Donnerstag 23. Februar 2017
27. März 2016

Päpstliche Osterbotschaft im Zeichen von Terror und Flüchtlingen

Papst Franziskus spendete am Ostersonntag auf dem Petersplatz in Rom den traditionellen Segen "Urbi et orbi".
Ostern im Vatikan

Papst Franziskus hat in seiner Osterbotschaft an das Leid von Flüchtlingen und Terroropfern erinnert und zum Einsatz für Frieden und soziale Gerechtigkeit aufgerufen. "Die Welt ist voll von Menschen, die an Leib und Seele leiden, während die Nachrichten sich mit Meldungen über grausame Verbrechen füllen", sagte er am Sonntag bei der Osterzeremonie auf dem Petersplatz. Gewalt zeige sich in häuslichen Mauern ebenso wie bei bewaffneten Konflikten unter denen ganze Bevölkerungen litten, so der Papst in seiner Ansprache auf der Mittelloggia des Petersdoms. Anschließend spendete er den traditionellen Segen "Urbi et orbi" - "der Stadt und dem Erdkreis".

 

Dieses Osterfest stehe besonders im Zeichen des Terrors, sagte der Papst in seiner Botschaft, "jener blinden und grausamen Form von Gewalt, die nicht aufhört, unschuldiges Blut in vielen Teilen der Erde zu vergießen", so Franziskus. Er rief zur Solidarität mit den Opfern der weltweiten Anschläge auf und erwähnte insbesondere den Terror in Belgien, der Türkei, in Nigeria, Tschad, Kamerun und der Elfenbeinküste.

 

Der Papst erinnerte an "die immer größer werdende Schar der Migranten und Flüchtlinge - unter ihnen viele Kinder", die Krieg, Hunger, Armut und sozialer Ungerechtigkeit entkommen wollten. Auf ihrem Weg fänden viele den Tod und begegneten der "Zurückweisung derer, die Aufnahme und Hilfe anbieten könnten". In diesem Zusammenhang appellierte Franziskus an den bevorstehenden Welthumanitätsgipfel, die Würde des Menschen in den Vordergrund zu stellen und politische Lösungen für die Notleidenden zu entwickeln.

 

Als wichtigen Grund für das Elend nannte Franziskus eine profitgierige Ausbeutung der Natur und den Klimawandel. Dieser führe zu Dürren, Überschwemmungen und Nahrungsmittelkrisen.

 

Seinen Blick auf die Konfliktherde der Welt eröffnete der Papst mit einem Appell an die Kriegführenden in Syrien. Das zerrissene Land leide seit langem unter der Verachtung humanitärer Regeln und dem gesellschaftlichen Zerfall. Er rief die Konfliktparteien dazu auf, in den laufenden Verhandlungen ehrlich für den Frieden und die Errichtung einer brüderlichen, menschenwürdigen Gesellschaft zu arbeiten. In diesen Appell bezog der Papst auch andere Krisengebiete des Mittelmeerraums und des Nahen Ostens ein wie den Irak, Jemen und Libyen.

 

Mit Blick auf den Nahostkonflikt forderte Franziskus Israelis und Palästinenser zu direkten Verhandlungen auf mit dem Ziel, einen dauerhaften und gerechten Frieden zu schaffen. Gleiches forderte Franziskus mit Blick auf den Konflikt in der Ukraine. Dort gehe es auch um die Freilassung festgehaltener Personen. Hoffnung und Mut zum Frieden wünschte Franziskus sich ferner für Burundi, Mosambik, die Demokratische Republik Kongo und den Südsudan.

 

Außerdem erinnerte der Papst an das Leiden der verfolgten Christen. Ihnen rufe der auferstandene Christus zu: "Habt Mut: Ich habe die Welt besiegt" (Joh 16,33). Ebenso stehe er alten, geschwächten Menschen sowie jungen Menschen, denen keine Zukunftsperspektive geboten werde. Am Sonntagvormittag hatte Franziskus auf dem Petersplatz die Ostermesse zum Fest der Auferstehung Jesu Christi gefeiert. Trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen waren bei sonnigem Frühlingswetter Zehntausende auf den damit fast ganz gefüllten Petersplatz geströmt.

 

Quelle: Kathpress

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