Wien-Brüssel, 11.12.2009 (KAP) Europäische katholische Entwicklungsorganisationen üben scharfe Kritik an dem am Freitag bekannt gewordenen Finanzierungsangebot der EU-Länder für Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz in Entwicklungsländern. Die Staats- und Regierungschefs der Union verspielten damit die Chance auf einen gerechten und effektiven Deal für ein neues globales Klimaabkommen, bedauerte Josefa Molitor-Ruckenbauer von der Kampagne "Klima fair bessern" der katholischen Hilfswerke in Österreich. "Die Angebote, die uns als starke Signale verkauft werden, gehen leider nicht über kurzfristige Finanzierungs-Häppchen für Entwicklungsländer hinaus", so Molitor-Ruckenbauer.
Beim Europäischen Rat in Brüssel sagten die Spitzenpolitiker der EU-Länder am Freitag die Summe von 7,2 Milliarden Euro an Unterstützungen für die kommenden vier Jahre zu. Österreich beteiligt sich mit 120 Millionen Euro.
Die Entwicklungsorganisationen kritisieren, dass dieses Angebot nicht über bereits getätigten Finanzierungszusagen aus dem Entwicklungshilfebereich hinausgehe. Die Entwicklungsländer benötigten aber zur Bewältigung der Auswirkungen des großteils von den Industrienationen zu verantwortenden Klimawandels zusätzliche Geldmittel, so die NGOs. Ohne zusätzliche Angebote der Industrieländer werde beim Weltklimagipfel in Kopenhagen kein faires Abkommen zustande kommen, warnt "Klima fair bessern"-Koordinatorin Molitor-Ruckenbauer.
Von der EU erwarten sich kirchlichen Entwicklungshilfeorganisationen vor allem langfristige Zusagen. Das angebotene Finanzpaket werden den langfristigen Notwendigkeiten der Menschen in Entwicklungsländern "in keiner Weise" gerecht, so Molitor-Ruckenbauer: "Die EU muss ihre globale Verantwortung hinsichtlich Klimawandel wahrnehmen und vor allem in Finanzierungsfragen Leadership übernehmen".






