Das berühmte Turiner Grabtuch wird im April und Mai 2010 wieder ausgestellt. Bereits jetzt haben sich über 600.000 Interessierte angemeldet, um das Tuch in Turin zu besichtigen. Insgesamt werden 1,5 Millionen Besucher erwartet, darunter Papst Benedikt XVI. und Kardinal Christoph Schönborn
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Hunderte ausländische Pilgergruppen werden vom 10. April bis 23. Mai Turin besuchen, wo nach zehn Jahren wieder eine Ausstellung des berühmten Grabtuchs stattfindet. Die in Turin aufbewahrte "Sacra Sindone" wird von vielen Gläubigen als das Leichentuch Jesu verehrt.
Aus den italienischen Diözesen und Pfarren kommen weitere geschätzte 1,5 Millionen Pilger. Papst Benedikt XVI. hat sein Kommen für 2. Mai angekündigt. Unter den angemeldeten Diözesanpilgergruppenführern sind Kardinal Christoph Schönborn und Kardinal Andre Vingt-Trois (Paris) die prominentesten.
Zur letzten öffentlichen Präsentation der Reliquie im Sommer 2000 waren über eine Million Pilger gekommen. Bei einer Sonderausstellung 1998, zu der auch Papst Johannes Paul II. anreiste, waren es 2,5 Millionen. Die nächste Ausstellung des Grabtuchs nach 2010 soll erst wieder im Heiligen Jahr 2025 erfolgen.
Der Erzbischof von Turin, Kardinal Severino Poletto, hatte 2007 mit Benedikt XVI. über die Möglichkeit einer Grabtuch-Ausstellung im "kleinen Jubiläumsjahr" 2010 beraten. Vor zwei Jahren entschied der Papst positiv und gab seine Entscheidung bei der Audienz für eine große Turiner Diözesanwallfahrt im Vatikan bekannt. Er komme damit dem Wunsch des Turiner Erzbischofs entgegen, so der Papst.
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Die Ausstellung soll sich in das pastorale Erneuerungsprogramm der Erzdiözese Turin einfügen. Sie galt 2008 der Fernstehenden-Pastoral, 2009 dem "Wort Gottes" und 2010 der "Passion Christi".
Was es zeigt
Das 4,36 Meter lange und 1,10 Meter breite Leinentuch zeigt die Abdrücke eines gefolterten Menschen. Der vordere Abdruck zeigt den Kopf und das Gesicht eines Mannes von 1,70 bis 1,80 Metern Größe, mit langen Haaren, Schnurr- und geteiltem Backenbart. In den
Haaren und im Gesicht sind Blutspuren sichtbar, die Gesichtszüge lassen auf zahlreiche Verletzungen wie Schwellungen unter dem Auge und am Unterkiefer schließen. Auf der rechten Seite des Oberkörpers sieht man eine Schnittwunde, die einen großen Blutfleck hinterließ. Weiters weist der Körper zahlreiche Verletzungen auf, die von Geißelungen her rühren.
Forschungsergebnisse aus der jüngeren Vergangenheit legen den Schluss nahe, dass das Turiner Tuch tatsächlich aus der Zeit Jesu stammt und nicht aus dem Mittelalter. Die Mittelalter-These kam in Folge des - inzwischen wieder umstrittenen - Radiocarbontests von 1988 auf. Kirchliche Experten mahnen zur Vorsicht in Bezug auf Spekulationen um das Grabtuch.







