Montag 1. Mai 2017
27. März 2017

Katholische Schulen müssen Religionsdialog-Pioniere sein

Wiener Pastoraltheologin bei Ordensschulen-Tagung: In religiös pluraler Welt ist positive Beziehung mit Gläubigen anderer Religionen unumgänglich

Regina Polak

Für Christen ist die Bereitschaft zum interreligiösen Dialog eine Pflicht, und eine besondere Aufgabe kommt in diesem Bereich den katholischen Schulen zu. Davon hat sich die Wiener Pastoraltheologin Prof. Regina Polak überzeugt gezeigt. Der interreligiöse Dialog könne zu einem gesellschaftlichen und kulturellen Klima beitragen, "in dem das Ressentiment gegen andere Religionen als Störungs-Ursache reduziert wird, so dass man sachlicher über die tatsächlichen Probleme reden kann", so Polak wörtlich. Sie äußerte sich im Rahmen einer Klausurtagung der Vereinigung der Ordensschulen Österreich, die am vergangenen Wochenende in Wien zu Ende gegangen war, wie die heimischen Ordensgemeinschaften berichteten.

 

Der Dialog könne zudem Ressourcen der Religionen aktivieren, "die uns dann praktisch und theoretisch helfen können, die Probleme zu lösen", so die Theologin. Die katholische Schulen hätten die Aufgabe, "mehr und mehr zum Haus und zur Schule der Gemeinschaft zu werden, sie haben Teil an der Frieden- und Einheitsstiften Aufgabe der Kirche". Die Schulen müssten sich diesem Thema stellen, "denn heute religiös zu sein heißt interreligiös zu sein". In einer vom religiösen Pluralismus geprägten Welt sei eine positive Beziehung mit Gläubigen anderer Religionen unumgänglich.

 

Kinder und Jugendliche brächten dafür die besten Voraussetzungen mit, weil sie kulturelle und religiöse Vielfalt als "normal" wahrnehmen könnten, so Polak unter Verweis auf die deutsche Shell-Studie des Vorjahres. Die erwachsene Bevölkerung hingegen lehne Zuwanderung immer mehr und immer deutlicher ab.

 

Die jungen Menschen aber hätten, wie es scheine, die Zeichen der Zeit erkannt und verstanden, "weil sie in eine Welt religiöser Verschiedenheit hineinwachsen, darin leben lernen, wenn man sie lässt, wenn man sie fördert und wenn man ihnen nicht medial und politisch unentwegt Problemperspektiven hineintrommelt".

 

Pluralismus, auch religiöser, sei schon lange auch in Österreich der Normalfall, "und das wird so bleiben, selbst wenn wir Migration und Flucht durch Mauern völlig stoppen wollten". Migranten und Flüchtlinge seien nur "Botschafter der globalen Armut" und "wie alle Botschafter von schlechten Nachrichten mag man sie nicht besonders".

 

Ungerechtfertigte Ängste vermeiden

 

"Wir sind in Europa schon längst eine Migrationsgesellschaft", betonte Polak weiter. Sie erinnerte daran, dass der Päpstliche Rat für Migranten-Seelsorge bereits 2004 ein Dekret verabschiedet hatte, in dem er u.a. die Bereitschaft zum echten interreligiösen Dialog als Pflicht einforderte. Es brauche in den Kirchen für die Gläubigen und die in der pastoral Tätigen eine solide Bildung und Information über die anderen Religionen, "damit Vorurteile ausgeräumt werden können, der religiöse Relativismus überwunden wird sowie Abschottung und ungerechtfertigte Ängste vermieden werden, die den Dialog hemmen und Barrieren errichten wie auch Unverständnis und Gewalt provozieren", zitierte Polak aus dem Dekret. Vor allem Schulen und Bildungseinrichtungen müssten daran ihre Lehrpläne orientieren.

 

Als gelungenes Beispiel stellte Polak die katholische Drei-Religionen-Grundschule Osnabrück vor, in der christliche, jüdische und muslimische Schülerinnen und Schüler in acht Klassen gemeinsam unterrichtet werden. 27 Lehrerinnen und Lehrer betreuen 175 Kinder. Die Schule kooperiere mit der katholischen Kirchengemeinde St. Johann, der jüdischen Gemeinde Osnabrück und sechs Moscheengemeinden. "Diese Schule versteht sich als gemeinsames Haus des Lernens, und hier spielt die Beschäftigung mit den drei Religionen eine fundamentale religionspädagogische Rolle", so die Theologin.

 

Der interreligiöse Dialog mache in der Osnabrücker Schule das Zentrum des religionspädagogischen Selbstverständnisses aus. "Schüler, Eltern, Lehrer werden sich ihrer eigenen Religion bewusst, beschäftigen sich mit den Gemeinsamkeiten und nehmen die Unterschiede als Lernort wahr - Konflikte inklusive", betonte Polak.

 

 

Quelle: kathpress

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