Montag 24. April 2017
15. März 2016

Gender steht für "überzogenes Ideal von Gleichheit"

IMABE-Geschäftsführerin Kummer vermisst in Gender-Debatte ernsthafte Auseinandersetzung mit der Biologie wie auch positiven Umgang mit Elternschaft

Susanne Kummer - Geschäftsführerin IMABE

Mehr Gleichberechtigung von Frau und Mann und eine Wertschätzung der Verschiedenheit der Geschlechter statt deren "Nivellierung" hat die Bioethikerin Susanne Kummer gefordert. Die Geschäftsführerin des Wiener Bioethikinstituts IMABE forderte in einem im Praxisheft der Päpstlichen Missionswerke ("missiothek") veröffentlichten Interview die Eingrenzung des Gender-Begriffes und dessen Neudefinition unter Berücksichtigung von Biologie und Anthropologie; beide könnten in der Frage der Identität von Frau und Mann nicht ausgeklammert werden, mahnte sie. Den Gender-Begriff umschrieb Kummer als ein "überzogenes Ideal von Gleichheit", das Männlichkeit und Weiblichkeit komplett nivelliere und sie zur Disposition stelle. Seine Befürworter verfolgten eine "Ideologie, die Gerechtigkeit durch Gleichmacherei verspricht: Eine kleine Minderheit will einer großen Mehrheit eine Weltanschauung aufzwingen."

Der aus der Sprachwissenschaft stammende und in den Sozialwissenschaften verankerte Gender-Begriff habe bei den Naturwissenschaften deutliche "Berührungsängste", so Kummer. Eine "ehrliche wissenschaftliche Auseinandersetzung" mit diesem Problem gebe es derzeit nicht, zumindest aber eine innerfeministische Debatte: Die IMABE-Chefin verwies hier auf Warnungen der Philosophin Käthe Trettin, der Frauenpolitik käme das Subjekt abhanden, sobald die biologische Komponente obsolet werde. Die mit dem Gender-Begriff implizierte "Negation der Biologie" trage nicht zu mehr Gleichberechtigung und Wertschätzung von Mann und Frau bei, so der Standpunkt Kummers, die sich selbst als überzeugte Frauenrechtlerin bezeichnete.

Als weiteren Schwachpunkt befand die Wiener Bioethikerin, dass der Gender-Begriff von Anliegen der Frauen, der Familie und der Kinder entkoppelt sei. "Die Gender-Ideologen haben sich die wahren Probleme noch nicht zum Anliegen gemacht." Völlig fehle auch der positive Umgang mit dem Thema Elternschaft. "Wenn die Fähigkeit, Leben hervorzubringen, nicht sein darf, dann stimmt etwas nicht", so Kummer. Erst wenn Gender einen positiven Zugang zur Mutter- und Vaterschaft finde, würden sich Millionen von Männern und Frauen in dieser Theorie wiederfinden.

"Geschlechtlichkeit hat tiefen Sinn"
Geschlecht solle Kummer zufolge nicht mehr als reines Konstrukt unter dem Vorzeichen der Macht definiert werden, denn: "Die Geschlechtlichkeit hat einen tiefen Sinn. Wir müssen lernen, diesen Sinn neu zu entdecken anstatt die Biologie zu nivellieren."

Als eine Zukunftsaufgabe beschrieb die Expertin deshalb die Frage, wie Geschlechtlichkeit positiv in die eigene Identität integriert werden könne. Derzeit seien die Vorzeichen dafür schwierig, besonders für Jugendliche: Die "Illusion", alles bis hin zum eigenen Geschlecht sei in Frage gestellt und beliebig wählbar, würde auf sie großen Druck ausüben, sie verunsichern und überfordern. Sie täten sich in Folge schwer, ein positives Verhältnis zum eigenen Körper zu finden und mit negativen Emotionen fertig zu werden; die beiden Extreme des Körperkults und selbstzerstörerischer Tendenzen seien dafür Indizien.

Weitgehend ausgeblendet werde derzeit auch, "dass der Leib eine Gabe ist. Diese Vor-gabe wird zur Auf-Gabe", so die Ethikerin. Junge Menschen müssten diesen Prozess der Selbstfindung und Selbstannahme persönlich durchmachen, bräuchten dafür aber auch ein unterstützendes Umfeld.

 

 

Quelle: kathpress

Susanne Kummer, Geschäftsführerin IMABE
02. Februar
2016
Ethikerin

Ethisch vertretbare Leihmutterschaft gibt es nicht

IMABE-Institutsleiterin Kummer in "Presse"-Gastkommentar: Ausbeutung von Frauen erinnert an "Sklaverei wie vor 200 Jahren", zudem auch Missachtung der Kinderrechte

29. Januar
2016
Leihmutterschaft

Kirchenexperten drängen auf EU-weites Verbot

Europarats-Entscheid über Berichterstatterin de Sutter "erstaunt" und widerspricht eigenen Richtlinien zu Transparenz und Umgang mit Interessenskonflikten

19. Januar
2016
Experten sehen Korrekturbedarf

Ein Jahr Fortpflanzungsgesetz

Diskussion des Instituts für Ehe und Familie mit Politikern und Medienleuten zeigt unzureichende Umsetzung der Novelle

comments powered by Disqus
Fotogalerien zurück #weiter#
Hommage an Benedikt XVI.
Zum 90. Geburtstag
Bischöfe in Vorarlberg
Frühjahrsvollversammlung 2017
Bischof Scheuer im Irak
70 Jahre Kathpress
Festakt mit Promi-Faktor
Franziskus wird 80
Videos zurück #weiter#
image
Ein gemeinsamer Ostertermin
Vortrag vonProf Groen
image
Papst: Gebetsmeinungen
April 2017
image
Hommage an Benedikt XVI.
Zum 90. Geburtstag
image
The Story of Mary's Meals
image
Kreuzwegandacht 2017
Audio zurück #weiter#
Aussöhnung in Sicht?
Der Vatikan & die Piusbrüder
"Kein Wahlkampfmodus"
Landau zur Kritik an NGOs
Interreligiöser Dialog
Statement von Kardinal Schönborn
Fischer predigt
Ehemaliger Bundespräsident
Kardinal Schönborn
Wissenschaft und Glaube
Tipps
Ordens-ABC
Die Ordensgemeinschaften Österreichs im Überblick
Woanders zurück #weiter#
März 2017
Die katholisch.at-Presseschau
Februar 2017
Die katholisch.at-Presseschau
Jänner 2017
Die katholisch.at-Presseschau
Dezember 2016
Die katholisch.at-Presseschau
November 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Blogportal
Paul Wuthe | 05.04.2017

Das Kreuz soll bleiben

Warum das Kreuz im Gerichtsaal die Unabhängigkeit der Rechtssprechung nicht...
Ulrike Hofstetter | 28.12.2016

Mundgerechte Happen - schwer verdaulich

Meine Freundin Frieda hat jetzt eine neue App auf ihrem Handy. Eine Bibel App.
Paul Wuthe | 14.12.2016

Katholische Kirche Anno Domini 2016

Ökumene, Familie, Flüchtlinge, Barmherzigkeit und Kirchenreform - die großen...
Kalender
24.04.2017 | 08:00 | Graz
Kontemplatives Yoga
24.04.2017 | 11:00 | Wien, Kath. Hochs...
Eröffnung der Ausstellung "30 Jahre Tschernobyl - nein,...
Präsentation von Bildern eines Schülerwettbewerbs der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine... mehr »
24.04.2017 | 11:00 | Wien, Kath. Hochs...
Eröffnung der Ausstellung "30 Jahre Tschernobyl - nein,...
Präsentation von Bildern eines Schülerwettbewerbs der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine... mehr »
Medienreferat der
Österreichischen
Bischofskonferenz

Stephansplatz 4/6/1
A-1010 Wien
©2017 Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz. Alle Rechte vorbehalten.
http://www.katholisch.at/
Darstellung: