Caritas-Kritik an Budgetkürzungen bei Entwicklungshilfe
"Weltweit hungern derzeit so viele Menschen wie nie", so die Caritas. Jeder Euro, der gekürzt wird, bedeute unmittelbaren Anstieg von Hunger und Armut in den ärmsten Regionen der Welt.
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Christoph Petrik-Schweifer |
Wien, 10.3.10 (KAP) Die Caritas hat die geplanten Budgetkürzungen bei der internationalen Entwicklungshilfe heftig kritisiert. "Weltweit hungern derzeit so viele Menschen wie nie zuvor. Jeder fünfte Mensch lebt in absoluter Armut. Mit diesen Fakten im Hintergrund verkündet die Regierung die Kürzung der Mittel der Entwicklungszusammenarbeit. Das ist eine Tragödie für Zehntausende Menschen", so Christoph Petrik-Schweifer, Auslandshilfechef der Caritas Österreich, in einer Aussendung am Mittwoch. Jeder Euro der in diesem Bereich an Projektmitteln gekürzt wird, bedeute einen unmittelbaren Anstieg von Hunger und Armut in den ärmsten Regionen der Welt.
Petrik-Schweifer erinnert daran, dass sich die Staaten der Europäischen Union vorgenommen hätten, die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit bis 2010 auf 0,51 Prozent und bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens anzuheben. "Von diesem Ziel hat sich Österreich schon lange entfernt. Es gab bereits im vergangenen Jahr einen Rückgang von 0,42 Prozent auf geschätzte 0,3 Prozent. Jetzt wird der nächste Rückzieher angekündigt", kritisierte Petrik-Schweifer.
Gerade in der Bekämpfung des weltweiten Hungers brauche es offensive Strategien. Die oft vorgeschlagene Finanztransaktionssteuer wäre eine Antwort, um zumindest einen Teil der Finanzlücke zu schließen und menschenwürdige Lösungen zu finden, so der Caritas-Auslandschef.
"Österreich hinkt ohnehin nach"
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Scharfe Kritik an den geplanten Sparmaßnahmen kommt auch von der "Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission" (KOO): "Entwicklungshilfe ist für die Ärmsten der Welt überlebensnotwendig. Hier zu sparen heißt den Armen Nahrung, Wasser und Gesundheit vorzuenthalten", so der stellvertretende KOO-Vorsitzende Dietmar Schreiner am Mittwoch in einer Presseaussendung: "Wir brauchen Solidarität in der Krise statt eine Krise der Solidarität. Sonst droht die finanzielle Krise zu einer menschlichen Krise zu werden."
Die KOO wies darauf hin, dass es bei dem äußerst niedrigen Entwicklungshilfebudget Österreichs kein Sparpotenzial mehr gibt. Österreich finde sich entgegen langjähriger Versprechungen international ohnehin im untersten Bereich, zusammen mit Staaten wie Griechenland und Italien. Hier zu sparen bringe laut KOO wenig fürs Budget, hätte aber drastische Auswirkungen für die Betroffenen.
Linktipps:
» Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission
» UN-Welternährungsorganisation FAO
» Caritas
» UN-Millenniumsziele (englisch)
% der Einwohner unterernährt:
dunkelrot: 35% <
hellrot: 20 - 34%
orange: 5 - 19 %
gelb: 0,1 - 4,9 %