Freitag 20. Januar 2017
08. März 2016

Eisenstädter Ordensspital baut Opfer-Hilfe aus

57 Mitarbeiter im Rahmen des EU-Projekts "Implement" speziell geschult - Opferschutzgruppe in Kooperation mit dem Frauenhaus Burgenland eingerichtet

Wiener Stra
Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt baut sein Angebot für Opfer häuslicher Gewalt aus. Bereits im November letzten Jahres hat das Ordensspital im Rahmen des EU-Projekts "Implement" in Schulungen, Mitarbeiter für das Thema sensibilisiert, "damit diese gewaltbedingte Verletzungen noch besser erkennen, sensibel ansprechen und therapieren", heißt es in einer Aussendung des Spitals am Dienstag anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März. Um Ärzten und Pflegekräften einen entsprechenden institutionellen Rückhalt zu bieten, initiierte das Spital Anfang dieses Jahres in Kooperation mit dem Frauenhaus Burgenland nun auch eine eigene Opferschutzgruppe, die Mitarbeiter des Hauses bei Bedarf entsprechend berät und unterstützt.

Für den zuständigen Landesrat für Gesundheit und Soziales Norbert Darabos sind die Maßnahmen "angesichts der immer weiter steigenden Fälle von häuslicher Gewalt wichtige Investition in die Zukunft". Für ihn sei es "eine Selbstverständlichkeit, dass ich diese Projekte unterstütze", betonte Darabos in der Aussendung. Das Krankenhauspersonal werde so mit jenen Fähigkeiten und Kompetenzen ausgestattet, "die notwendig sind, um im Ernstfall richtig zu reagieren". Schließlich seien Ärzte und Pflegekräfte häufig die ersten Ansprechpersonen für Opfer, erklärte auch Krankenhaus-Direktor Robert Maurer.

Durchgeführt wurde die Schulung im Rahmen von "Implement" in Zusammenarbeit mit dem Frauenhaus Burgenland. "Für einen professionellen Opferschutz sind die Etablierung eines institutionalisierten Überweisungssystems und damit die enge Zusammenarbeit von Gesundheitsinstitutionen und Frauenhilfsorganisationen unerlässlich", so Frauenhaus-Gewaltschutzexpertin Isabel Bernhardt.

Bisher konnten im Rahmen des Projekts 57 Mitarbeiter geschult werden. "Die Teilnehmer wurden unterrichtet, gewaltbedingte Verletzungen und Beschwerden als solche zu identifizieren, das Opfer auf das Gewalterleben anzusprechen, Beweise gerichtsverwertbar zu dokumentieren und die Betroffenen an entsprechende regionale Hilfseinrichtungen weit zu verweisen", so Bernhardt.

Mit der Einrichtung einer Opferschutzgruppe ist das Krankenhaus Anfang dieses Jahres einer gesetzliche Vorschrift nachgekommen. Mitarbeiter können sich bei Bedarf an die Gruppe wenden, um in konkreten Verdachtsfällen Rat und Unterstützung anzufordern.
Quelle: kathpress
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