Montag 27. Februar 2017
06. März 2016

Umweltexperten: Fakten-Check zu "Laudato si"

Boku-Rektor Gerzabek, Ökologie-Pionier Lötsch und frühere Umweltministerin Rauch-Kallat loben ganzheitlichen Ansatz

Umweltexperten nehmen Papst-Enzyklika 'Laudato si' unter die Lupe

Wissenschaftlich unangreifbar, aus einem tiefchristlichen Verständnis geschrieben und dabei gleichzeitig nicht nur für Theologen verständlich: So lässt sich der lobende Tenor einer Diskussion zusammenfassen, bei der Umweltexperten aus Wissenschaft, Kirche und Politik dieser Tage die Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus unter die Lupe genommen haben. Diskutanten wie Boku-Rektor Martin Gerzabek, die Umweltaktivistin Isolde Schönstein oder die frühere Umweltministerin Maria Rauch-Kallat verwiesen dabei in der Wiener Pfarre Baumgarten besonders auf den ganzheitlichen Ansatz des päpstlichen Lehrscheibens. Franziskus wende sich darin an alle Ebenen der Gesellschaft, sagte Gerzabek: "Es wird niemand ausgelassen: nicht die Politik, nicht die Staaten, nicht jeder Einzelne."

"Laudato si" reihe sich ein in eine Vielzahl früherer Dokumente, die die Basis der katholischen Soziallehre bilden, erinnerte der Boku-Rektor bei dem Gespräch. Franziskus' Forderung nach Humanökologie mit Bezug auf sozioökonomische Fragestellungen und nachhaltiger Entwicklung sei in dieser Form jedoch in keiner früheren Papst-Enzyklika enthalten, betonte Gerzabek.

Auch Schönstein, die die auch im kirchlichen Bereich wirkende "Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung" leitet, bezeichnete die Verbindlichkeit der Umweltaussagen als entscheidendes Novum der Enzyklika sowie, "dass es einen Papst gibt, der dahinter steht". Die Umweltaktivistin betonte ebenfalls die ganzheitliche Sicht des Papst-Schreibens. Schließlich helfe es doch gar nichts, "wenn wir den Armen irgendwo Spenden zukommen lassen, um ihr Leid zu lindern, wenn wir gleichzeitig mit unserem Konsum genau dort Schaden anrichten". Dass die westeuropäische Gesellschaft "zu jenen fünf Prozent der Menschheit gehört, die 80 Prozent der Ressourcen weltweit verbrauchen, muss uns klar gemacht werden und zum Nachdenken anregen, wie weit das auch mit kriegerischen Auseinandersetzungen zu tun hat", sagte Schönstein.

Die ehemalige Umweltministerin Rauch-Kallat verwies ebenso auf die klaren Handlungsanweisungen in der Enzyklika. Der Papst analysiere sehr verständlich die Schuld, die der Mensch bei der Zerstörung der Umwelt auf sich geladen habe und beschreibe, welche Verantwortungen jeder für seine ganz persönliche Umwelt, die gesamte Ökologie und die Armut in der Welt trägt. Rauch-Kallat hob auch das letzte "Laudato si"-Kapitel zur ökologische Erziehung und Spiritualität hervor. "Letztendlich liegt es an uns allen, auch die nächste Generation entsprechend zu erziehen, dass sie mit den Ressourcen gut umgeht, die wir haben", sagte die frühere Spitzenpolitikerin.

Zu den weiteren Teilnehmerin des Podiumsgesprächs zählten der emeritierte Direktor des Naturhistorischen Museums und Ökologie-Pionier, Bernd Lötsch, und der Wiener Pfarrer und Moraltheologe Gregor Jansen. Lötsch betonte, er sei tief beeindruckt, dass "Laudato si" die Umweltthemen wissenschaftlich unangreifbar und hoch kompetent beschreibe. Die Enzyklika sei "bereichert durch ethische Imperative, die man als aktiver Umweltschützer nur unterschreiben kann", meinte der Biologe. "Laudato si" besteche durch eine "spirituelle Überhöhung", welche die Aufgabe einer dringenden ökologischen Wende direkt aus zeitlosen christlichen Werten wie "Teilen, Verzichten, Fasten, franziskanische Schöpfungsliebe zu Kreatur" herauszulesen vermag.

Der Papst beziehe sich in seinem Lehrschreiben auf den "State of the Art" der Wissenschaft", sagte Jansen. "Es geht um reale Sorgen", unterstrich der Pfarrer mit Blick auf von Klimaskeptikern laut gewordene Kritik an der Enzyklika. Jansen berichtete dazu von einer kürzlich absolvierten Philippinenreise wo er im Gespräch mit den Menschen dort "unmittelbar mitbekommen habe, was Klimawandel heißt". In der besuchten Region hätten sich die Jahreszeiten bereits verschoben, schilderte der Pfarrer. Die Gegend sei vor anderthalb Jahren von einem schweren Taifun fast komplett zerstört worden.

 

Quelle: Kathpress

17. Dezember
2015
Positive Bilanz

"Klimapilger": Paris war erster Schritt

KFB-Generalsekretärin Appel: Durchringen zur Vereinbarung schon ein "gutes Zeichen", Aufholbedarf bleibt - 300 beteiligten sich in Österreich an der Aktion "Klimapilgern"

Windrad eines Wind Kraftwerkes. Gewinnung alternativer und nachhaltiger Energie zur Strom Erzeugung
30. November
2015

Sozialakademie-Dossier über "Ganzheitliche Ökologie"

Broschüre der Katholischen Sozialakademie zum Pariser Umweltgipfel präsentiert

18. Juni
2015
Bischof Schwarz

Laudato si: Ein "Gesamtkunstwerk"

Österreichs Katholiken werden Impuls zu "ganzheitlicher Ökologie" aufgreifen und bestehende gute Ansätze fortführen

Kardinal Christoph Sch
18. Juni
2015
Schönborn

Papst-Enzyklika nimmt alle Menschen in die Pflicht

Kardinal bezeichnet neue Öko-Enzyklika "Laudato si" als "Meilenstein" - "Es geht um die Zukunft der Welt und der Menschen, es geht um unser gemeinsames Haus"

comments powered by Disqus
Fotogalerien zurück #weiter#
Bischof Scheuer im Irak
70 Jahre Kathpress
Festakt mit Promi-Faktor
Franziskus wird 80
Pressekonferenz Biko 2016
Schönborn & Bünker
Herbstvollversammlung 2016
Bischofskonferenz
Videos zurück #weiter#
image
P. Nikodemus Schnabel OSB
Vortrag 2017
image
Bistum Osnabrück second
Botschaft an Präsident Trump
image
Papst Franziskus
Super Bowl 2017
image
Papst: Gebetsmeinungen
Februar 2017
image
70 Jahre Kathpress
Das Video zum Jubiläum
Audio zurück #weiter#
Fischer predigt
Ehemaliger Bundespräsident
Kardinal Schönborn
Wissenschaft und Glaube
"Wir brauchen das Ehrenamt"
Freiwilligenmesse-Initiator Walk
"Gemeinsam am Weg"
KJ-Vorsitzende zu 70 Jahre KJ
70 Jahre KJÖ
Jugendbischof Turnovszky
Tipps
Ordens-ABC
Die Ordensgemeinschaften Österreichs im Überblick
Woanders zurück #weiter#
Februar 2017
Die katholisch.at-Presseschau
Jänner 2017
Die katholisch.at-Presseschau
Dezember 2016
Die katholisch.at-Presseschau
November 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Oktober 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Blogportal
Ulrike Hofstetter | 28.12.2016

Mundgerechte Happen - schwer verdaulich

Meine Freundin Frieda hat jetzt eine neue App auf ihrem Handy. Eine Bibel App.
Paul Wuthe | 14.12.2016

Katholische Kirche Anno Domini 2016

Ökumene, Familie, Flüchtlinge, Barmherzigkeit und Kirchenreform - die großen...
Paul Wuthe | 28.11.2016

Bundespräsidentenwahl mit zwiespältigen religiösen Signalen

Keine Wahlempfehlung, aber der Versuch einer Einordnung einer...
Kalender
27.02.2017 | Graz
BibelTeilen
27.02.2017 | 08:00 | St. Pölten
Start des Sommersemesters
 Für den Beginn von Lehrveranstaltungen im Sommersemester auch den Aushang in der... mehr »
27.02.2017 | 15:00 | Graz
Handarbeitsrunde
Die fleißigen Damen treffen sich jeden Montag ab 15.00 Uhr im Pfarrsaal und bereiten wunderschöne... mehr »
Medienreferat der
Österreichischen
Bischofskonferenz

Stephansplatz 4/6/1
A-1010 Wien
©2017 Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz. Alle Rechte vorbehalten.
http://www.katholisch.at/
Darstellung: