Samstag 24. Juni 2017
11. Juli 2016

Kirche kann nach wie vor viele Menschen gewinnen

Pastoraltheologe argumentiert in "Kleiner Zeitung" mit Attraktivität von Papst Franziskus auch außerhalb der Kirche - Politik und Kirche sollen Abstiegsängsten der Menschen entgegenwirken

Prof. Paul Zulehner

Auf den scheinbaren Widerspruch zwischen zuletzt gestiegenen Imagewerten der katholischen Kirche und deren anhaltendem Mitgliederschwund ist der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner in der "Kleinen Zeitung" (Ausgabe Sonntag) eingegangen. Dass die Kirche im jüngsten Glaubwürdigkeits-Ranking gegenüber dem Vorjahr von 35 auf 46 Prozent stieg, führte der Werteforscher zum einen auf den niedrigen Ausgangswert zurück, zum anderen auf Papst Franziskus: Dessen die Arbeit sei offenbar "so attraktiv, dass man ihr nicht widerstehen kann. Man hat sogar den Eindruck, je weiter außerhalb der Kirche er wahrgenommen wird, desto besser ist sein Ruf".

 

Den Hinweis auf den anhaltenden Katholikenschwund in Österreich relativierte Zulehner. "Ich sage: Es ist eine interessant große Zahl, die die Kirche nach wie vor für sich gewinnen kann." Die Forschung wisse zudem von Menschen, die zwar keinen Kirchenbeitrag zahlen, aber die Kirche durchaus sympathisch finden - ein Phänomen, das sich auch bei anderen Großinstitutionen wie der Gewerkschaft zeige.

 

Der emeritierte Wiener Theologieprofessor äußerte sich optimistisch, dass standhafte Menschen letztlich auch den Zuspruch der Bürger finden. Als Beispiel nannte er die deutsche Kanzlerin Angela Merkel "im Gegensatz zur österreichischen Wendehalsregierung", die in der Flüchtlingsfrage eine Kehrtwende machte. "Wer Politik für die Menschen macht, bleibt offensichtlich wählbar", meinte Zulehner. "Das lässt mich auf den Wiederaufstieg der politischen Mitte hoffen." Die Zuspitzung auf Blau/Grün im Zuge der Bundespräsidentenwahl entspreche nicht der politischen Realität. "Die Mehrheit der Österreicher steht in der besorgten Mitte."

 

Sorge treibe viele Österreicher nicht erst seit der Flüchtlingskrise um, sondern seit der Finanzkrise 2008, wie Zulehner hinwies: Die Menschen hätten Angst, Wohlstand und Sicherheit zu verlieren und dass der Sozialstaat die Herausforderungen nicht mehr bewältigt. Die Kirche habe - wie auch die Politik - in dieser Situation die Aufgabe, "mit den Ängsten der Menschen behutsam umzugehen, sie zu heilen". Als Optimist glaube er, "dass in jedem Menschen ein goldenes Herz sitzt, das von Ängsten zugeschüttet ist", sagte Zulehner. Wenn die Caritas mit einem hohen Glaubwürdigkeitswert von 66 Prozent Vorbild bei tatkräftiger Hilfe sei, dann könnten sich die Menschen danach ausrichten.

 

Geschiedene, Diakoninnen, Zölibat

 

Auch auf kirchenpolitische Fragen ging der Wiener Theologe in dem ausführlichen Interview ein: Papst Franziskus habe mit seinem Schreiben "Amoris laetitia" die "Tür aufgemacht" in der Frage der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene, "nun müssen die Ortskirchen durchgehen und die Bischofskonferenzen entsprechende Beschlüsse fassen".

 

Mit "gemischten Gefühlen" betrachte Zulehner die Entwicklung in der Frage des Diakonats für Frauen: Wenn die vom Papst angeregte Kommission zur Prüfung dieser Frage Grünlicht gebe, könnte das heißen, "dass wir dann 500 Jahre weibliche Diakone unter männlichen Priestern haben". Zulehners Haltung dazu: Die Kirche werde dem Geist Gottes gegenüber "ungehorsam", wenn sie die Priesterberufung von Frauen nicht ernst nimmt.

 

Die Kirche könne aber auch "nicht verantworten, dass sie die Eucharistiefeier in den Gemeinden der ehelosen Lebensform von Priestern opfert". Angesprochen auf das von ihm gemeinsam mit dem Missionsbischof Fritz Lobinger entwickelte Modell, das für Pfarrgemeinden einen Ältestenrat von ehrenamtlichen Priestern vorsieht, erklärte Zulehner: "Dabei ist es wichtig, dass es Gläubige sind, die die Gemeinde lebendig halten. Aus diesen könnten gemeindeerfahrene Personen gewählt, ausgebildet und zu Priestern geweiht werden. Dann kann jede Gemeinde Eucharistie und Sakramente feiern."

 

Die Zukunft des Christentums liegt nach der Überzeugung Zulehners bei entschiedenen Gläubigen. In der Vergangenheit sei die Konfessionszugehörigkeit "Schicksal" gewesen: "So wie man in Preußen protestantisch war, war man in Österreich katholisch." Erst durch Aufklärung und Religionsfreiheit sei hier Pluralität möglich geworden. "Nun ist es Aufgabe der Kirchen, das Evangelium als Einladung an freie Menschen heranzutragen."

 

 

Quelle: kathpress

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