Samstag 24. Juni 2017
16. Mai 2017

Freistetter warnt vor nationalistischen Strömungen

Militärbischof im "Kathpress"-Interview: Europa wieder auf solidarischen Weg bringen - "Aufbruchsstimmung" im Bundesheer - Bundesheer auch wichtiger Integrationsfaktor

Vor einem weiteren Erstarken nationalistischer Strömungen in Europa hat Militärbischof Werner Freistetter gewarnt. Er zeigte sich besorgt ob des großen aktuellen Konfliktpotenzials. Die Nationalismen müssten dringend "europäisch eingefangen" und der Kontinent wieder auf einen solidarischen Kurs gebracht werden, so Freistetter im "Kathpress"-Interview. Im österreichischen Bundesheer ortete der Militärbischof hingegen eine Art "Aufbruchsstimmung". Freistetter äußerte sich anlässlich des 30-Jahr-Jubiläums der Militärdiözese, das dieses Jahr begangen wird.

 

Seit von der Regierung bzw. von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil wieder verstärkt in die militärische Infrastruktur und Ausrüstung investiert wird, habe sich die Stimmung unter den Bundesheerangehörigen wieder deutlich zum Besseren hin gewendet, so Freistetter. "Es wird immer deutlicher, welchen wichtigen Beitrag das Bundesheer für die Landesverteidigung und viele weitere Bereiche leistet", so Freistetter, der u.a. auf den Assistenzeinsatz in Zusammenhang mit den Flüchtlingen verwies. Die Soldaten hätten sich hier in einem oft schwierigen Einsatz bewährt, so der Militärbischof. Die Zusammenarbeit zwischen Militärseelsorge und Verteidigungsministerium bzw. der militärischen Führung des Heeres funktioniere sehr gut, so Freistetter.

 

Selbiges gelte auch für die Ökumene bzw. den interreligiösen Dialog im Bundesheer. Neben der katholischen Militärseelsorge gibt es auch eine evangelische, orthodoxe und muslimische. Die Zusammenarbeit sei grundsätzlich gut, so Freistetter, er würde es aber begrüßen, wenn es regelmäßige Treffen gäbe, um gemeinsame Anliegen und Herausforderungen zu besprechen. Grundsätzlich sei der Auftrag aber für alle Seelsorger, welcher Konfession oder Religion auch immer, der gleiche: "Unsere Soldaten und deren Angehörige zu begleiten".

 

Das Bundesheer sei zudem auch ein wichtiger Integrationsfaktor, wo Angehörige unterschiedlichster Kulturen und Religionsgemeinschaften gemeinsam einen Auftrag zu erfüllen hätten. Er erleben bei den jungen Soldaten mit Migrationshintergrund auch "Freude und Stolz", Österreich dienen zu können, berichtete der Bischof von seinen Besuchen bei der Truppe.

 

Seelsorger gesucht

 

Ein ständiges Problem für den Militärbischof: Er braucht mehr geeignete Seelsorger, vor allem auch für den Auslandseinsatz. Der Dienst im Bundesheer stelle spezielle Anforderungen an Seelsorger, "und das fängt schon bei der Gesundheit und körperlichen Robustheit an". Nicht jeder Priester sei dafür geeignet. Dazu kommt, dass nur wenige Priester direkt zum heimischen Militärordinariat gehören. Die meisten Militärseelsorger werden von anderen Diözesen oder Orden für einen gewissen Zeitraum zur Verfügung gestellt. Es könnten also durchaus einige mehr sein, so Freistetter, der freilich auch den allgemein zunehmenden Priestermangel in der Kirche hinweisen musste.

 

Dabei sei das Interesse an Religion und Glaube wieder deutlich im Zunehmen, so der Bischof. So komme es auch gar nicht so selten vor, dass beispielsweise im Auslandseinsatz auch Soldaten ohne religiöses Bekenntnis die Dienste eines Seelsorgers gerne in Anspruch nehmen. Ebenso notwendig seien die Auseinandersetzungen mit ethischen Fragen, sei es im Lebenskundlichen Unterricht für Grundwehrdiener oder auch im Rahmen der Aktivitäten des "Instituts für Religion und Frieden", das Freistetter viele Jahre lang leitete.

 

Auf den Krieg in Syrien angesprochen, hielt der Bischof und Militärethiker die Unentschlossenheit der internationalen Staatengemeinschaft für das größte Probleme, das einer Lösung im Weg stehe. Einzelinteressen der verschiedensten Mächte stünden im Vordergrund, jeder versuche seine Interessen mit allen Mitteln durchzusetzen. Vordringlich wäre zum einen der Schutz der Zivilbevölkerung und zum anderen der Einsatz gegen Massenvernichtungswaffen. "Das müsste doch allen ein Anliegen sein", so Freistetter. Er wisse freilich, dass das alles andere als realistisch sei. In Syrien werde zudem deutlich, dass ohne klare politische Strategie jeder militärischer Einsatz letztlich ins Leere laufe.

 

Werner Freistetter ist seit Juni 2015 Militärbischof in Österreich. Zuvor war er nicht nur als Leiter des "Instituts für Religion und Frieden" im Theorie-Bereich tätig sondern u.a. auch als Militärpfarrer in Bosnien, im Kosovo und im Libanon im Einsatz.

 

 

Quelle: kathpress

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