Olympische Spiele in Peking
Vermutlich noch nie wurde ein Sportereignis bereits im Vorfeld derart politisiert und mit der politischen wie sozialen Lage im Gastgeberland verknüpft, wie dies mit den Olympischen Sommerspielen von Peking geschehen ist. Dem kritischen Blick westlicher Länder korrespondierte im Vorfeld das Bemühen Chinas, das eigene Land als modern, zukunftsoffen und die Menschenrechte achtend darzustellen. Längst sind die Spiele damit zu einer Frage des politischen Prestiges geworden.
Zumindest sportlich und organisatorisch geizen die Spiele nicht mit Superlativen: Noch nie wurden so viele Tickets für die insgesamt 302 Wettbewerbe in 28 Sportarten verkauft, noch nie nahmen so viele Athleten teil (11.128 Sportler aus 205 Ländern), noch nie hat ein Land im Vorfeld so viel in die größte Sportveranstaltung der Welt investiert (rund 27 Milliarden Euro).
Die andere Seite dieser olympischen Medaille bilden Berichte von Zwangsumsiedelungsmaßnahmen zum Bau von Sportstätten, der Jahresbericht von "amnesty" über weiterhin unbeachtete Menschenrechte, die Repression der Glaubensgemeinschaften in China bis hin zu rigorosen Internet- und Medienkontrollen selbst während der Spiele.
Christen in China
Rund 13 bis 15 Millionen der etwa 1,3 Milliarden Einwohner Chinas sind Katholiken. Auch wenn die Katholiken nur eine kleine Minderheit sind, haben sie dennoch landesweit funktionierende Kirchenstrukturen. In der Volksrepublik China gibt es insgesamt mehr als 140 katholische Diözesen.
Seit den 60er Jahren existiert darüber hinaus eine von der offiziellen "patriotischen" Kirche getrennte katholische "Untergrundkirche". Deren Anhänger müssen bis heute mit Sanktionen, Verhaftungen und Verhören rechnen.
In seinem Brief an die chinesischen Katholiken vom Mai 2007 hat Papst Benedikt XVI. u.a. zu einer Annäherung der beiden kirchlichen Stränge aufgerufen. Tatsächlich verschwimmen die scharfen Grenzziehungen zwischen den Gruppierungen in der Praxis allmählich. So sind - bis auf wenige Ausnahmen - auch die meisten "patriotischen" Bischöfe inzwischen vom Vatikan anerkannt.
Offizielle diplomatische Beziehungen zwischen dem China und dem Vatikan existieren seit der kommunistischen Machtübernahme nicht mehr. Zwar wird über eine Aufnahme der diplomatischen Beziehungen immer wieder verhandelt, die Kernforderung Pekings, Rom müsse zuerst seine Kontakte zu Taiwan völlig abbrechen, wurde jedoch bislang nicht erfüllt.













