Berlin, 12.8.08 (KAP) Die Olympischen Spiele in Peking vergrößern nach Ansicht des Asien-Experten Georg Evers die weltweite Aufmerksamkeit für die Lage der Christen in China. Zugleich nutze die christliche Minderheit das sportliche Großereignis, um ihren Patriotismus unter Beweis zu stellen, sagte Evers im Gespräch mit der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA. So hätten sich auch katholische Bischöfe an den letzten Etappen des olympischen Fackellaufes auf chinesischem Boden beteiligt. Evers war lange Jahre Referent am Missionswissenschaftlichen Institut von "missio" in Aachen, wo jetzt eine Neuauflage seiner Studie zur Religionspolitik Chinas vorgestellt wurde.
In der Untersuchung kommt Evers zu dem Schluss, dass ungeachtet der aktuellen Entwicklungen eine Lockerung der staatlichen Kontrollen nicht in Sicht sei. Das gelte auch für andere Religionen und religiöse Strömungen wie den Buddhismus, den Islam oder die Falun Gong-Bewegung. Sie alle stünden unter öffentlicher Aufsicht. Für die Behörden werde damit die Einheit des Landes gewahrt.
Die in der politischen Führung seit einiger Zeit zu beobachtende Hinwendung zum Konfuzianismus bilde dazu keinen Widerspruch. Den Verantwortlichen sei bewusst geworden, dass der Kommunismus nicht helfe, die von ihnen propagierte "harmonische Gesellschaft" zu verwirklichen. Deswegen trete der traditionelle Konfuzianismus an die Stelle der "abgehalfterten Ideologie".






