Sonntag 28. Mai 2017
17. März 2016

Scheuer will "entgiften", wenn Vielfalt zu Zwietracht führt

Linzer Bischof Scheuer im OÖN-Interview: Vielfalt ist Chance, "manchmal steckt auch Gift drin" - Scheuer will künftig Frauen in Leitungspositionen fördern

Die Vielfalt in der Diözese Linz mit sowohl explizit reformorientierten als auch traditionalistischen Kräfte ist für ihren neuen Bischof Manfred Scheuer eine Chance, birgt aber auch Gefahren. Es gebe durch diese Konstellation "oft auch gleichgültiges Nebeneinander, Gegeneinander, manchmal steckt auch Gift drin". Als Bischof sei es seine Aufgabe, im Dienst der Einheit auf unterschiedliche Richtungen zu hören, zu vermitteln und wenn nötig "auch zu entgiften", betonte Scheuer am Donnerstag im Interview mit den "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) 60 Tage nach seinem Amtsantritt.

 

Neue Weichenstellungen wolle er aber nicht gleich vornehmen, erklärte Scheuer. "Ein hörendes Herz heißt zuerst wahrnehmen, nicht gleich verändern wollen." Auf die Eindrücke seiner ersten Wochen im Amt habe er sich "noch keinen Reim gemacht". Außerdem sei Leitung "nicht primär eine Machtfrage", gab der Bischof zu bedenken. So zu denken, sei ein "infantiler Zugang zum Amt". Er verstehe seine Führungsposition vielmehr so, "eine Gemeinschaft in der Spur des Evangeliums zu halten, eine solidarische Gemeinschaft aufzubauen". Seine wesentliche Aufgabe sei es, "zu ermutigen und zu bestärken".

 

Die "sehr kritischen, heftigen Briefe", die es seit Amtsantritt neben viel Ermutigung und Freudensäußerungen auch gab, versucht Scheuer "nicht persönlich zu nehmen und die Wahrheit dahinter zu sehen". Ihm sei bewusst, dass sich in der Person des Bischofs Erwartungen, manchmal auch Projektionen und Aggressionen bündeln. "Ich glaube, das gehört zum Leben dazu."

 

Frauen in Leitungspositionen stärken

 

Mit Blick auf den Altersdurchschnitt der oberösterreichischen Priester - er liegt bei 65 Jahren - möchte Scheuer "entkrampfen, weil sich das Leben nicht nur in der Pfarrleitung abspielt". Es werde auch in Hinkunft Pfarren und Seelsorgeeinheiten geben. Eine wichtige Rolle würden künftig auch Frauen spielen. Ähnlich wie in Innsbruck möchte der Bischof auch in Linz Frauen in Leitungsaufgaben stärken. "Das ist es, was in Oberösterreich jetzt ansteht". Führungsfunktionen seien Frauen ja nicht verwehrt, auch wenn anderes für kirchliche Weiheämter gelte. Theologisch vorstellbar ist für Scheuer auch die Öffnung des Diakonenamtes für Frauen.

 

In der Flüchtlingsfrage setzt Scheuer vor allem auf eine Befriedung der Krisenherde im Nahen Osten. Die erste Frage müsse sein, wie es in Syrien oder im Irak zum Frieden kommt. Denn nicht die Flüchtlinge seien die Krise, "sondern der Krieg ist es". Eine Schlüsselrolle spielten laut dem Bischof auch afrikanische Länder. Dort müsse die Lage so verändert werden, "dass die Leute eine Zukunft haben".

 

Scheuer sprach sich auch für mehr Solidarität bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus. Alle Länder der Europäischen Union, aber auch die USA und Kanada, müssten auf ihre Verantwortung aufmerksam gemacht werden. "Natürlich können Österreich und Deutschland den Flüchtlingsstrom nicht alleine schaffen", auch wenn sich dort in den vergangenen Jahren gezeigt habe, "dass Kräfte der Humanität und Solidarität stärker waren, als man zunächst erwarten durfte".

 

 

Quelle: kathpress

comments powered by Disqus
Fotogalerien zurück #weiter#
Hommage an Benedikt XVI.
Zum 90. Geburtstag
Bischöfe in Vorarlberg
Frühjahrsvollversammlung 2017
Bischof Scheuer im Irak
70 Jahre Kathpress
Festakt mit Promi-Faktor
Franziskus wird 80
Videos zurück #weiter#
image
Papst: Gebetsmeinungen
Mai 2017
image
Tag der Arbeitslosen
image
Ein gemeinsamer Ostertermin
Vortrag vonProf Groen
image
Papst: Gebetsmeinungen
April 2017
image
Hommage an Benedikt XVI.
Zum 90. Geburtstag
Audio zurück #weiter#
Aussöhnung in Sicht?
Der Vatikan & die Piusbrüder
"Kein Wahlkampfmodus"
Landau zur Kritik an NGOs
Interreligiöser Dialog
Statement von Kardinal Schönborn
Fischer predigt
Ehemaliger Bundespräsident
Kardinal Schönborn
Wissenschaft und Glaube
Tipps zurück #weiter#
Radiogottesdienst
So., 28. Mai | 10:00 | ÖR
Orientierung
So., 28.5. | 12:30 | ORF 2
Ordens-ABC
Die Ordensgemeinschaften Österreichs im Überblick
Woanders zurück #weiter#
Mai 2017
Die katholisch.at-Presseschau
April 2017
Die katholisch.at-Presseschau
März 2017
Die katholisch.at-Presseschau
Februar 2017
Die katholisch.at-Presseschau
Jänner 2017
Die katholisch.at-Presseschau
Blogportal
Paul Wuthe | 05.04.2017

Das Kreuz soll bleiben

Warum das Kreuz im Gerichtsaal die Unabhängigkeit der Rechtssprechung nicht...
Ulrike Hofstetter | 28.12.2016

Mundgerechte Happen - schwer verdaulich

Meine Freundin Frieda hat jetzt eine neue App auf ihrem Handy. Eine Bibel App.
Paul Wuthe | 14.12.2016

Katholische Kirche Anno Domini 2016

Ökumene, Familie, Flüchtlinge, Barmherzigkeit und Kirchenreform - die großen...
Kalender
28.05.2017 | Fernitz
Pfarrfest
28.05.2017 | St. Johann bei He...
Wohlfühltage
Urlaub miteinander für Frauen mehr »
28.05.2017 | St. Johann bei He...
Fasten mit Pferdeglück
Fastenwoche inklusive Energiearbeit mit Pferden mehr »
Medienreferat der
Österreichischen
Bischofskonferenz

Stephansplatz 4/6/1
A-1010 Wien
©2017 Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz. Alle Rechte vorbehalten.
http://www.katholisch.at/
Darstellung: