Bischof-Koadjutor von Hongkong bedauert Verletzungen der Religionsfreiheit, sein Vorgesetzter, Kardinal Zen, wurde nicht zur Olympia-Eröffnung eingeladen - Anglikanischer Erzbischof von Hongkong auf Regierungslinie
Peking-Hongkong, 8.8.08 (KAP) Mit "gemischten Gefühlen" hat der Bischof-Koadjutor von Hongkong, John Tong Hon, nach eigenen Worten die Einladung zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking angenommen. Er sei stolz, dass sein Land die Spiele beheimate, und es sei für ihn eine Ehre, von der Regierung eine Einladung erhalten zu haben, stellte er in einem Artikel für die Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano" fest. Gleichzeitig sehe er aber auch, dass weiterhin ein ganze Anzahl verantwortlicher Katholiken in Haft oder unter Hausarrest seien.
Der Heilige Stuhl habe keine Einwände gegen seine Reise nach Peking erhoben, betonte der Bischof-Koadjutor. Und sein unmittelbarer Vorgesetzter, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (der nicht nach Peking eingeladen wurde), habe ihn ermutigt, zu fahren. Daher habe er die Einladung angenommen und freue sich gerade als früherer Basketball-Sportler auf die Teilnahme an der Eröffnungszeremonie. Bischof Tong äußerte die Hoffnung, dass das offizielle China die gleiche Bedeutung, die es den fünf olympischen Ringen beimesse, "auch den fünf dazugehörenden Aspekten Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaat, Gerechtigkeit und Frieden einräumt". Kardinal Zen hatte im Juni erklärt, eine Neubewertung der demokratischen Bewegung vom "Tien An Men" (dem Platz des himmlischen Friedens) von 1989 wäre für China "ein größerer Sieg als ein Haufen olympischer Goldmedaillen".
In dem Artikel unter der Überschrift "Warum ich die Einladung Pekings angenommen habe" verweist Tong auf Bischöfe und Priester der "Untergrundkirche", die sich nur eingeschränkt bewegen können und immer wieder verhaftet würden: "Diese Männer haben gelitten und leiden weiter für ihren katholischen Glauben und für die Treue zum Papst". Nach dem Erdbeben in Sichuan am 12. Mai habe das ganze Land wie eine große Familie den Opfern geholfen. Trotzdem seien katholische Bischöfe und Priester wegen des vom Papst ausgerufenen "Gebetstages für China" am 24. Mai verhaftet worden. Es gebe aber auch Signale der Hoffnung: Bischof Tong verwies auf das chinesische Konzert im Vatikan und die Wünsche des Papstes für die Sportwettkämpfe.
Für die Olympischen Spiele selbst hätten die Behörden gewaltige Anstrengungen zur Verbesserung der Luftqualität unternommen. Sie hätten strikte Restriktionen für Fabriken und Autoverkehr verfügt und den Menschen viel Unannehmlichkeiten zugemutet. "Ich wünschte, sie verstünden auch die Bedeutung von mehr Religions- und Sozialfreiheit", stellte der Bischof fest.
In ökumenischen Kreisen in Hongkong hat es Überraschung ausgelöst, dass der anglikanische Erzbischof der Stadt, Paul Kwong, der ebenfalls nach Peking eingeladen ist, die kritischen Anmerkungen des jüngsten "amnesty international"-Berichts über die Situation der Menschenrechte in China zurückgewiesen hat. Nach Angaben der englischen anglikanischen Wochenzeitung "Church Times" erklärte Erzbischof Kwong, man dürfe Sport und Politik nicht vermengen. Es gebe Leute im Westen, die über die Fortschritte in China nicht erfreut seien. Sie versuchten, "China zu verteufeln", bedauerte der anglikanische Erzbischof, "Vorkommnisse" würden verzerrt dargestellt.






