Samstag 25. März 2017
15. März 2016

Caritas drängt auf humanitäre Lösung

Caritas-Helfer Preindl an griechisch-mazedonischer Grenze: Katastrophale hygienische Situation, zu wenig Schutz vor Kälte und Nässe

Idomeni im März 2016

Als humanitäre Katastrophe innerhalb der Europäischen Union bezeichnet die Caritas die derzeitige Lage in Idomeni. Die Staatengemeinschaft und auch die österreichische Bundesregierung dürften die Flüchtlinge im griechisch-mazedonischem Grenzort nicht in Stich lassen, forderte Caritas-Präsident Michael Landau am Dienstag in einer Aussendung. Landau bezeichnete die aktuelle dramatische Situation vor Ort - hunderte Menschen hatten zuletzt versucht, von Griechenland nach Mazedonien zu kommen - als eine Konsequenz der Kursänderung der österreichischen und der europäischen Politik.

15.000 Flüchtlinge halten sich derzeit in Idomeni auf, 3.000 davon in sechs Großzelten mit Stockbetten, berichtete Caritas-Katastrophenhelfer Thomas Preindl vor Ort. Teils müssten die Menschen abwechselnd in den Zelten schlafen, um zumindest hin und wieder eine einigermaßen trockene Unterkunft die Nacht über zu haben. "Die übrigen suchen verzweifelt Unterschlupf vor Regen und Kälte in kleinen, für zwei bis vier Personen dimensionierten Campingzelten, die schlichtweg für Dauerregen und Kälte nicht geeignet sind", so der Helfer.

In Idomeni herrsche ein unerträglicher Gestank von verbranntem Plastik, der in den Augen brenne, schilderte Preindl; die Menschen versuchten in ihrer Verzweiflung, mit Brennholz und allen greifbaren Materialien die Kälte zu bekämpfen. Katastrophal sei auch die hygienische Situation ist: "Die vorhandenen Container und mobilen WCs sind nicht ausreichend, es gibt kaum Duschen."

Leid durch "Schwenk in der Asylpolitik"
Die Menschen, die sich im Vertrauen auf Aufnahme und Schutz in der EU aus den Konfliktgebieten auf den Weg gemacht hätten, seien nun die Leidtragenden des Schwenks in der Asylpolitik, so Landau. Die EU-Mitgliedsstaaten - und damit auch Österreich - sollten den Betroffenen vor Ort helfen; sie müssten zumindest jenen Kindern mit ihren Müttern Schutz gewähren, deren Väter schon in einem anderen EU-Land sind, sowie auch Familien mit kleinen Kindern. "Beides aus Gründen der Humanität, aber nicht zuletzt auch angesichts des Vorrangs für das Kindeswohl im Sinne der Kinderrechtskonvention", betonte der Caritas-Präsident.

Die Caritas Österreich unterstützt die Nothilfe der griechischen Caritas für Menschen auf der Flucht bereits seit Monaten. Insgesamt wurden mehr als 710.000 Euro für Nothilfeaktivitäten in Idomeni, in Athen, in Thessaloniki und auf Lesbos sowie in Mazedonien, Serbien, Rumänien, Ungarn, Kroatien und Slowenien zur Versorgung der Menschen mit dem Nötigsten bereitgestellt. Eingesetzt wurden die Spenden aus Österreich in Griechenland durch Hilfe mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und medizinischer Beratung sowie durch den Transport von Hilfsgütern.

 

 

Quelle: kathpress

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