Mittwoch 7. Dezember 2016
14. März 2016

Gottesdienst für verfolgte Christen des Orients

"Christian Solidarity International"-Generalsekretär Kuhn: "Gebetssturm für orientalische Christen, die sich allein gelassen fühlen"

Stephansdom, Blick

Im Zeichen der verfolgten Christen im Orient stand am Sonntag die Mittagsmesse im Wiener Stephansdom. Msgr. Franz Schlegl, der dem Gottesdienst vorstand, erinnerte am Beginn der Messfeier im Stephansdom daran, dass der 13. März auch der Todestag von Kardinal Franz König ist (der Wiener Alterzbischof starb am 13. März 2004); Kardinal König habe die Christen seiner Diözese immer eingeladen, "die Stimme jener zu sein, denen man die Stimme genommen hat". Das gelte heute besonders im Hinblick auf die Christen im Nahen Osten.

Papst Franziskus, der vor genau drei Jahren, am 13. März 2013 gewählt wurde, hat den Passions-Sonntag (Sonntag vor dem Palmsonntag) heuer der Solidarität mit den verfolgten Christen gewidmet. Der Generalsekretär von "Christian Solidarity International"-Österreich, Elmar Kuhn, unterstrich bei dem Gottesdienst diesen Aufruf des Papstes, einen "Gebetssturm der Solidarität" für die orientalischen Christen zu entfachen, "die sich allein gelassen fühlen".

"Christian Solidarity International" (CSI) habe in Syrien mehrere Bildungsprojekte ins Leben gerufen, um den Christen "Hoffnung auf Zukunft zu geben", damit sie nicht zu Flüchtlingen werden müssen, sondern in ihrer angestammten Heimat - der Urheimat des Christentums - bleiben können, betonte Kuhn: "Wir möchten den Christen helfen, damit sie bleiben und auf der Basis der Versöhnung einen Neubeginn und den Wiederaufbau wagen können".

"In meinem Land herrscht absolute Finsternis"
In der neuesten Nummer der CSI-Zeitschrift, die auch im Stephansdom verteilt wurde, berichtet der in der syrischen Stadt Qaryatain von den IS-Terroristen entführte und monatelang festgehaltene syrisch-katholische Ordensmann P. Jacques Mourad über seine Erfahrungen. Elmar Kuhn zitierte im Stephansdom aus dem Interview des Ordensmannes die Feststellung: "In meinem Land herrscht absolute Finsternis."

In dem Interview berichtete P. Jacques Mourad u.a.: "Die schlimmsten Momente erlebte ich, als IS-Wachen regelmäßig meine Zelle aufsuchten und mit meiner Enthauptung drohten, sollte ich nicht bald zum Islam konvertieren. Als einer von ihnen mir eines Tages ein Dolchmesser am Hals ansetzte, war ich auf das Schlimmste gefasst. Doch es war am Ende 'nur' eine einschüchternde Scheinhinrichtung, eine grausame seelische Marter." Aber gerade in der leidvollen Zeit seiner Gefangenschaft im Gewahrsam des IS habe er aus dem Gebet enorme Festigkeit und inneren Halt geschöpft.

Wörtlich sagte der Ordensmann - der aus Sicherheitsgründen derzeit im Libanon lebt - in dem CS-Interview: "Es ist offensichtlich, dass der sogenannte 'Islamische Staat' die einheimischen Christen aus dem Nahen Osten auslöschen will - ausgerechnet dort, wo das Christentum seinen Ursprung hat." Diese Terrormiliz meine es ernst: "Sie jagen nicht nur die Häuser der Christen in die Luft und konfiszieren ihre Besitztümer, damit sie zur Flucht gezwungen werden. Sie zerstören auch all ihre christlichen Symbole, die ein wesentlicher Bestandteil unserer Identität sind." Während seiner Gefangenschaft hätten die Terroristen nicht von ungefähr sein Kloster St. Elian in Qaryatain mit Bulldozern dem Erdboden gleichgemacht.

An die europäischen Gesellschaften appellierte P. Jacques Mourad, die Kirchen zu unterstützen, damit diese die geflüchteten Gläubigen aus dem Nahen Osten unter ihre Fittiche nehmen können: "Christen verstehen sich mühelos unter ihresgleichen". Problematisch sei dagegen, wie es "das laizistische Europa schaffen wird, mit jenen fanatischen Muslimen umzugehen, die im Zuge der großen Flüchtlingswelle nun in alle Länder verstreut sind".

 

 

Quelle: kathpress

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