Montag 5. Dezember 2016
11. März 2016

Bischöfe fordern mehr Hilfe für verfolgte Christen

Erklärung zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz: Alle fünf Minuten wird ein Christ wegen seines Glaubens getötet

Bild: An der Demonstration nahmen viele Menschen teil, die auf Plakatten ihre Solidarität bekundeten. Mehr als 500 deutsche und orientalische Christen haben am 17. August 2014 in der Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale für die verfolgten religiösen Min

Mehr internationale Solidarität mit den verfolgten Christen weltweit fordern die österreichischen Bischöfe. Sie schlagen in einer Erklärung zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz einmal mehr Alarm angesichts der größten Christenverfolgung in der Geschichte der Menschheit, für die sie maßgeblich den zunehmenden Fundamentalismus in der islamischen Welt verantwortlich machen. Weltweit würden rund 100 Millionen Christen verfolgt, und alle fünf Minuten werde ein Christ wegen seines Glaubens getötet. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit ereigne sich die zahlen- wie flächenmäßig umfangreichste Christenverfolgung der Geschichte. Umso unverständlicher sei das weit verbreitete Schweigen dazu in Österreich und in den meisten westlichen Ländern, kritisieren die Bischöfe.

Die massiven Menschenrechtsverletzungen gegen Christen dürfen nicht stillschweigend hingenommen werden, fordern die Bischöfe. Es sei daher begrüßenswert und wichtig, dass das Europäische Parlament vor wenigen Wochen am 4. Februar eine Resolution beschlossen hat, in der die Verfolgung von Christen durch den IS im Nahen Osten ausdrücklich als Genozid qualifiziert wird. Diese Beurteilung sei von Bedeutung, weil dadurch ein internationales Vorgehen zum Schutz von Christen im Nahen Osten rechtlich möglich ist.

 


Bei nüchterner Betrachtung der Fakten werde deutlich, dass fundamentalistische Strömungen in der islamischen Welt massiv zur gegenwärtigen Christenverfolgung beigetragen hat. In nahezu allen islamischen Ländern im Nahen Osten, in Asien und Afrika würden Christen wie "Bürger zweiter Klasse" behandelt und sie seien oft schutzlos den Behörden oder der Mehrheitsbevölkerung ausgeliefert. Es gebe aber auch andere Beispiele, wo Christen in islamisch geprägten Staaten wie Tunesien, Marokko, Jordanien, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten bessere Lebensverhältnisse haben, halten die Bischöfe in ihrer Erklärung fest.

Für die Christen im Nahen Osten seien Schutz und Hilfe überlebensnotwendig, weil immer mehr von ihnen in der Flucht den einzigen Ausweg sehen würden, so die Bischöfe. In Ländern wie Syrien, wo Christen seit 1.900 Jahren ununterbrochen leben, drohe somit das Christentum sogar zu verschwinden, warnen die heimischen Bischöfe.

Das Gebet und die verstärkte konkrete Hilfe vor Ort im Nahen Osten wie auch für jene, die nach Österreich geflüchtet sind, seien das Gebot der Stunde, unterstreichen die Bischöfe: "Es muss gewährleistet sein, dass sie in unserem Land und besonders in Asylunterkünften keine Ausgrenzung und Bedrängung aufgrund ihres Glaubens erfahren."

Seit 2010 wurde durch einen Beschluss der Bischofskonferenz die Hilfe für die Länder des Nahen Ostens, besonders für Syrien, Jordanien und den Libanon, deutlich verstärkt. Betrug sie 2010 noch rund 2,6 Millionen Euro, so haben die katholischen Hilfswerke im vergangenen Jahr 175 Projekte im Umfang von 7,5 Millionen Euro unterstützt.

Kardinal Christoph Schönborn, der Vorsitzende der Bischofskonferenz, wird zudem nach Ostern in den Irak reisen - als "konkretes Zeichen der Verbundenheit und der Unterstützung", wie es in der Erklärung heißt.

 

Quelle: kathpress

comments powered by Disqus
Fotogalerien zurück #weiter#
Pressekonferenz Biko 2016
Schönborn & Bünker
Herbstvollversammlung 2016
Bischofskonferenz
Schönborn in Ägypten
Verkündschafter
Kongress 7.-8. Oktober 2016
"DOCAT" Präsentation
Videos zurück #weiter#
image
Papst: Gebetsmeinungen
Dezember 2016
image
Pray. Skate. Live.
Passions of a fransican friar.
image
Cultus: Christkönig
Der Feiertag im Kirchenjahr
image
Im Zeichen der Ökumene
Schönborn und Bünker in Eisenstadt
image
Papst: Gebetsmeinungen
November 2016
Audio zurück #weiter#
Kardinal Schönborn
Wissenschaft und Glaube
"Wir brauchen das Ehrenamt"
Freiwilligenmesse-Initiator Walk
"Gemeinsam am Weg"
KJ-Vorsitzende zu 70 Jahre KJ
70 Jahre KJÖ
Jugendbischof Turnovszky
Menschenpflichten?
Jan & Aleida Assmann im Gespräch
Tipps zurück #weiter#
Orientierung
So., 11.12. | 12:30 | ORF 2
Radiogottesdienst
So., 11.12. | 10:00 | ÖR
Radiogottesdienst
Do., 8.12. | 10:00 | ÖR
Maria im Müll
Do., 8.12. | 19:52 | ORF 2
Advent in Vorarlberg
Do., 8.12. | 17:05 | ORF 2
Woanders zurück #weiter#
Dezember 2016
Die katholisch.at-Presseschau
November 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Oktober 2016
Die katholisch.at-Presseschau
September 2016
Die katholisch.at-Presseschau
August 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Blogportal
Paul Wuthe | 28.11.2016

Bundespräsidentenwahl mit zwiespältigen religiösen Signalen

Keine Wahlempfehlung, aber der Versuch einer Einordnung einer...
Paul Wuthe | 15.07.2016

"Die Kirche zahlt sehr wohl Steuern, und nicht wenig"

Mein Gastkommentar im Standard in Reaktion auf den Beitrag des Wiener...
Der Redaktionsblog | 30.06.2016

"Unablässig Trümmer auf Trümmer"

Manchmal möchte man aus der Haut fahren. Ist die Welt nicht verrückt...
Kalender
05.12.2016 | Fernitz
Nikolausaktion
05.12.2016 | 17:00 | St. Stefan ob Stainz
Offene Trauergruppe
05.12.2016 | 18:00
10 Minuten für den Frieden
Täglich bis 22. Dezember beten wir in unserer Kapelle um 18.00 Uhr um den Frieden. mehr »
Medienreferat der
Österreichischen
Bischofskonferenz

Stephansplatz 4/6/1
A-1010 Wien
©2016 Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz. Alle Rechte vorbehalten.
http://www.katholisch.at/
Darstellung: