8.6.05 (KAP) "Der Kirchenbeitrag bildet die unverzichtbare Basis dafür, dass die Kirche ihre vielfältigen Aufgaben wahrnehmen kann": Dies betonte der Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz am Mittwoch bei der Präsentation des Jahresabschlusses der Diözese Gurk für 2004 in Klagenfurt. Finanzkammerdirektor Franz Lamprecht betonte, dass Einnahmen der Diözese Gurk in Höhe von 25,6 Millionen Euro im Vorjahr Ausgaben in gleicher Höhe gegenüber standen. Bischof Schwarz dankte allen Katholiken, die mit ihrem Kirchenbeitrag die Arbeit der Kirche unterstützen und so auch den Weg der Kirche mitgehen.
Wichtiges Anliegen für die Zukunft sei es, mit den Seelsorgeangeboten noch mehr Menschen zu erreichen, betonte Schwarz weiter: "Wir wollen in Zukunft die Kräfte noch mehr konzentrieren und bündeln sowie die kirchlichen Aktivitäten für die Menschen in Kärnten vertiefen und steigern".
Der Bischof präsentierte bei der Pressekonferenz auch die neue Aktion "Acht gute Gründe, der Gemeinschaft der katholischen Kirche anzugehören": Die achtteilige Plakatserie, die in den Pfarren und Bezirksstädten Kärntens bis Herbst 2006 laufen wird, soll auf breiter Basis über das umfangreiche Wirken der Kirche im seelsorglichen, kulturellen und sozialen Bereich informieren. Die "Acht guten Gründe" bilden auch den Schwerpunkt einer neuen Broschüre, mit der Menschen, die die katholische Kirche verlassen haben, eingeladen werden, die Möglichkeit eines Neuanfangs wahrzunehmen. Schwarz: "Die Plakatserie und die Broschüre unterstreichen das Anliegen, dass Menschen die Kirche in Kärnten als Einladung und Gemeinschaft erleben".
Kirchenbeitrag ist Finanzgrundlage
Der Finanzbericht 2004 der Diözese Gurk zeigt deutlich, dass der Kirchenbeitrag mit 20,8 Millionen Euro (81 Prozent des Gesamtaufkommens) die wichtigste Einnahmenposition der katholischen Kirche in Kärnten ist. Stark gestiegen ist die Zahl der Zweckwidmungen: Wurde die Möglichkeit, 50 Prozent des Kirchenbeitrages für einen speziellen Zweck zu widmen, in der Vergangenheit kaum genutzt, machten im Jahr 2004 bereits 1.320 Personen von dieser Form der Mitbestimmung Gebrauch. Bezogen auf die Anzahl der Kirchenbeitragszahler liegt die Diözese damit bei den Zweckwidmungen im österreichischen Spitzenfeld. In Kärnten wird der Kirchenbeitrag am häufigsten für die kirchliche Sozialarbeit, insbesondere zu Gunsten der Caritas, und für die Jugendarbeit der Salesianer Don Boscos in Klagenfurt gewidmet.
Rund 60 Prozent der kirchlichen Einnahmen flossen in der Diözese Gurk im Vorjahr in die Besoldung der 233 Priester und 317 Laienmitarbeiter. Mit rund 3,2 Millionen Euro hat die Diözese Gurk die Seelsorge in den Pfarren sowie die Tätigkeit der diözesanen und überdiözesanen Seelsorge-, Sozial- und Bildungseinrichtungen gefördert. 5 Millionen Euro wurden für insgesamt 234 Restaurierungs- und Adaptierungsmaßnahmen an kirchlichen Objekten im Jahr 2004 aufgewendet. Davon stammen 2,2 Millionen aus Kirchenbeitragsmitteln und 1,8 Millionen aus Eigenmitteln der Pfarren und aus Spenden der Bevölkerung. Mit rund 1 Million Euro haben Bund, Land und Gemeinden die Erhaltung kirchlicher Baudenkmäler unterstützt.
Finanzkammerdirektor Lamprecht unterstrich die Bedeutung der acht Kirchenbeitragsstellen als wichtige kirchliche Kommunikationszentren. Auch künftig werde die Kommunikation mit den Kirchenbeitragspflichtigen weiter ausgebaut. So werden heuer erstmals auch alle Kirchenbeitragspflichtigen mittels Folder umfassend über die Verwendung des Kirchenbeitrags informiert, überdies entsteht in Kooperation zwischen Finanzkammer und diözesaner Jugendstelle eine Informationsbroschüre für junge Menschen. (ende)