Fragen
Von weither kamen (und kommen) Menschen, um zu hören, was Jesus sagt. Sie bringen ihre Sorgen, ihre Freuden, ihr Leid, ihre Begeisterung und ihre Fragen mit:
Wem kann ich glauben? Worauf kann ich hoffen? Wie soll ich leben? Was soll ich tun? Wofür bin ich verantwortlich? Was ist Glück? Hat das Leid einen Sinn? Wer ist mein Nächster? Wo finde ich Gott? Was ist das für eine Liebe, die Gott und Menschen verbindet?
Das Beispiel Jesu
Jesus antwortet: "Der Nächste ist der, der Hilfe braucht. Der Nächste ist der, der Hilfe gibt. Gott begegnet im Mitmenschen. Was Menschen einander tun, das tun sie mir." Die Liebe ist - so verkündet Jesus - die stärkste und beste Kraft zur Gestaltung des persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens. Dieses Handeln aus der Liebe lebt Jesus seinen Jüngern und Jüngerinnen vor. Die Freunde Jesu sehen, wie gut das geht, wie viel Freude man verbreiten und selbst erleben kann. Sie ahmen - jeder auf seine Weise - Jesu Art nach, den Menschen zu begegnen. Mit ihrem Leben buchstabieren sie nun die Liebe Jesu nach. "Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!" (Mt 7,12) "Wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. Denn die Gebote: Du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren!, und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes." (Röm 13, 8-10)
Jesus fordert die Eigenverantwortung der Menschen heraus. Das äußere Handeln und die innere Haltung entscheiden vor Gott über den Wert des Tuns. Menschen sind nicht nur zum Mitlaufen bestimmt, sondern zu einem eigenständigen, verantwortlichen Handeln, das letztlich in Liebe wurzelt.
Der Sinn von Geboten
Jesus weist auf die "Zehn Gebote" des Alten Testaments hin, auf dieses einzigartige kulturelle Erbe der Menschheit im Dienst des menschlichen Zusammenlebens. Die Orientierung an den - von Jesus für weiterhin gültig erklärten - Geboten bewahrt vor Selbsttäuschung und Willkür. Sie bieten zentrale Lebensperspektiven. Diese Gebote sind nicht aus Angst vor Strafe einzuhalten, sondern aus Achtung und Liebe gegenüber den anderen. Wenn Menschen sich daran orientieren, bekräftigen sie zugleich den Bund mit Gott, dem sie vertrauen. In einer Gemeinschaft, die nach diesen Vorgaben lebt, weiß sich jeder gut aufgehoben. Die Rechte und die Würde jedes Menschen werden geachtet.
"Dieses Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, geht nicht über deine Kraft und ist nicht fern von dir. Nein, das Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten. Wenn du auf die Gebote des Herrn, deines Gottes, auf die ich dich heute verpflichte, hörst, indem du den Herrn, deinen Gott, liebst, auf seinen Wegen gehst und auf seine Gebote, Gesetze und Rechtsvorschriften achtest, dann wirst du leben und zahlreich werden, und der Herr, dein Gott, wird dich in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, segnen." (Vgl. Dtn 30, 11-
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