Montag 26. Juni 2017
19. März 2016

Bürgler wünscht sich offenen Bischof

Bürgler in "Tiroler Tageszeitung": "Er muss mit unterschiedlichen Lebenskonzepten sowie Zugängen zu Kirche und Glauben gut umgehen können" - "Bin kein aussichtsreicher Kandidat"

Innsbrucks Diözesanadministrator Jakob Bürgler wünscht sich für seine Diözese einen den Gegebenheiten einer pluralen Gesellschaft gegenüber offenen Bischof. "Er muss mit unterschiedlichen Lebenskonzepten sowie Zugängen zu Kirche und Glauben gut umgehen können", betonte Bürgler am Samstag in der "Tiroler Tageszeitung". Es selber sei "kein aussichtsreicher Kandidat". In Innsbruck ist seit dem Wechsel von Manfred Scheuer nach Linz der Bischofsstuhl unbesetzt. Der bisherige Generalvikar Jakob Bürgler wurde am 18. Jänner vom Konsultorenkollegium zum Diözesanadministrator gewählt und leitet die Diözese seither interimistisch, bis der Papst einen neuen Innsbrucker Bischof ernennt.

 

Obwohl Tirol eine "starke Tradition" habe, gebe es keine "geschlossene Gesellschaft". Für Bürgler ist das kein Verlust, sonder die Chance, "eine neue Verortung von Religion und Glaube zu entdecken". Der neue Bischof sollte deshalb, so der Diözesanadministrator, "nicht ständig gegen den Zeitgeist auftreten, vielmehr die Zeichen des Geistes Gottes in der Zeit wahrnehmen". Mit Papst Franziskus fordert er, in die "unterschiedlichsten Lebensfelder hineinzugehen und sich nicht in Binnenbereiche zurückzuziehen, wo alles klar und geregelt ist".

 

Dass sich in der Diözese auch Gruppierungen finden, die diesen offenen Weg nicht unterstützen, will der Diözesanadministrator nicht verheimlichen. "Flügelkämpfe" seien es allerdings keine. Er erlebe eine "gewisse Unruhe, doch es hält sich in einem gut verträglichen Rahmen", so Bürgler.

 

Bürgler hofft, dass die Situation in der Diözese sich auch in der Wahl des neuen Bischofs widerspiegeln werde und setzt dabei auf Papst Franziskus. Schließlich wünsche sich dieser bei Personalentscheidungen eine starke Einbindung der Ortskirche und der Diözesen. "Ich habe den Eindruck, dass dieser Wunsch ernst genommen wird." Mit einer Bestellung des neuen Bischofs noch in diesem Sommer rechnet der Diözesanadministrator nicht, hofft allerdings auf eine Entscheidung noch in diesem Jahr.

 

"Bin kein aussichtsreicher Kandidat"

 

Bürgler gilt gemeinsam mit seinem Bruder, dem Jesuitenprovinzial Bernhard Bürgler, als möglicher Nachfolger Manfred Scheuers als Bischof der Diözese Innsbruck. Das sei etwas ganz Eigenartiges, mit dem beide aber "sehr nüchtern" umgingen. "Wir werden genannt, ja. Aber den Eindruck, dass wir aussichtsreiche Kandidaten wären, teilen wir nicht." Als befremdend empfinde er es allerdings, "wenn sich gewisse Personen sehr stark ins Spiel bringen. Da frage ich mich schon, ob sie wissen, was sie tun".

 

Die Ernennung zum Bischof sei "eine Wendung im Leben eines Priesters, die gar nicht einfach zu bewältigen ist". Er versuche aber "offen zu sein für den Weg, der sich ergibt. Ich bin gerne Seelsorger; in welcher Funktion, das liegt nicht in meiner Hand". Seine aktuelle Aufgabe sieht Bürgler in einer "Brückenfunktion von einem Bischof zum anderen". Viele der Tätigkeiten seien ihm als Generalvikar der Diözese bereits vertraut, "einige inhaltliche sowie die öffentliche Präsenz sind dazugekommen. Die neuen Aufgaben machen mir durchaus Freude und erfüllen mich positiv".

 

 

Quelle: kathpress

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