Ungewohnt und fremd sehen sie aus, die Portärts, die der Fotokünstler Eric Aupol für die Ausstellung zum Thema "Schatten" in Graz angefertigt hat. "Erst wenn man sich nähert, kommt plötzlich ein Gegenüber zum Vorschein, fast wie eine Ikone von Nähe", erläutert Kurator Johannes Rauchenberger, der Aupols Beitrag für einen der besten der
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Aupol hat seine Modelle, die er allesamt auf den Straßen von Graz aufgelesen hat, nicht wie üblich mit Blitz, sondern im gleißenden Gegenlicht fotografiert. Strahlend weißer Hintergrund umgibt die Menschen, die zunächst nur als Silhouetten erkennbar sind. "Sie kommen aus Tschetschenien, dem Irak, Ruanda und anderen politisch und wirtschaftlich zerstörten Ländern und leben derzeit in unsicherem Lebensraum; in Graz, mitunter wie Schatten an einem fremden Ort", wird Aupol auf der Homepage des Kulturzentrums zitiert.
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Die "Schattenseiten unserer Zeit" sind also das Anliegen der Ausstellung. Die Kunst, so Rauchenberger, müsse diese Schattenseiten zeigen, vor allem in einer besinnlichen Zeit wie der Fastenzeit. Man müsse "die andere Seite der gleißenden Gesellschaft in den Blick nehmen; Menschen, die mitunter Schattenexistenzen führen müssen, die aber dennoch auch ganz besondere, eigenartige, wertvolle Geschichten in ihren Gesichtern zeigen. Dort wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Die vereinfachten Darstellungen und die gleißenden Figuren erleben wir ohnehin jeden Tag in den Medien und in den Seitenblicken."
Es ginge aber auch darum, so Rauchenberger, die Stärke des Hauses, die Vielseitigkeit, zu profilieren. Man versuche, die verschiedenen Sparten - bildende Kunst, Literatur, Wissenschaft und neue Musik - in einem Konzentrationspunkt zu versammeln. So werden zum Thema "Schatten" nicht nur die Bilder und Skulpturen von Aupol, Straznicky, Christian Eisenberger und Adam Fuss zur Schau gestellt, bei der Eröffnung der Ausstellung stehen nämlich auch zwei Lesungen und eine Tanzperformance auf dem Programm.
Die Zugänge, die die Literaten, Eva Kilic und Josef Winkler, zum Thema gewählt haben, könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Kilic über den Zeichentrick-Cowboy Lucky Luke schreibt, der ja bekanntlich seine Waffe schneller zieht als sein Schatten, befasst sich Winkler in seinem Text mit Indien und dem Trinken aus dem Ganges. Die Tanzperformance kommt von einer international gefragten Tänzerin und Choreographin aus der zeitgenössischen, experimentellen Tanz-Szene Zagrebs: Selma Banich. "Tanzskizzen über das 'alter ego' und performativen Befragungen über den Tod" werden auf der Homepage des Kulturzentrums angekündigt.
Am meisten verwoben mit der Fastenzeit scheint aber die geplante Performance von Christian Eisenberger. Während der gesamten Fastenzeit wird er unter streng geregeltem Tagesablauf in einem kleinen Haus im Inneren der Kirche von St. Andrä wohnen, das eigens für diesen Zweck aufgestellt wurde. Am Palmsonntag wird das Häuschen abgebaut und zum Zeichen seiner Reinigung, seiner "Katharsis", im Osterfeuer verbrannt.
Linktipp: Minoritenkulturgraz.at







