Sonntag 25. Juni 2017
Paul Wuthe
05. Apr 2017

Das Kreuz soll bleiben

von Paul Wuthe am 05. April 2017, 08:48 Uhr

Warum das Kreuz im Gerichtsaal die Unabhängigkeit der Rechtssprechung nicht beeinträchtigt

 

 Kreuz

Wenn in Österreich Richter oder Richterinnen „Im Namen der Republik“ Recht sprechen, dann tragen sie dabei einen Talar und ein Barett. Damit wird klar, dass die Person ganz im Dienst des Amtes steht und allein den Gesetzen verpflichtet ist. Das ist gut so und soll so bleiben. Politische und religiöse Symbole oder Bekleidung in Verbindung mit der Amtskleidung sind fehl am Platz und ziehen so wie eine rote Nelke oder blaue Kornblume das Vertrauen in die Unparteilichkeit des Richters in Zweifel. Anders ist es mit dem Kreuz im Gerichtssaal. Es ist ein stummes Symbol, von dem – wie die Europäischen Höchstrichter festgestellt haben – kein Zwang ausgeht. Als Symbol ist das Kreuz mehrdeutig: Es mahnt alle Prozessbeteiligten zu Wahrheit und Gerechtigkeit, es gibt Hoffnung auf eine höhere Gerechtigkeit, es erinnert an die humanen Werte des Christentums, die unsere Rechtsordnung prägen. Das Kreuz aus dem Gericht zu entfernen, bewerten viele daher als Verlust. Zuletzt wurden in der Nazi-Zeit in Österreich Kreuze abgehängt. Auch deswegen ist es gut, dass unsere Regierung so weit nicht gehen will.

 

("Die Ganze Woche" brachte diesen Beitrag am 4. April 2017 gemeinsam mit einer Gegenposition von Niki Scherak, Justizsprecher der NEOS)




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