Nationalfeiertag erhält heuer einen besonderen inhaltlichen Akzent
Linz-Vatikanstadt, 3.7.07 (KAP) Der Vatikan hat bestätigt, dass die Seligsprechung des Märtyrers Franz Jägerstätter am 26. Oktober um 10 Uhr im Linzer Mariendom erfolgen wird. Als Delegat von Papst Benedikt XVI. kommt der Präfekt der Heiligsprechungskongregation, der portugiesische Kurienkardinal Jose Saraiva Martins. Er wird die feierliche Proklamation im Namen von Papst Benedikt XVI. vornehmen; die Seligsprechung erfolgt während der Messe nach dem Bußritus und vor dem Gloria. Hauptzelebrant bei der Messfeier wird Diözesanbischof Ludwig Schwarz sein. Die österreichischen Bischöfe mit Kardinal Christoph Schönborn an der Spitze konzelebrieren. Eine besondere Feierlichkeit wird auch in St. Radegund, dem Heimatort Jägerstätters, stattfinden. Dieser Termin steht noch nicht fest.
Obwohl Seligsprechungen normalerweise immer an Sonntagen stattfinden, wurde im Hinblick auf Jägerstätter die vatikanische Genehmigung für die Feier an einem Freitag erteilt, weil der 26. Oktober der österreichische Nationalfeiertag ist. Durch die Seligsprechung des "Märtyrers des Gewissens" erhält der Nationalfeiertag heuer einen besonderen inhaltlichen Akzent.
Die Seligsprechung wird theologisch als "Ausdruck der Solidarität zwischen den in Gott vollendeten Menschen und den Gläubigen" definiert. Mit der Seligsprechung erklärt die Kirche, dass Franz Jägerstätter nicht nur zu den bei Gott Vollendeten gehört, sondern dass sein Leben und Handeln in herausragender Weise vorbildhaft ist und damit ein Zeichen Gottes für die gegenwärtige Zeit darstellt. Franz Jägerstätter gilt als "Märtyrer des Gewissens", der konsequent die Frage nach der eigenen Gewissensentscheidung aus dem christlichen Glauben heraus stellte. Seine Seligsprechung ist ein wichtiges Zeichen in der Kirche und ein religiöser Impuls für die Diözese Linz und die Kirche in Österreich.
Franz Jägerstätter (1907-1943) war ein "Märtyrer des Gewissens" und ein "Zeuge der Seligpreisungen der Bergpredigt", so die Österreichische Bischofskonferenz bei ihrer Sommervollversammlung im Juni in Mariazell. Der Bauer und Mesner Franz Jägerstätter aus St. Radegund in Oberösterreich habe deutlicher als viele seiner Zeitgenossen die völlige Unvereinbarkeit des christlichen Glaubens mit dem verbrecherischen System des Nationalsozialismus erkannt, heißt es in der Presseerklärung der Bischofskonferenz. Obwohl Jägerstätter sich der Konsequenzen bewusst war, habe er sich auf Grund seiner Gewissensentscheidung veranlasst gesehen, den Kriegsdienst für Hitler zu verweigern. Er wurde am 9. August 1943 in Brandenburg an der Havel ermordet.






