonferenz

Stephansplatz 4/6/1
A-1010 Wien
©2016 Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz. Alle Rechte vorbehalten.
http://www.katholisch.at/
Darstellung: