Das berühmte Turiner Grabtuch wurde vom 10. April bis 23. Mai 2010 wieder ausgestellt. Mehr als 2,1 Millionen Menschen besichtigten das Tuch, darunter Papst Benedikt XVI. und Kardinal Christoph Schönborn
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Hunderte ausländische Pilgergruppen besuchten vom 10. April bis 23. Mai Turin, wo nach zehn Jahren wieder eine Ausstellung des berühmten Grabtuchs stattfindet. Die in Turin aufbewahrte "Sacra Sindone" wird von vielen Gläubigen als das Leichentuch Jesu verehrt.
Aus den italienischen Diözesen und Pfarren kamen weitere Hunderttausende Pilger. Insgesamt besichtigten es 2,1 Millionen Menschen. Darunter waren Papst Benedikt XVI. und Wiens Kardinal Christoph Schönborn.
Zur letzten öffentlichen Präsentation der Reliquie im Sommer 2000 waren über eine Million Pilger gekommen. Bei einer Sonderausstellung 1998, zu der auch Papst Johannes Paul II. anreiste, waren es 2,5 Millionen. Die öffentliche Ausstellung des Grabtuchs wird künftig auf wenige und kurze Phasen beschränkt bleiben.
Der Erzbischof von Turin, Kardinal Severino Poletto, hatte 2007 mit Benedikt XVI. über die Möglichkeit einer Grabtuch-Ausstellung im "kleinen Jubiläumsjahr" 2010 beraten. Vor zwei Jahren entschied der Papst positiv und gab seine Entscheidung bei der Audienz für eine große Turiner Diözesanwallfahrt im Vatikan bekannt. Er komme damit dem Wunsch des Turiner Erzbischofs entgegen, so der Papst.
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Die Ausstellung sollte sich in das pastorale Erneuerungsprogramm der Erzdiözese Turin einfügen. Sie galt 2008 der Fernstehenden-Pastoral, 2009 dem "Wort Gottes" und 2010 der "Passion Christi".
Was es zeigt
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Das 4,36 Meter lange und 1,10 Meter breite Leinentuch zeigt die Abdrücke eines gefolterten Menschen. Der vordere Abdruck zeigt den Kopf und das Gesicht eines Mannes von 1,70 bis 1,80 Metern Größe, mit langen Haaren, Schnurr- und geteiltem Backenbart. In den Haaren und im Gesicht sind Blutspuren sichtbar, die Gesichtszüge lassen auf zahlreiche Verletzungen wie Schwellungen unter dem Auge und am Unterkiefer schließen. Auf der rechten Seite des Oberkörpers sieht man eine Schnittwunde, die einen großen Blutfleck hinterließ. Weiters weist der Körper zahlreiche Verletzungen auf, die von Geißelungen her rühren.
Forschungsergebnisse aus der jüngeren Vergangenheit legen den Schluss nahe, dass das Turiner Tuch tatsächlich aus der Zeit Jesu stammt und nicht aus dem Mittelalter. Die Mittelalter-These kam in Folge des - inzwischen wieder umstrittenen - Radiocarbontests von 1988 auf.
Gegenüber dem Turiner Grabtuch nimmt die Kirche nach Worten des Vorsitzenden der zuständigen Diözesankommission, Giuseppe Ghiberti, eine "sehr vorsichtige" Haltung ein. Auf der einen Seite sei Verehrung des legendären Leinens durch kirchliche Autoritäten umfassend gebilligt, sagte der Grabtuch-Experte und Bibelwissenschaftler zu "Radio Vatikan". Andererseits gelte weiterhin die Mahnung von Johannes Paul II., "der Wissenschaft zu überlassen, was der Wissenschaft gebührt".








