800 Jahre Elisabeth von Thüringen
Am 19. November begeht die Kirche den Gedenktag der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Als Patronin der Caritas und zahlreicher sozialer Einrichtungen gehört sie zu den bis heute "beliebtesten" Heiligen. Das Jahr 2007 wird im gesamten deutschsprachigen Raum als "Elisabeth-Jahr" begangen, um somit des 800. Geburtstages der Heiligen zu gedenken.
1207 als Tochter des ungarischen Königs Andreas II. und seiner Gemahlin Gertrud von Andechs geboren, wuchs sie auf der Wartburg im Thüringischen Eisenach auf. Dort heiratete sie mit nur 14 Jahren den späteren Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen. Als um das Jahr 1223 die ersten Franziskaner nach Thüringen kamen, erfuhr Elisabeths Leben eine Wende. Sie kam in Kontakt mit den Idealen des heiligen Franziskus und seiner praktischen Spiritualität der Hingabe, die sie tief beeindruckte.
Fortan förderte sie die Ansiedlung der Franziskaner in Thüringen, aber auch ihr höfisches Leben veränderte sich. So verkaufte sie ihren Schmuck, gab den Erlös den Armen, teilte Mahlzeiten an Bedürftige aus, verschenkte Kleider und Erntesicheln und ließ am Fuß der Wartburg ein Hospital errichten. Mehr noch: Während der Fastenzeit unterzog sie sich härtesten Kasteiungen, und bei kirchlichen Prozessionen ging sie barfuß oder legte aus Ehrerbietung während des Gottesdienstes ihren gesamten königlichen Schmuck ab, kurz: eine "Conversio", eine Umkehr, die der jungen Adeligen schon zu Lebzeiten den Ruf der Heiligkeit vorauseilen ließ.
Nach dem Tod ihres Mannes 1227 verließ Elisabeth die Wartburg und widmete sich fortan als "Franziskaner-Terziarin" nurmehr der Armen- und Krankenfürsorge. So gründete sie 1228 ein Spital in Marburg, wo sie 1231 im Alter von nur 24 Jahren starb.
Bereits 1235 wurde sie von Papst Gregor IX. heilig gesprochen. Eine der insgesamt elf ausgestellten Kanonisationsbullen, von denen nurmehr wenige erhalten sind, befindet sich im Besitz des Deutschen Ordens in Wien, wo sie in der Schatzkammer auch für die Öffentlichkeit zugängig ist.
Eine weitere enge Verbindung zwischen und der Heiligen und Österreich ergibt sich im Blick auf die Reliquien. So hüten seit dem 18. Jahrhundert die Wiener Elisabethinen in ihrem Kloster das kostbare Kopfreliquiar sowie zwei Beinreliquien Elisabeths. Nach Wien kamen sie im 16. Jahrhundert über den "Großmeister des Deutschen Ordens in Deutschland und Welschland", Erzherzog Maximilian von Österreich, der sie seiner Schwester Elisabeth von Österreich zum Geschenk machte.
Dargestellt wird Elisabeth als junge Frau in fürstlichen Gewändern oder in schlichter Kleidung, mit einem Korb mit Rosen, einem Korb mit Broten oder einer Schüssel mit Fischen, Armen die Füße waschend oder Almosen spendend.











