Freitag 23. Juni 2017
06. April 2017

So viele Erwachsenentaufen wie noch nie

Flüchtlinge sorgen für Rekordzahl an Erwachsenentaufen - Katechumenats-Zuständige Dostal: "Einschneidende Momente für Täuflinge und die Gemeinden"

Modernes Taufbecken von Heinz Ebner

Über vierhundert Erwachsene - mehr als seit vielen Jahrzehnten - werden in diesem Jahr in Österreich während den katholischen Auferstehungsfeiern in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag getauft. Damit stehen in hunderten Pfarren "sehr einprägsame und einschneidende Momente bevor, für die Täuflinge wie auch für die mitfeiernde Gemeinde", betont Friederike Dostal, die Leiterin des Koordinationsbüros der Bischofskonferenz für Katechumenat und Asyl, im Gespräch mit "Kathpress".

 

Insgesamt wurden in den heimischen Diözesen heuer 633 Erwachsene zur Taufe zugelassen. Etwa zwei Drittel davon werden in der Osternacht in die katholische Kirche aufgenommen, der Rest im späteren Jahresverlauf. Die Zahl bedeutet einen über 50-prozentigen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Hauptgrund ist die hohe Zahl von Taufbewerbern - sogenannten "Katechumenen" - aus muslimischen Ländern, die im Zuge der Flüchtlingsbewegung nach Österreich kamen und Christen werden wollen.

 

Die Taufvorbereitung dauert in der katholischen Kirche über ein ganzes Jahr und ist umfangreich: Zentrale Inhalte sind dabei die Bibel, die Sakramente und das Glaubensbekenntnis. Glaube erfordere "nicht nur die Gnade, sondern auch den Intellekt, um ihn bewusst annehmen zu können", so Dostal; bei großen Verständnisproblemen oder nicht geklärter Absicht müsse die Taufe verschoben werden. Doch auch die aktive Teilhabe am Pfarrleben, je nach Möglichkeiten etwa durch Mithilfe bei Pfarrfesten, Pfarrcafé oder Erstkommunionkursen, ist üblich und erleichtert die Aufnahme.

 

Vorläufiger Höhepunkt der Vorbereitung war bereits zu Beginn der Fastenzeit die Taufzulassung durch den Ortsbischof. Vorgesehen sind weiter die "Skrutinien"-Gebete des Priesters und der Gemeinde für den Täufling, "damit er befreit wird von allen Hürden, die dem Wirken der Taufgnade im Weg stehen", erklärt Dostal. Beim "Effata-Ritus" wird mit einer Handauflegung der Heilige Geist angerufen, zudem legen die Täuflinge öffentlich das Glaubensbekenntnis ab. In der Karwoche wird schließlich in den Domkirchen das Chrisam- und Katechumenenöl geweiht und in die Pfarren gebracht.

 

Tiefgehendes Erleben

 

Die Taufe selbst ist für die Katechumenen ein "umwandelndes, sehr tiefgreifendes Erlebnis", so Dostals langjährige Erfahrung. Erwachsene erhalten alle drei Initiationssakramente - Taufe, Firmung und Erstkommunion - in einer Feier. Die innere Einordnung dieser "intensiven Empfindungen" dabei dauere meist viele Wochen, unterstützt durch Nachbesprechungen. Für Christen, die als Säugling getauft wurden, ist laut der Expertin kaum nachvollziehbar, was in den erwachsenen Täuflingen dabei vor sich geht. Selbst wenn Betroffene in Flüchtlingsherbergen lebten und dort ihre Taufe verschwiegen hätten, falle meist auf, dass eine Veränderung eingetreten sei.

 

Wirkmächtig sei eine Erwachsenentaufe auch für die mitfeiernde Gemeinde, die durch sie ein erhöhtes "Taufbewusstsein" bekomme. Deutlich werde dies beim gemeinsamen Akt der Tauferneuerung, der in der Osternacht an Taufe und Firmung anschließt. "Es gibt zu denken, dass sich jemand öffentlich und aus innerer Überzeugung für den Glauben entscheidet - und dafür vielleicht sogar große Gefahren auf sich genommen hat."

 

Gemeinsame Hilfe zur Integration

 

Die Bedeutung der Gemeinde für den Weg zur Taufe und danach sei nicht zu unterschätzen, so Dostal weiter. "Sie soll die Leute integrieren und vorleben, was Christsein und Gemeindesein bedeutet; etwa, dass man füreinander Sorge und Verantwortung trägt, gemeinsam betet und auch feiert, isst und trinkt." Einzelnen Personen aus der Gemeinde - die häufig auch das Patenamt übernehmen - komme dabei eine besondere Rolle zu, Ansprechpartner zu sein und der Beheimatung dienliche Kontakte herzustellen.

 

Hohe Bedeutung maß die Theologin jedoch auch dem Gebet der Gemeinde für die Täuflinge zu. "Es geht vor allem darum, sich von den anderen auf diese Weise getragen zu wissen." Auf beiden Seiten sei schließlich Geduld und ein Zugehen aufeinander nötig, um Scheu und Ängste zu überwinden - "besonders wenn es sich um Menschen aus anderen Kulturkreisen handelt", so Dostal. Da das Engagement der Gemeinde in der Regel groß sei, funktioniere die Annäherung jedoch ohnehin meist gut.

 

 

Quelle: kathpress

Der Auferstandene entschwebt dem Grab.       Wien Kahlenbergerdorf, 14.2.2004
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