Sonntag 23. April 2017
16. März 2016

Katholische Verbände kritisieren Griss

Bundespräsidentschaftskandidatin tritt für Aufhebung des Eheverbots für gleichgeschlechtliche Paare ein - AKV-Präsident Kukacka sieht "gesellschaftlich bedenkliches Signal"

Die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) kritisiert Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss für deren Eintreten für eine Aufhebung des Eheverbots für gleichgeschlechtliche Paare in Österreich. Griss setze mit der Unterzeichnung der entsprechenden parlamentarischen Bürgerinitiative "Ehe gleich" ein "gesellschaftlich bedenkliches Signal" und stelle das Rechtsinstitut der Ehe als gesellschaftliches Leitbild in Frage, so AKV-Präsident Helmut Kukacka am Mittwoch in einer Presseaussendung. Die ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofs, die als Unabhängige bei der Bundespräsidentenwahl kandidiert, hatte die Bürgerinitiative zuvor am Dienstag medienwirksam vor dem Parlament unterschrieben.

 

Die AKV bedauere, dass Griss nicht bereit sei, am Begriff der Ehe als ausschließliche Verbindung von Mann und Frau festzuhalten, betonte Kukacka. Er bezeichnete die Entscheidung Griss' als "politisch unverständlich und sachlich ungerechtfertigt". Es gebe "keinen sachlich gerechtfertigten Grund, die Lebensgemeinschaft zweier Menschen des gleichen Geschlechts ebenfalls als Ehe zu bezeichnen", stellte der AKV-Präsident und frühere ÖVP-Staatssekretär fest.

 

Gleichgeschlechtliche Paare könnten in Österreich über eine "Eingetragene Partnerschaft" eine öffentlich bekundete, rechtlich verbindliche und auf Dauer ausgelegte Lebens- und Fürsorgegemeinschaft eingehen, erinnerte Kukacka. Die aktuelle österreichische Rechtslage erlaube gleichgeschlechtlichen Paaren auch das gemeinsame Aufziehen von Kindern. Der Bürgerinitiative gehe es daher "nicht um gleiche Rechte, sondern längst darum, im Namen der Gleichheit alle natürlichen Wesensunterschiede aufzuheben", kritisierte der AKV-Präsident: "Aber Ungleiches kann auch nicht durch eine Bürgerinitiative gleich gemacht werden."

 

Die angestrebte Gleichstellung von heterosexuellen und homosexuellen Paaren stelle die gesellschaftliche Schutzwürdigkeit und die besondere Rechtsstellung der Familie in Frage, betonte Kukacka: "Denn letztlich ist die Gemeinschaft von Mann und Frau einzigartig, denn sie allein ist es, in der neues menschliches Leben entstehen kann." Eine dauerhafte Gemeinschaft von Vater und Mutter schaffe die günstigsten Bedingungen für das Heranwachsen von Kindern. "Das ist auch die Grundlage für die dauerhafte Existenz einer Gesellschaft", so der AKV-Präsident.

 

 

Quelle: kathpress

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