Kritik übte Führer am 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit. Dieser Tag sei ein "sinnloses und blutleeres Datum". Es wäre aus seiner Sicht besser gewesen, den 9. Oktober zu wählen. Am 9. Oktober 1989 seien 70.000 Menschen nach den Friedensgebeten in Leipzig unterwegs gewesen. Danach sei die DDR "nicht mehr dieselbe" gewesen, "die sie am frühen Morgen war". Der 9. Oktober als Erinnerungstag hätte "besonders den Ostdeutschen ein Selbstwertgefühl vermittelt", sagte der Pfarrer. Zugleich sei es ein "europäisches Datum".
Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung "hätte man dem Staat eine neue Hymne und einen neuen Namen geben müssen", betonte Führer. Das Deutschland-Lied habe durch die Nationalsozialisten seine Berechtigung für alle Zeiten verwirkt. Der Begriff BRD stehe "für die Zeit von 1949 bis 1989, und nur für einen Teil Deutschlands". Im Westen Deutschlands herrsche nach wie vor die Vorstellung vor: "Anschluss nach Artikel 23 Grundgesetz, es bleibt alles, wie es ist, und geht so weiter mit 17 Millionen Menschen mehr. Wir renovieren kurz die DDR durch, und dann hat sich das erledigt. Das einzig neue waren die Postleitzahlen und einige Autokennzeichen".






