Mittwoch 18. Januar 2017
19. März 2016

"Solidarität aufrecht erhalten"

Aufruf zur diesjährigen Haussammlung - Notleidende in Österreich und in Idomeni brauchen Hilfe

Der steirische Caritasdirektor Franz Küberl hat während der diesjährigen Haussammlung erneut zur Solidarität mit Menschen in Not - in Österreich und anderswo - aufgerufen: "Es gibt bei uns viele Menschen, die in Not geraten sind und dringend Hilfe bedürfen. Wir dürfen nicht nachlassen, diese Menschen zu unterstützen." Gleichzeitig wies Küberl auf die anhaltend dramatische Situation für Flüchtlinge in Griechenland hin. "Auch wenn wir nun in der Steiermark nicht mehr in dem Ausmaß direkt betroffen sind, dürfen wir nicht so tun, als sei das Problem gelöst. Im Gegenteil, in Idomeni sehen wir eine humanitäre Katastrophe von erschreckendem Ausmaß", hieß es in einer Caritas-Aussendung am Freitag.

 

Die alljährliche Haussammlung der Caritas ist laut Küberl eine "Einladung zur Solidarität mit Hilfsbedürftigen in der eigenen Nachbarschaft, im Bezirk, in der Diözese". Während der wichtigsten Sammlung der Caritas sind seit Februar bis April in der ganzen Steiermark rund 4.000 Haussammler und Haussammlerinnen unterwegs. Zehn Prozent des Spendenergebnisses bleiben in der jeweiligen Pfarre; die gesamte Summe kommt Menschen in der Steiermark zugute, die Hilfe benötigen.

 

Österreich mitverantwortlich für Idomeni

 

Aber auch in Idomeni gebe es Not, die rasches Handeln erfordere. "Vor allem Kinder sind gefährdet", wies Küberl hin. Viele Minderjährige seien ohne Eltern unterwegs. "In der Hoffnung auf Frieden geraten sie in eine Welt, in der ihnen Menschenhandel, Prostitution und Sklaverei drohen", schlug der Caritasdirektor Alarm.

 

Die Lage in Idomeni ist laut Küberl eine direkte Folge der österreichischen Abschottungspolitik: "Wovor Hilfsorganisationen gewarnt haben, ist eingetreten: Die humanitäre Katastrophe in Idomeni wurde bewusst in Kauf genommen" hielt Küberl fest. "Wir dürfen die dort gestrandeten Menschen nicht weiter der Gefahr für Gesundheit und Leben aussetzen, sondern müssen rasch eine Lösung für die Unterbringung schaffen und den Weg zu einem geregelten Asylverfahren ebnen", forderte Küberl. Die EU dürfe Griechenland nicht alleine lassen: "Auch Österreich ist aufgefordert, die EU zum Helfen zu bringen und selbst zu helfen."

 

 

Quelle: kathpress

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